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Informationstafel mit Text und historischen Schwarz-weiß-Fotografien vor einer Sandsteinfassade
Fahrradfahrer vor einem mehrstöckigen Sandsteingebäude mit symmetrischen Fenstern und einer Informationstafel vor der Fassade

Wilhelmstraße 70

Map Wilhelmstraße 70

Wilhelmstraße 70

1867/68 ließ der Industrielle Bethel Henry
Strousberg hier ein prächtiges Palais errichten.
Der »Eisenbahnkönig« erwarb durch den Bau
von Eisenbahnlinien ein Vermögen. Das von
Zeitgenossen als luxuriös beschriebene Gebäude
»mit noch ungekannt komfortablen Einrichtungen« dokumentierte eindrucksvoll seine gesellschaftliche Stellung. Millionäre, Angehörige des
Hochadels, Künstler und Wissenschaftler waren Strousbergs Gäste und
nutzten seine Verbindungen. 1873 verlor er beim
Eisenbahnbau in Rumänien große Teile seines Vermögens, zwei Jahre später musste er Konkurs an-
melden.
Neuer Besitzer des Palais wurde Fürst Hugo zu Ho-
henlohe von Ujest. 1884 richtete das Königreich
Großbritannien hier seine Botschaft ein. Auf dem
rückwärtigen Grundstück wurde wenig später das
Hotel Adlon errichtet, in dessen Schatten die Bri-
tische Botschaft fortan stand. Das Gebäude, das
Botschafter Sir Nevile Henderson als eng, dunkel
und muffig beschrieb, war bis zum Abbruch der
diplomatischen Beziehungen im September 1939
Sitz des Botschafters und seiner Kanzlei.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das denkmalgeschützte
Gebäude schwer beschädigt und 1950 abgerissen. In der DDR blieb
das Gelände unbebaut. Es gehörte zum grenznahen Gebiet. Nach dem
Fall der Mauer 1989 entschied die britische Regierung, ihre Botschaft
wieder am historischen Standort zu errichten. Der
Neubau des Londoner Architekten Michael Wilford
wurde im Juli 2000 durch Königin Elisabeth II
offiziell eingeweiht. Das einzige erhaltene Zeugnis des
früheren Botschaftsgebäudes, ein schmiedeeisernes,
mit dem britischen Wappen versehenes Eingangstor,
hat in der Botschaft einen Ehrenplatz erhalten.

In 1867/68 the industrialist Bethel Henry Strousberg
erected a splendid town mansion here. Strousberg,
who earned a fortune from railroad construction,
was known as the "railroad king". Contemporaries
described the mansion as luxurious, "with comfort-
able furnishings of a totally new kind". It was an im-
pressive display of Strousberg's social status. He
played host to millionaires, members of the higher nobility, artists and
scholars who made use of his connections. After losing much of his
fortune in 1873 building railroads in Romania, he went bankrupt two
years later.
The next owner of the palace was Prince Hugo zu
Hohenlohe von Ujest. In 1884 the British Embassy
moved into the building. Not long after, Hotel Adlon
was built at the back of the site, looming over the
British Embassy. The Embassy building, described
by Ambassador Sir Nevile Henderson in the 1930s
as musty, cramped and dark, was the Ambassador‘s
residence and office until Britain broke off diplo-
matic relations with Germany in September 1939.
The embassy, a designated historic monument, was
badly damaged in the Second World War and
demolished in 1950. The site was part of the border
area between East and West Berlin and remained
vacant during the communist era. Ater the fall of
the Berlin Wall in 1989 the British government decided to rebuild
its embassy on the old historic site. In July 2000, Queen Elizabeth II of
ficially opened the new building designed by the London architect
Michael Wilford. Today the only surviving part of the old embassy is a
wrought-iron entrance gate decorated with the British coat-of-arms,
which has a place of honor in the new embassy.

Die Informationstafel ist Teil der „Geschichtsmeile Wilhelmstraße“, initiiert von der Stiftung Topographie des Terrors, die entlang der Wilhelmstraße an 30 Stationen die Geschichte der Gebäude des historischen Regierungsviertels präsentiert. Eine Übersicht ist hier verfügbar.  

Die Ausstellung wurde 1996 im Auftrag des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr konzipiert und 2007 mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erweitert sowie umfassend überarbeitet. Die Gestaltung lag bei Helga Lieser. 

Ganz oben befindet sich eine Abbildung des Palais Strousberg mit der Bildunterschrift: „Das Palais Strousberg, seit 1884 Sitz der Britischen Botschaft“ aus dem Bundesarchiv Koblenz. Rechts darunter ist ein Bild von Strousberg mit der Bildunterschrift: „Bethel Henry Strousberg (1823-1884)“ aus dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin. Direkt darunter befinden sich drei weitere Abbildungen einmal ein Bild von Henderson mit der Bildunterschrift: „Sir Nevile Henderson (1882-1942), 1937-1939 britischer Botschafter in Berlin“ aus dem Bundesarchiv Koblenz, danach eine Abbildung von Königin Elizabeth II. mit der Bildunterschrift: „Einweihung des Botschaftsgebäudes durch Königin Elizabeth II., 18. Juli 2000“ von Mike Minehun Berlin. Und nicht zuletzt eine Abbildung des alten Eisentores mit der Bildunterschrift: „Blick auf das ins Treppenhaus der Botschaft eingelassene schmiedeeisernes Tor“ von der Britischen Botschaft Berlin. 

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