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Ansicht Gedenktafel Verwaltungsgebäude Bayerischer Platz 1
Ansicht Gedenktafel Verwaltungsgebäude Bayerischer Platz 1 - Bild 1

Verwaltungsgebäude Bayerischer Platz 1

Map Bayerischer Platz 1

Verwaltungsgebäude
Bayerischer Platz 1 / Landshuter Straße 21
Berliner Baudenkmal

Das von Helmut Ollk (1911–1971) entworfene Verwaltungsgebäude der Hochtief AG wurde
1958–59 errichtet. Ollk entwarf das zehngeschossige Hochhaus in Stahlbetonskelettbauweise über
einem verglasten Sockelgeschoss und mit zurückgesetztem Dachgeschoss, sodass die offenen
Terrassenflächen von einem Flachdach überdeckt sind. Die Obergeschosse kragen über das
Erdgeschoss hinaus, das für die „Bank für Handel und Industrie“ mit großen Schaufenstern und
schwarzen Mosaikfliesen gestaltet wurde. Die Verkleidung der Brüstungsbereiche erfolgte mit
Carrara-Marmor. Der sechsgeschossige Bauteil Landshuter Straße 21 fungiert als Bindeglied zum
angrenzenden Altbau Nr. 22 mit einer für die 1950er Jahre typischen Rasterfassade. 1966 erhielt
das Gebäude an seiner Süd- und Westseite Aluminiumlamellen als Sonnenschutz über den
Fenstern. 1992–98 entstand ein siebengeschossiger Anbau mit Glasfassade an der Rosenheimer
Straße nach Entwürfen von Rolf-Rüdiger Borchardts. Bei umfassenden Baumaßnahmen 1998–2000
wurde im Rahmen einer energetischen Sanierung das Hochhaus wärmegedämmt und Fenster und
Sonnenschutzlamellen erneuert.

Das Bürohochhaus dokumentiert den Wiederaufbau des Bayerischen Viertels nach dem Zweiten
Weltkrieg. Ziel war es, die historische Struktur zu verändern und dem Viertel einen modernen
Charakter zu verleihen. Gemeinsam mit dem Haus am Bayerischen Platz 2 rahmt der Bau die
Nordseite des Platzes und macht ihn zu einem geschichtlichen Zeugnis der 1950er Jahre. Darüber
hinaus ist das Baudenkmal ein bedeutendes Beispiel für den Hochhausbau der frühen
Nachkriegszeit und repräsentiert eindrucksvoll die architektonischen Prinzipien der
Nachkriegsmoderne. Das Bürohochhaus ist die Höhendominante am Bayerischen Platz
mit dem Nachbargebäude und der Schotte. Es schuf in dem durch
Kriegswirkungen stark zerstörten Areal eine offene, moderne und großstädtische Atmosphäre,
die den damaligen städtebaulichen Leitlinien entsprach.

Schäden an der Fassade, die mit dem Abplatzen von Plattenteilen einhergingen, führten 2023–24
erneut zu Maßnahmen. Untersuchungen ergaben, dass die Carrara-Marmorplatten in ihrer Stärke
nicht normgerecht verbaut wurden und deshalb den Berliner Witterungsbedingungen dauerhaft
nicht standhalten. Nach gutachterlichen Untersuchungen wurde beschlossen, die Bestandsplatten
gegen Keramikverbundplatten auszutauschen. So konnte die Norm für die Plattenstärke
eingehalten und das äußere Erscheinungsbild in seiner Maßhaltigkeit bewahrt werden. Das Dekor
der Keramikplatten sowie das Verlegemuster sind so gewählt, dass das Gesamtbild weitestgehend
der Entwurfsidee sowie dem ursprünglich verwendeten Naturstein entsprechen.

Die Glastafel ist an der linken vorderen Hausecke zur Landshuter Straße befestigt und im Stil der sich rechts daneben befindlichen Gedenktafel für Erich Fromm gestaltet. 

Auf der linken Hälfte der Tafel befindet sich eine Karte mit markiertem Standort des Verwaltungsgebäudes, darunter  eine Archtitekturzeichnung, ergänzt durch die rechtsbündigen Daten

Erbaut 1958 - 1959
Architekt Helmut Ollk 
Fassadensanierung 1999 - 2000
Energetische Sanierung
Austausch der
Natursteinbrüstungen 2023 - 2024

Unten links befinden sich zwei Fotografien des Gebäudes vor und nach der Sanierung.

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