Ursula Goetze
Map Hornstraße 3
Studentin und Mitglied des Kommunistischen
Jugendverbandes. In ihrer Wohnung fanden
geheime Treffen der antifaschistischen
Widerstandsgruppe Schulze-Boysen/Harnack
statt. Zusammen mit anderen Mitgliedern
dieser Gruppe wurde sie 1942 verhaftet und
am 5.8.1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Die Studentin der Philosophie war Mitglied in der Widerstandsgruppe Schulze-Boysen/Harnack ("Rote Kapelle") und wurde im Oktober 1942 verhaftet. Am 18. Januar 1943 ist sie wegen "Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung" zum Tode verurteilt worden. Die Inschrift nimmt den unteren Teil der Tafel ein, im oberen befindet sich ein Reliefportrait, umrahmt vom mehreren Gesichtern.
Die Tafel, entworfen von Christa Lustig, wurde am 6. November 1987 enthüllt. Die Gedenkrede hielt die frühere AL-Abgeordnete Annette Ahme. Die Tafel ist rechts neben der Toreinfahrt befestigt.
Unter dem Titel „Kreuzberger antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990“ entstanden anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 13 Stelen und Gedenktafeln, die Geschichten des NS-Widerstands fokussierten. Der Begleitbroschüre ist zu entnehmen, dass Kreuzberg zwischen 1933 und 1945 ein Verwaltungszentrum des deutschen Faschismus war. Die Flächenbombardierungen durch die Alliierten gegen Kriegsende zerstörten insbesondere den Nordwesten des Bezirks nahezu vollständig und ließen viele historische Spuren verschwinden. Zugleich war Kreuzberg ein bedeutender Ort des Widerstands, getragen von Arbeiterinnen und Arbeitern, Angestellten, Studierenden und Intellektuellen, deren Biographien aufgrund der geringen Zahl von Überlieferungen und Zeitzeugnissen nur schwer rekonstruierbar sind. Die Gedenktafeln wurden von bildenden Künstlerinnen und Künstlern jeweils individuell gestaltet, um ortsspezifische und ästhetisch eigenständige Lösungen zu ermöglichen. Weitere Gedenkzeichen des Programms widmen sich der Bekennenden Kirche, Minna Fritsch, Franz Meyer, Willi Sänger, Wilhelm Leuschner, Hanni Meyer, Wolfgang Thiess, Ernst Heilmann, Celalettin Kesim, Arvid und Mildred Harnack, Carl Herz, Wilhelm Lehmann und Fritz Siedentopf.
Zeitgleich entstanden die „Erinnerungszeichen an den Orten des früheren jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens“ mit den Gedenktafeln- und Zeichen: Gedenkstein für die Orthodoxe Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Kottbusser Ufer (heute Fraenkelufer), Granitstele für das Theater des Jüdischen Kulturbundes Berlin und eine Informationstafel zur Synagoge in der Lindenstraße, die 1988 am Grenzzaun installiert, nach der Wende jedoch entfernt wurde und nicht erhalten blieb. 1997 wurde am rückwärtigen Teil des Grundstücks in der früheren Lindenstraße ein Mahnmal eingeweiht.
