Minna Fritsch
Map Wassertorstraße 53
Putzfrau Minna Fritsch, die
von 1936-1938 als Kurier der
KPD im antifaschistischen
Widerstand tätig war.
Die Inschrift steht unterhalb eines Reliefportraits. Die Tafel wurde gestaltet von Birgit von Toerne, die Enthüllung war am 4. September 1987.
Minna Fritsch war Mitglied der KPD. 1933 wurde sie zweimal von der Gestapo im SA-Gefängis Papestraße inhaftiert und gefoltert. 1936 ging sie im Auftrag der KPD nach Prag. Von dort floh sie nach England und wurde nach Kriegsbeginn 1939 als feindliche Ausländerin bis zum Herbst 1941 auf der Isle of Man interniert. Sie starb, bevor sie die Rückreisegenehmigung nach Deutschland erhielt. Beigesetzt ist sie in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Gudrunstraße 20.
Unter dem Titel „Kreuzberger antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990“ entstanden anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 13 Stelen und Gedenktafeln, die Geschichten des NS-Widerstands fokussierten. Der Begleitbroschüre ist zu entnehmen, dass Kreuzberg zwischen 1933 und 1945 ein Verwaltungszentrum des deutschen Faschismus war. Die Flächenbombardierungen durch die Alliierten gegen Kriegsende zerstörten insbesondere den Nordwesten des Bezirks nahezu vollständig und ließen viele historische Spuren verschwinden. Zugleich war Kreuzberg ein bedeutender Ort des Widerstands, getragen von Arbeiterinnen und Arbeitern, Angestellten, Studierenden und Intellektuellen, deren Biographien aufgrund der geringen Zahl von Überlieferungen und Zeitzeugnissen nur schwer rekonstruierbar sind. Die Gedenktafeln wurden von bildenden Künstlerinnen und Künstlern jeweils individuell gestaltet, um ortsspezifische und ästhetisch eigenständige Lösungen zu ermöglichen. Weitere Gedenkzeichen des Programms widmen sich der Bekennenden Kirche, Franz Meyer, Willi Sänger, Wilhelm Leuschner, Ursula Goetze, Hanni Meyer, Wolfgang Thiess, Ernst Heilmann, Celalettin Kesim, Arvid und Mildred Harnack, Carl Herz, Wilhelm Lehmann und Fritz Siedentopf.
Zeitgleich entstanden die „Erinnerungszeichen an den Orten des früheren jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens“ mit den Gedenktafeln- und Zeichen: Gedenkstein für die Orthodoxe Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Kottbusser Ufer (heute Fraenkelufer), Granitstele für das Theater des Jüdischen Kulturbundes Berlin und eine Informationstafel zur Synagoge in der Lindenstraße, die 1988 am Grenzzaun installiert, nach der Wende jedoch entfernt wurde und nicht erhalten blieb. 1997 wurde am rückwärtigen Teil des Grundstücks in der früheren Lindenstraße ein Mahnmal eingeweiht.

