Theater des Jüdischer Kulturbundes
Map Kommandantenstraße 56
befand sich 1935-1941 das
THEATER DES JÜDISCHEN KULTURBUNDES
Gezwungen durch das Berufsverbot
gründeten die Juden in Deutschland diese
Selbsthilfeorganisation mit eigenen
Orchestern und Ensembles für Oper
und Operette, Schauspiel und Konzert.
Die NAZI-BEHÖRDEN
mißbrauchten den Kulturbund zur
ÜBERWACHUNG
der jüdischen Künstler
und ihres Publikums,
das nur aus Juden bestehen durfte.
1941 wurde der Kulturbund
VERBOTEN.
Fast alle, die hier arbeiteten,
wurden in Konzentrationslagern
ERMORDET.
Die Gedenkanlage befindet sich auf einer Rasenfläche vor dem Haus. Die Eisentafeln mit der Inschrift liegen zu Füßen eines 1990 errichteten Gedenksteins aus Granit (Bildhauerin Susanne Ahner). Über dem Text ist das Theater des Kulturbunds, die einstige Herrenfeld-Bühne, abgebildet, mitten darin das Symbol des Kulturbunds. Die Enthüllung fand am 1.7.1990 statt.
Im Jahr 2017 wurde auch der helle Kieskreis, der an den Lichtkegel eines Theaterscheinwerfers erinnern soll, von der Künstlerin im Auftrag der bezirklichen Gedenktafelkommission restauriert.
Die Granitstele entstand binnen des 1988 initiierten Programms „Erinnerungszeichen an den Orten des früheren jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens“. Ebenfalls realisiert wurde der Gedenkstein für die Orthodoxe Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Kottbusser Ufer (heute Fraenkelufer), eine Informationstafel für die Synagoge in der Lindenstraße wurde 1988 am Grenzzaun installiert, ist seit der Wende aber nicht mehr vorhanden. 1997 wurde am rückwärtigen Teil des Grundstücks in der früheren Lindenstraße ein Mahnmal eingeweiht. Anlass für das Programm war der 50. Jahrestag der Novemberpogrome. Der Begleitbroschüre ist zu entnehmen, dass es in Kreuzberg vor 1941 zahlreiche jüdische Einrichtungen gab, darunter zwei große Synagogen, ein Theater und die Geschäftsstelle des Kulturbundes Deutscher Juden. Noch in den 1980er Jahren war vielen Anwohnern und Anwohnerinnen deren frühere Existenz nicht mehr bekannt, da die nationalsozialistische Verfolgung das jüdische Leben in Berlin nahezu ausgelöscht hatte.
Zeitgleich zu diesem Programm entstanden unter dem Titel „Kreuzberger antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990“ 13 Stelen und Gedenktafeln, die Geschichten des NS-Widerstands fokussierten: Bekennende Kirche, Minna Fritsch, Franz Meyer, Willi Sänger, Wilhelm Leuschner, Ursula Goetze, Hanni Meyer, Wolfgang Thiess, Ernst Heilmann, Arvid und Mildred Harnack, Celalettin Kesim, Carl Herz, Wilhelm Lehmann, und Fritz Siedentopf

