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Ansicht Gedenktafel Wilhelmsplatz 8/9
Ansicht Gedenktafel Wilhelmsplatz 8/9 - Bild 1

Wilhelmsplatz 8/9

Map Wilhelmstraße 51

Wilhelmplatz 8/9

Der Johanniterorden ließ hier von 1737 bis 1742
ein Palais errichten. Nach der Auflösung des Ordens
1810 fiel es an das preußische Königshaus. Seit
1919 war hier die zum Auswärtigen Amt gehörende
Vereinigte Presseabteilung der Reichsregierung unter-
gebracht, die täglich Pressekonferenzen zum Regie-
rungsgeschehen abhielt.
Im März 1933 bezog das neu gegründete, vom
Berliner Gauleiter Joseph Goebbels geleitete Reichs-
ministerium für Volksaufklärung und Propaganda
das Gebäude. Innerhalb weniger Monate übernahm
das Ministerium die Kontrolle über den gesamten
Medien- und Kulturbereich. Zu diesem Zweck wurde
im September 1933 die Reichskulturkammer geschaf-
fen, deren Mitgliedschaft für Publizisten und Künstler
verpflichtend war. Nichtkonformes Verhalten wurde
mit Sanktionen belegt. Sie reichten vom Ausschluß
aus der Kammer, was Berufsverbot bedeutete, bis
zur Einweisung in ein Konzentrationslager.
Das Ministerium trug durch Pressezensur, pompöse
Masseninszenierungen und gezielte Manipulation der
Bevölkerung zur Stabilisierung des Regimes, zur Augestaltung des
Führerkultes und zur Verlängerung des Krieges bei.
Das Ministerium wurde mehrfach erweitert. 1934
entstand an der Ostgrenze des Grundstücks ein neuer
Gebäudetrakt. 1938 wurden die benachbarte Wil-
helmstraße 62 und die Häuser entlang der Mauer-
straße abgerissen und durch Neubauten ersetzt.
1945 brannte das Hauptgebäude aus. Die Erweite-
rungsbauten blieben größtenteils erhalten. Sie be-
herbergten nach Gründung der DDR den Deutschen
Volkskongreß, das Amt für Information und den
Deutschen Volksrat. Heute sind hier Dienststellen
des Bundesministeriums für Arbeit und soziale
Sicherung untergebracht.

A town mansion was built here from 1737 to 1742
for the Order of St. John of Jerusalem. After the order was dissolved
in 1810, the building became the property of the
Prussian royal family. From 1919 it housed the
Reich government's United Press Department, which
was part of the Foreign Office. Daily press confer-
ences on government affairs were held here.
In March 1933 the newly formed Reich Ministry for
People's Education and Propaganda moved into the
building. The Berlin Gauleiter, Joseph Goebbels,
headed the ministry. Within months it took control of
the whole area of media and culture. In September
1933 it set up the Reich Chamber of Culture and
imposed obligatory membership on journalists and
artists. Noncontormist attitudes resulted in penalties
ranging from expulsion from the Chamber (which
meant being barred from the profession) to being sent
to a concentration camp.
The ministry censored the press, staged grandiose mass events and
manipulated the population. This helped to stabilize the Nazi regime,
develop the Führer cult and prolong the war.
Several extensions to the ministry were built. In 1934 a new building
was erected at the eastern edge of the site. In 1939 the adjacent build-
ing, Wilhelmstraße 62, and the buildings along Mauerstraße were
demolished to make way for new ones. The main ministry building
burned down in 1945, but most of the extensions survived. After the
founding of the East German state they housed the National People's
Congress, the Office of Information and the National People's Council.
Today the site contains offices of the German Ministry of Labor and
Social Security.

Die Informationstafel ist Teil der „Geschichtsmeile Wilhelmstraße“, initiiert von der Stiftung Topographie des Terrors, die entlang der Wilhelmstraße an 30 Stationen die Geschichte der Gebäude des historischen Regierungsviertels präsentiert. Eine Übersicht ist hier verfügbar. 
Die Ausstellung wurde 1996 im Auftrag des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr konzipiert und 2007 mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erweitert sowie umfassend überarbeitet. Die Gestaltung lag bei Helga Lieser.

Ganz oben befindet sich eine Abbildung des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda mit der Bildunterschrift: „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, um 1934“ aus dem Zentralblatt der Bauverwaltung, 1935, Heft 9, S. 149. Rechts darunter ist der Grundriss des Reichsministeriums abgebildet mit der Bildunterschrift: „Grundriß des Propagandaministeriums nach dem Neu- und Umbau 1937/38“ aus dem Zentralblatt der Bauverwaltung, 1939, Heft 2, S. 125. Direkt darunter befinden sich drei weitere Abbildungen einmal ein Bild von Joseph Goebbels mit der Bildunterschrift: „Reichpropagandaminister Dr. Joseph Goebbels an seinem Schreibtisch, 1936. Er beging 1945 Selbstmord“ aus der Bayerischen Staatsbibliothek München, danach ein Bild eines Zimmers aus dem Ministerium mit der Bildunterschrift: „Das «Mikrofonzimmer» im Propgandaministerium, um 1938“ aus dem Bundesarchiv Koblenz. Und nicht zuletzt eine weitere Abbildung des Reichspropagandaministeriums mit der Bildunterschrift: „Blick auf die erhaltenen Seitenflügel des Propagandaministeriums, Sitz des Deutschen Volksrates und des Amtes für Information, 1949“ aus dem Bundesarchiv Koblenz.

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