Hanni Meyer
Map Ritterstraße 16
Ritterstraße 16, mußte Hanni Meyer (1921-1943)
als Jüdin Zwangsarbeit leisten.
Sie verbreitete mit der jüdisch-kommunistischen
Widerstandsgruppe um Herbert Baum
antifaschistische Flugschriften.
Am 4. März 1943 wurde Hanni Meyer im Alter von
22 Jahren in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Die Putzmacherin Hanni Meyer (geb. Lindenberger) wurde wie andere Mitglieder des Widerstands der Gruppe Baum nach dem Brandanschlag auf die Nazi-Propagandaausstellung "Das Sowjetparadies" im Lustgarten (18.5.1942) Ende Mai verhaftet und am 10. Dezember 1942 zum Tode verurteilt.
Die Bronzetafel schuf Claus Korch, sie wurde am 16. Dezember 1988 an der Begrenzungsmauer enthüllt.
Unter dem Titel „Kreuzberger antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990“ entstanden anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 13 Stelen und Gedenktafeln, die Geschichten des NS-Widerstands fokussierten. Der Begleitbroschüre ist zu entnehmen, dass Kreuzberg zwischen 1933 und 1945 ein Verwaltungszentrum des deutschen Faschismus war. Die Flächenbombardierungen durch die Alliierten gegen Kriegsende zerstörten insbesondere den Nordwesten des Bezirks nahezu vollständig und ließen viele historische Spuren verschwinden. Zugleich war Kreuzberg ein bedeutender Ort des Widerstands, getragen von Arbeiterinnen und Arbeitern, Angestellten, Studierenden und Intellektuellen, deren Biographien aufgrund der geringen Zahl von Überlieferungen und Zeitzeugnissen nur schwer rekonstruierbar sind. Die Gedenktafeln wurden von bildenden Künstlerinnen und Künstlern jeweils individuell gestaltet, um ortsspezifische und ästhetisch eigenständige Lösungen zu ermöglichen. Weitere Gedenkzeichen des Programms widmen sich der Bekennenden Kirche, Minna Fritsch, Franz Meyer, Willi Sänger, Wilhelm Leuschner, Ursula Goetze, Wolfgang Thiess, Ernst Heilmann, Celalettin Kesim, Arvid und Mildred Harnack, Carl Herz, Wilhelm Lehmann und Fritz Siedentopf.
Zeitgleich entstanden die „Erinnerungszeichen an den Orten des früheren jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens“ mit den Gedenktafeln- und Zeichen: Gedenkstein für die Orthodoxe Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Kottbusser Ufer (heute Fraenkelufer), Granitstele für das Theater des Jüdischen Kulturbundes Berlin und eine Informationstafel zur Synagoge in der Lindenstraße, die 1988 am Grenzzaun installiert, nach der Wende jedoch entfernt wurde und nicht erhalten blieb. 1997 wurde am rückwärtigen Teil des Grundstücks in der früheren Lindenstraße ein Mahnmal eingeweiht.
