[Tafel entfernt]Fritz Siedentopf
Map Willibald-Alexis-Straße 15
Bereits von 1934 bis 1938 verbüßte Siedentopf eine Haftstrafe wegen seiner Aktivitäten für die KPD. Später war er Leiter einer illegalen Betriebszelle der KPD in den Auert-Werken in Berlin-Weißensee und gehörte zur Organisation um Robert Uhrig. Er kooperierte mit Franz Mett bei der Störung der Kriegsproduktion und half ausländischen Zwangsarbeitern. Im Februar 1942 wurde er erneut verhaftet. Als er 1944 zum Tode verurteilt wurde, baten alle Mieter seines Wohnhauses, auch die Blockwartin, um Gnade für ihn.
Enthüllt werden sollte die Tafel am 15.10.1990. Dies ist jedoch nie geschehen. Unter dem Titel „Kreuzberger antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990“ entstanden anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 13 Stelen und Gedenktafeln, die Geschichten des NS-Widerstands fokussierten. Der Begleitbroschüre ist zu entnehmen, dass Kreuzberg zwischen 1933 und 1945 ein Verwaltungszentrum des deutschen Faschismus war. Die Flächenbombardierungen durch die Alliierten gegen Kriegsende zerstörten insbesondere den Nordwesten des Bezirks nahezu vollständig und ließen viele historische Spuren verschwinden. Zugleich war Kreuzberg ein bedeutender Ort des Widerstands, getragen von Arbeiterinnen und Arbeitern, Angestellten, Studierenden und Intellektuellen, deren Biographien aufgrund der geringen Zahl von Überlieferungen und Zeitzeugnissen nur schwer rekonstruierbar sind. Die Gedenktafeln wurden von bildenden Künstlerinnen und Künstlern jeweils individuell gestaltet, um ortsspezifische und ästhetisch eigenständige Lösungen zu ermöglichen. Weitere Gedenkzeichen des Programms widmen sich der Bekennenden Kirche, Minna Fritsch, Franz Meyer, Willi Sänger, Celalettin Kesim, Wilhelm Leuschner, Ursula Goetze, Hanni Meyer, Wolfgang Thiess, Ernst Heilmann, Arvid und Mildred Harnack, Carl Herz, und Wilhelm Lehmann.
Zeitgleich entstanden die „Erinnerungszeichen an den Orten des früheren jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens“ mit den Gedenktafeln- und Zeichen: Gedenkstein für die Orthodoxe Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Kottbusser Ufer (heute Fraenkelufer), Granitstele für das Theater des Jüdischen Kulturbundes Berlin und eine Informationstafel zur Synagoge in der Lindenstraße, die 1988 am Grenzzaun installiert, nach der Wende jedoch entfernt wurde und nicht erhalten blieb. 1997 wurde am rückwärtigen Teil des Grundstücks in der früheren Lindenstraße ein Mahnmal eingeweiht.