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Ansicht Gedenktafel Wilhelmstraße 76
Ansicht Gedenktafel Wilhelmstraße 76 - Bild 1

Wilhelmstraße 76

Map Wilhelmstraße 92

Wilhelmstraße 76

Das 1737 für Oberst Wolff Adolph von Pannewitz
errichtete Palais wurde 1804 Amts- und Wohnsitz
des russischen Staatsministers und Gesandten
am Königlich Preußischen Hofe, Maximilian von
Alopaeus. 1819 erwarb der preußische Staat
das Gebäude für den neuen Außenminister Graf
von Bernstorff und seine Behörde. Die Büroräume lagen im Erdgeschoß,
die Ministerwohnung im Obergeschoß. Von 1862 bis zu seinem Umzug
ins Reichskanzlerpalais 1878 nutzte der Preußische
Ministerpräsident, Minister des Aus- wärtigen und
spätere Reichskanzler Otto von Bismarck diese
Wohnung.
1870 wurde das Preußische Ministerium für die
Auswärtigen Angelegenheiten in »Auswärtiges
Amt« umbenannt. Die direkt dem Reichskanzler
unterstehende, von einem Staatssekretär geleitete
Reichsbehörde erlangte durch Bismarcks Bündnis-
politik große internationale Bedeutung.
Aufgrund der ständig wachsenden Mitarbeiterzahl
übernahm das Amt im Laufe der Jahre auch die
beiden Nachbarhäuser Wilhelmstraße 74 und 75.
In der Weimarer Republik wurde das Auswärtige
Amt ein eigenständiges Ministerium. Die Politik des
Amtes zielte auf die Revision des Versailler Vertrages.
Nach 1933 wurde diese Revisionspolitik zunehmend aggressiver
betrieben. Das Ministerium wirkte später auch an den Kriegsvorbe-
reitungen und der Durchführung der Ermordung
der europäischen Juden in den besetzten und ver-
bündeten Ländern aktiv mit.
1950 wurde der im Zweiten Weltkrieg schwer
beschädigte Gebäudekomplex abgeräumt. Mitte
der 1980er Jahre errichtete die DDR hochwertige
Plattenbauten.

In 1737 Colonel Wolff Adolph von Pannewitz built
a palace here. In 1804 it became the office and
residence of the Russian minister of state and envoy to
the Royal Prussian Court, Maximilian von Alopaeus.
In 1819 the Prussian state bought the building for
the new foreign minister, Graf von Bernstorff, and
his ministerial offices. The offices were at ground
level, the minister's apartment on the top floor. From 1862 the Prussian
minister-president and minister for foreign affairs, Otto von Bismarck,
used this apartment until he became chancellor and moved into the
Reich Chancellor's Palace.
In 1870 the Prussian Ministry for Foreign Affairs was
renamed the Foreign Ministry. Directly responsible
to the Reich Chancellor and headed by a secretary
of state, it gained great international importance
through Bismarck's alliance politics. In time the
Foreign Ministry also took over the two next-door
buildings, Wilhelmstraße 74 and 75, to house its
expanding staff.
In the Weimar Republic the Foreign Ministry became
an independent ministry and aimed its politics to-
ward revising the Versailles Treaty.
After 1933 the Nazi government pursued this
revisionist policy more and more aggressively. The
Foreign Ministry was later involved in the prepara-
tions for the Second World War and in organizing the murder of the
European Jews in the German-occupied territories and countries allied
to Germany.
The building was badly damaged in the war and the site was finally
cleared in 1950. In the mid 1980s the East Germans built quality prefab
high-rise blocks here.

Die Informationstafel ist Teil der „Geschichtsmeile Wilhelmstraße“, initiiert von der Stiftung Topographie des Terrors, die entlang der Wilhelmstraße an 30 Stationen die Geschichte der Gebäude des historischen Regierungsviertels präsentiert. Eine Übersicht ist hier verfügbar. 
Die Ausstellung wurde 1996 im Auftrag des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr konzipiert und 2007 mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erweitert sowie umfassend überarbeitet. Die Gestaltung lag bei Helga Lieser.

Ganz oben befindet sich eine Abbildung des Auswärtigen Amtes mit der Bildunterschrift: „landesarchiv Berlin“ . Rechts darunter ist eine Abbildung des Graf von Bernstorff mit der Bildunterschrift: „Chrisitan Günther Graf von Bernstorff (1769-1835), 1818-1832 Preußischer Minister für die Auswärtigen Angelegenheiten“ von dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin. Direkt darunter befinden sich drei weitere Bilder erstens ein Bild des Arbeitszimmers Otto von Bismarcks mit der Bildunterschrift: „Das Arbeitszimmer Otto von Bismarcks im Auswärtigen Amt“ aus Privatbesitz, danach eine Abbildung von Gustav Stresemann mit der Bildunterschrift: „Dr. Gustav Stresemann (1878-1929), 1923-1929 Außenminister“ von der Bayerischen Staatsbibliothek München. Und nicht zuletzt eine Abbildung von Joachim von Ribbentrop mit der Bildunterschrift: „Joachim von Ribbentropp (1893-1946), 1938-1945 Reichsaußenminister, um 1938; 1946 zum Tode verurteilt und hingerichtet“ aus der Bayerischen Staatsbibliothek München.

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