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Informationstafel zur Geschichte der Wilhelmstraße mit mehreren historischen Fotos und Texten vor einem Sandsteinbau
Gedenktafel vor Fassadenansicht eines mehrstöckigen Sandsteingebäudes mit rechteckigen Fenstern und zwei gelben Briefkästen neben einem braunen Eingangstür

Wilhelmstraße 68

Map Wilhelmstraße 70

Wilhelmstraße 68

1835 erwarb der Bankier und Spiegelfabrikant
David Karl Splittgerber das ehemalige Palais des
Freiherr von der Goltz. 1901 kaufte der preußische
Staat den Besitz und ließ auf dem Areal einen im
Stil des italienischen Frühbarock gehaltenen Erweiterungsbau für das benachbarte Preußische Ministerium der Geistlichen-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten
errichten, das 1918 in Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst
und Volksbildung umbenannt wurde.
Unter den Nationalsozialisten firmierte die Behörde
als Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung
und Volksbildung. Geleitet wurde sie von Bernhard
Rust. Er versuchte das Schulsystem nach der national-
sozialistischen Ideologie auszurichten und betrieb
die Entlassung politisch oder rassisch »Mißliebiger«
aus Forschung und Wissenschaft.
Im August 1945 wurden einige Räume des im sowjetischen Besatzungssektor liegenden, geringfügig
zerstörten Gebäudes für die Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung instand gesetzt. Aus ihr
ging im Oktober 1949 das Ministerium für Volksbildung der DDR hervor, das von 1963 bis 1989
von Margot Honecker geleitet wurde. Mitte der
1960er Jahre siedelte das Ministerium in einen auf dem Nachbargrundstück errichteten Neubau um. Dieser erstreckte sich von der inzwischen
in Otto-Grotewohl-Straße umbenannten ehemaligen Wilhelmstraße bis
zur sowjetischen Botschaft Unter den Linden.
Das ehemalige Ministerium wurde 1964 vom Deutschen Pädagogischen Zentralinstitut bezogen. Von
1970 bis 1990 war es Sitz der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR. 1992 erfolgte
der Umbau des Hauses zu einem Bürogebäude für
die Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

The mansion of Baron von der Goltz once stood on
this site. in 1835 it was bought by a banker and
mirror manufacturer, David Karl Splittgerber, in 1901
the Prussian state bought the property and constructed
a building in early Italian baroque style on the site.
The building, which is still standing, was originally
as an extension of the neighboring Prussian Ministry of
Religious, Teaching and Medical Affairs. It was renamed the Prussian
Ministry of Science, Arts and Public Education in 1918.
Under the Nazis, from 1934 this ministry was called the Reich Ministry
of Science and Public Education. It was headed by Bernhard Rust, who
worked to bring the school system into line with Nazi ideology and
discharged people regarded as politically or racially "undesirable" from
scientific and research work
The building escaped serious war damage; after the war it was in
Berlin's Soviet-occupied sector. In August 1945 some rooms were
renovated for the German Central Authority for Public Education.
In October 1949 this became the East German Ministry of Public Education. From 1963 to 1989 the ministry was headed by Margot Honecker,
wife of East Germany's last head of state. In the mid-1960s the ministry
moved into a new building on the adjacent site that extended from the
old Wilhelmstraße (then renamed Otto-Grotewohl-Straße) to the Soviet
Embassy at Unter den Linden.
In 1964 the East German Central Educational Institute moved into the
old ministry building. From 1970 until the dissolution of East Germany
in 1990 it housed the East German Academy of Educational Science.
In 1992 it was converted into an office building for members of the
German Bundestag.

Die Informationstafel ist Teil der „Geschichtsmeile Wilhelmstraße“, initiiert von der Stiftung Topographie des Terrors, die entlang der Wilhelmstraße an 30 Stationen die Geschichte der Gebäude des historischen Regierungsviertels präsentiert. Eine Übersicht ist hier verfügbar.  

Die Ausstellung wurde 1996 im Auftrag des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr konzipiert und 2007 mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erweitert sowie umfassend überarbeitet. Die Gestaltung lag bei Helga Lieser. 

Ganz oben befindet sich eine Abbildung des ehemaligen Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung aus dem Jahr 1943 aus dem landesarchiv Berlin. Rechts darunter ist ein Bild von Bernhard Rust mit der Bildunterschrift: „Bernhard Rust (1883-1945), 1933-1945 Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Er beging 1945 Selbstmord“. Direkt darunter befinden sich zwei weitere Abbildungen einmal ein Bild von Margot Honecker mit der Bildunterschrift: „Margot Honecker (1927 geb.), 1963-1989 Ministerium für Volksbildung der DDR“ aus dem Bundesarchiv Koblenz, danach eine Abbildung des Ministeriums für Volksbildung der DDR mit der Bildunterschrift: „Das Ministerium für Volksbildung der DDR, um 1965, dahinter das Deutsche Pädagogische Zentralinstitut“ aus dem Landesarchiv Berlin. 

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