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Ansicht Gedenktafel Willi Sänger
Ansicht Gedenktafel Willi Sänger - Bild 1

Willi Sänger

Berlin 21.5.1894 - Brandenburg-Görden 27.11.1944

Map Oppelner Straße 45

Hier wohnte
Willi Sänger
Arbeitersportler und Kommunist
*21.5.1894 +27.11.1944
Hingerichtet im Zuchthaus Bran-
denburg wegen Beteiligung
am antifaschistischen Widerstand.

In diesem Haus wurde Willi Sänger geboren. Zur Erinnerung hat der Bildhauer Robert Schmidt eine "Keramik- und Geschichtscollage" rund um und vor dem Hauseingang geschaffen. Die Inschrift befindet sich in Keramikfliesen, die in den Bürgersteig vor dem Hauseingang eingelassen sind. Die Enthüllung fand am 27.11.1987 statt.

Der kaufmännische Angestellte Willi Sänger war ab 1913 Mitglied und später Vorsitzender des Arbeitersportvereins Fichte-Südost. Nach dem Verbot der Arbeitersportvereine durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 organisierte er den Widerstand ehemaliger Fichte-Mitglieder und pflegte Kontakte zu Widerstandskämpfern wie Robert Uhrig und Anton Saefkow. Im Juli 1944 wurde er verhaftet, zum Tode verurteilt und am 27. November 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

Stand 2025 sind von diesem Gedenkort lediglich die im Gehweg eingelassenen Keramikfliesen erhalten. Das Medaillon über der Eingangstür sowie die Fliesen mit Teilen der Geschichtscollage rechts und links des Eingangs sind verschwunden.

Unter dem Titel „Kreuzberger antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990“ entstanden anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 13 Stelen und Gedenktafeln, die Geschichten des NS-Widerstands fokussierten. Der Begleitbroschüre ist zu entnehmen, dass Kreuzberg zwischen 1933 und 1945 ein Verwaltungszentrum des deutschen Faschismus war. Die Flächenbombardierungen durch die Alliierten gegen Kriegsende zerstörten insbesondere den Nordwesten des Bezirks nahezu vollständig und ließen viele historische Spuren verschwinden. Zugleich war Kreuzberg ein bedeutender Ort des Widerstands, getragen von Arbeiterinnen und Arbeitern, Angestellten, Studierenden und Intellektuellen, deren Biographien aufgrund der geringen Zahl von Überlieferungen und Zeitzeugnissen nur schwer rekonstruierbar sind. Die Gedenktafeln wurden von bildenden Künstlerinnen und Künstlern jeweils individuell gestaltet, um ortsspezifische und ästhetisch eigenständige Lösungen zu ermöglichen. Weitere Gedenkzeichen des Programms widmen sich der Bekennenden Kirche, Minna Fritsch, Franz Meyer, Wilhelm Leuschner, Ursula Goetze, Hanni Meyer, Wolfgang Thiess, Ernst Heilmann, Celalettin KesimArvid und Mildred Harnack, Carl Herz, Wilhelm Lehmann und Fritz Siedentopf.

Zeitgleich entstanden die „Erinnerungszeichen an den Orten des früheren jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens“ mit den Gedenktafeln- und Zeichen: Gedenkstein für die Orthodoxe Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Kottbusser Ufer (heute Fraenkelufer), Granitstele für das Theater des Jüdischen Kulturbundes Berlin und eine Informationstafel zur Synagoge in der Lindenstraße, die 1988 am Grenzzaun installiert, nach der Wende jedoch entfernt wurde und nicht erhalten blieb. 1997 wurde am rückwärtigen Teil des Grundstücks in der früheren Lindenstraße ein Mahnmal eingeweiht.

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