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Ansicht Gedenktafel Wilhelmstraße 63
Ansicht Gedenktafel Wilhelmstraße 63 - Bild 1

Wilhelmstraße 63

Map Wilhelmstraße 52

Wilhelmstraße 63

Das im 18. Jahrhundert errichtete zweigeschossige
Palais befand sich seit 1791 im Besitz der Grafen
von Dönhoff. 1874 wurde es an den Fürsten Otto
Graf zu Stolberg-Wernigerode verkauft und 1899
vom Land Preußen erworben. Das Gebäude sollte
nach aufwendigem Um- und Anbau dem Preußischen Staatsministerium
zur Verfügung gestellt werden, das die Geschäfte des preußischen
Ministerpräsidenten und seines Kabinetts erledigte. Der schlechte
Bauzustand führte jedoch zum Abriß des Palais und
zur Errichtung eines Neubaus, den das Ministerium
1903 beziehen konnte. Im ersten Stock befanden
sich die Diensträume des Ministerpräsidenten und
der Sitzungssaal des Kabinetts. Auf dem hinteren
Grundstücksteil entstand ein Neubau für die General-
Lotterie-Direktion.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
verlor das Preußische Staatsministerium erheblich
an Bedeutung, da die bisherigen Hoheitsrechte der
Länder beseitigt und die Länderregierungen der
Reichsregierung unterstellt wurden. Seit 1936 fanden
keine Sitzungen des Kabinetts mehr statt. Bereits ein
Jahr zuvor hatte der amtierende preußische Minister-
präsident Hermann Göring seinen Amtssitz in die
Leipziger Straße 3 verlegt, in unmittelbare Nähe seines Reichsluftfahrt-
ministeriums. Das Gebäude wurde fortan von dem bereits seit 1934
im Nachbarhaus residierenden »Stellvertreter des Führers« Rudolf Heß
und seinem Stab genutzt. 1941 trat Martin Bormann
die Nachfolge von Heß an.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer
beschädigt. 1951 erfolgte der Abriß. Lediglich das
ehemalige Gebäude der General- Lotterie-Direktion
ist erhalten und wird heute vom Bundesministerium
für Ernährung und Landwirtschalt genutzt.

The two-storey 18th-century palace that once stood
here belonged to the Earls of Dönhoff from 1791.
In 1874 it was sold to Prince Otto Graf zu Stolberg-
Wernigerode. The state of Prussia bought it in 1899,
intending to rebuild and expand it for use by the
Prussian Ministry of State, which handled the affairs
of the Prussian minister president and his cabinet.
But the palace was in such poor condition that it
had to be demolished to make way for a new ministry building, which
opened in 1903. The minister president's offices and the Cabinet Room
were on the first floor. A new building for the
General Lottery Board was erected on the grounds
behind the ministry.
After the Nazis took power the Prussian Ministry of
State lost much of its importance because the German
states´ previous territorial rights were abolished and
the individual state governments subordinated to the
Reich government. The Prussian Cabinet stopped
meeting after 1936. The previous year, the incumbent
Prussian minister president, Hermann Göring, had
moved the ministry to Leipziger Straße 3, close to
his Reich Aviation Ministry. From then on the old
Ministry of State building was used by the "Führer's
deputy", Rudolf Heß, and his staff. Heß had used
the next-door house as his residence since 1934.
Martin Bormann succeeded Heß in 1941.
The ministry building was badly damaged in the Second World War
and demolished in 1951. The only surviving building on the site is the
old General Lottery Board, now part of the Federal Ministry of Food
and Agriculture.

Die Informationstafel ist Teil der „Geschichtsmeile Wilhelmstraße“, initiiert von der Stiftung Topographie des Terrors, die entlang der Wilhelmstraße an 30 Stationen die Geschichte der Gebäude des historischen Regierungsviertels präsentiert. Eine Übersicht ist hier verfügbar. 
Die Ausstellung wurde 1996 im Auftrag des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr konzipiert und 2007 mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erweitert sowie umfassend überarbeitet. Die Gestaltung lag bei Helga Lieser.

Ganz oben befindet sich eine Abbildung des Preußischen Staatsministeriums mit der Bildunterschrift: „Das Preußische Staatsministerium, um 1935“ aus dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin. Rechts darunter befindet sich eine Abbildung des Festsaals im Gebäude mit der Bildunterschrift: „Festsaal im Palais des Grafen Dönhoff, 1897“ aus dem Zentralblatt der Bauverwaltung, Jg. 23, 1903, S.105. Direkt darunter befinden sich drei weitere Abbildungen, einmal ein Bild der General-Lotterie-Direktion mit der Bildunterschrift: „Die General-Lotterie-Direktion, 1903“ aus dem Zentralblatt der Bauverwaltung, Jg. 23, 1903, S.106, danach eine Abbildung von Hermann Göring mit der Bildunterschrift: „Hermann Göring (1893-1946), 1933-1945 Reichsluftfahrtminister, 1946 zum Tode verurteilt. Er beging Selbstmord“ aus dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin. Und nicht zuletzt eine Abbildung des zerstörten Staatsministeriums mit der Bildunterschrift: „Die Ruine des ehemaligen Staatsministeriums, rechts außen der zerstörte Seitenflügel des Propagandaministeriums, 1946“ aus dem Bundesarchiv Koblenz.

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