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Vorne stehen zwei Stelen und ein Mikrofonständer vor einer Grünfläche. Dahinter fährt eine U-Bahn.
Die Rückseite der zwei Stelen mit ihren Titeln, im Hintergrund Häuser, Bäume, Gehweg und eine Straße.

Menschenlandschaft Berlin - Ein Skulpturenweg

Map Schlesische Straße/ Oberbaumstraße

Menschenlandschaft Berlin
Ein Skulpturenweg

Der Skulpturenweg am Schlesischen Tor zwischen Schlesischer Straße und May-Ayim-Ufer (ehemals Gröbenufer) ist das Ergebnis eines Bildhauersymposions im Jahr 1987. Grundidee war es, die kulturell vielfältige „Menschenlandschaft“ in diesem Stadtteil zum Ausdruck zu bringen. Initiiert vom Kunstamt Kreuzberg und unterstützt von der IBA, der Internationalen Bauausstellung, war er zentraler Beitrag des Bezirks Kreuzberg zur 750-Jahr-Feier Berlins. Acht Bildhauerinnen und Bildhauer aus der Türkei, der CSSR, den USA, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland waren in einem Bewerbungsverfahren ausgewählt worden. Schang Hutter verließ das Projekt. Die sieben anderen arbeiteten ein Jahr lang eng zusammen. Im Rahmen eines gemeinsamen räumlichen Gesamtkonzepts entstanden jeweils individuelle Kunstwerke: eine Sequenz von Einzelskulpturen entlang eines Wegbandes von der Schlesischen Straße zum Spreeufer, über zwei Grünflächendreiecke und zwei Straßen hinweg. Die Mittel für das Projekt kamen aus dem Senatsfonds „Kunst im Stadtraum“.

Von Azade Köker stammt die Grundidee eines geraden Weges aus Granitsteinen. Er verbindet sieben stilistisch und im Material ganz unterschiedliche Skulpturen. „Dove Vai“ („Wohin gehst Du“) von Andreas Wegner, ein ruhendes nacktes Paar aus Bronze und Eisen, säumt den Beginn des Weges an der Schlesischen Straße. Mehmet Aksoys achtteiliges Ensemble aus Carrara-Marmor bildet eine abstrahierte Menschengruppe; eine Figur tritt heraus und lässt seine Negativform hinter sich zurück. Die dreiteilige Skulptur „Puppenruhe“ von Louis Niebuhr, ebenfalls aus Carrara-Marmor, deutet das Motiv der Schmetterlingspuppe als Symbol für den Übergang in ein neues Leben. Azade Köker schuf vier „Spazierengehende Frauen“ aus Keramik, Bronze und Beton. In Andreas Frömbergs Bronze-Ensemble „Menschen in der Stadt“ blickt eine Einzelfigur über die Reliefbilder und die Wiese hinweg zur Schlesischen Straße. Rudolf Valentas abstrakte „Raumlinie“ ist eine weithin sichtbare, himmelwärts ragende, gebogene Edelstahl-Röhre, die sich wie ein Tor über den Skulpturenweg spannt. Das Sitzensemble von Leslie Robbins aus zartfarbiger Keramik schließlich lenkt als Abschluss den Blick vom Spreeufer zurück auf den Skulpturenweg.

Am 19. November 2025 hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg auf der Grünfläche Schlesische Straße/Oberbaumstraße in Berlin-Kreuzberg zwei neue Gedenktafeln zum Skulpturenweg „Menschenlandschaft Berlin“ eingeweiht. Das Design stammt von BAR PARCIFICO/Fabian Hickethier, die Texte von Stefanie Endlich. Auf der bronzefarbenen Rückseite steht zweisprachig „Menschenlandschaft Berlin / Berlin's Human scape“. Die zweite Tafel widmet sich der Menschenlandschaft Berlin - Kunst im sozialen Raum.

Die Einweihung erfolgte durch Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann. Redebeiträge hielten Autorin und Ausstellungsmacherin, Dr. Stefanie Endlich sowie der Kunsthistoriker Dr. Gürsoy Doğtaş. Anwesend waren zudem Vertreterinnen und Vertreter des Städtepartnerschaftsvereins Kadıköy e.V. und weitere Unterstützende des Projekts.

Der Skulpturenweg entstand 1987 im Rahmen eines Bildhauersymposions als Beitrag zur 750-Jahr-Feier Berlins. Beteiligt waren Mehmet Aksoy, Andreas Frömberg, Schang Hutter, Azade Köker, Leslie Robbins, Louis Niebuhr, Rudolf Valenta und Andreas Wegner. Das Konzept einer Sequenz einzelner Skulpturen von der Schlesischen Straße bis zum Spreeufer entwickelte Azade Köker.

Die neuen Tafeln erläutern die Entstehungsgeschichte des Kunstprojekts. Hintergrund ist auch der seit Jahren schlechte Zustand der Skulpturen, für deren Reinigung und Restaurierung sich verschiedene Initiativen einsetzen.

Die Bildunterschriften lauten:
[Abb. 1] Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposions mit dem Modell des Skulpturenweges, 1996; von links: Louis Niebuhr, Rudolf Valenta, Andreas Frömberg, Azade Köker, Mehmet Aksoy (es fehlen Leslie Robbins und Andreas Wegner) /Symposium participants with the model of the sculpture walk, 1996; left to right: Louis Niebuhr, Rudolf Valenta, Andreas Frömberg, Azade Köker, Mehmet Aksoy (not pictured: Leslie Robbins and Andreas Wegner) 
Foto / Photo: Stefanie Endlich
[Abb. 4] Mehmet Aksoy beim Polieren des Marmors vor Ort / Mehmet Aksoy polishing the marble on site
Foto / Photo: Stefanie Endlich

 

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