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Ansicht Gedenktafel Wilhelm Lehmann

Wilhelm Lehmann

Klein-Rietz 13.1.1869 - Berlin-Plötzensee 10.5.1943

Map Mariannenplatz

WILHELM LEHMANN 1869-1943
SCHRIEB HIER AM MARIANNENPLATZ PAROLEN
GEGEN HITLER UND DEN KRIEG AN DIE INNENWAND
EINES TOILETTENHÄUSCHEN (!) ER WURDE DENUN-
ZIERT UND VON NATIONALSOZIALISTEN ERMORDET

Überzeugt von der Schuld Hitlers an dessen verbrecherischem Krieg schrieb der über Siebzigjährige an die Wand: Hit­ler, du Massenmörder mußt ermordet wer­den, dann ist der Krieg zu Ende. Im Oktober desselben Jahres wurde er bei der Erneuerung der Inschrift beobachtet, denunziert und am 8. März 1943 vom Volks­ge­richtshof wegen "Vorbereitung zum Hochver­rat" zum Tode ver­ur­teilt.

Über der Tafelinschrift finden sich bis auf zwei Ge­sich­ter und Hände nicht näher iden­tifizier­bare pla­stische Dar­stel­lungen.

Die Tafel wurde von Niko­laus Langhans geschaf­fen und am 29.6.1990 enthüllt. Bereits zuvor hatten Schüler/innen der Heinrich-Zille-Grundschule mit ihrem Lehrer Klaus Emrich im Sachkundeunterricht über Lehmann gearbeitet und im Ergebnis (möglicherweise am 9.5.1989) eine Gedenktafel aus Pappe vor dem Künstlerhaus Bethanien aufgestellt.

Unter dem Titel „Kreuzberger antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990“ entstanden anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 13 Stelen und Gedenktafeln, die Geschichten des NS-Widerstands fokussierten. Der Begleitbroschüre ist zu entnehmen, dass Kreuzberg zwischen 1933 und 1945 ein Verwaltungszentrum des deutschen Faschismus war. Die Flächenbombardierungen durch die Alliierten gegen Kriegsende zerstörten insbesondere den Nordwesten des Bezirks nahezu vollständig und ließen viele historische Spuren verschwinden. Zugleich war Kreuzberg ein bedeutender Ort des Widerstands, getragen von Arbeiterinnen und Arbeitern, Angestellten, Studierenden und Intellektuellen, deren Biographien aufgrund der geringen Zahl von Überlieferungen und Zeitzeugnissen nur schwer rekonstruierbar sind. Die Gedenktafeln wurden von bildenden Künstlerinnen und Künstlern jeweils individuell gestaltet, um ortsspezifische und ästhetisch eigenständige Lösungen zu ermöglichen. Weitere Gedenkzeichen des Programms widmen sich der Bekennenden Kirche, Minna Fritsch, Franz Meyer, Willi Sänger, Wilhelm Leuschner, Ursula Goetze, Hanni Meyer, Wolfgang Thiess, Ernst Heilmann, Celalettin KesimArvid und Mildred Harnack, Carl Herz und Fritz Siedentopf.

Zeitgleich entstanden die „Erinnerungszeichen an den Orten des früheren jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens“ mit den Gedenktafeln- und Zeichen: Gedenkstein für die Orthodoxe Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Kottbusser Ufer (heute Fraenkelufer), Granitstele für das Theater des Jüdischen Kulturbundes Berlin und eine Informationstafel zur Synagoge in der Lindenstraße, die 1988 am Grenzzaun installiert, nach der Wende jedoch entfernt wurde und nicht erhalten blieb. 1997 wurde am rückwärtigen Teil des Grundstücks in der früheren Lindenstraße ein Mahnmal eingeweiht.

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