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Gedenktafel mit Text und zwei Fotos zu Ursula Hirschmann am Ursula-Hirschmann-Platz in Wedding
Straßenschild mit der Aufschrift 'Ursula-Hirschmann-Platz' und einem Informationstafelständer mit Text und Bild in einem städtischen Umfeld mit mehrstöckigen Wohngebäuden und Verkehrsschildern im Hintergrund

Ursula Hirschmann

Berlin 2.9.1913 - Rom 8.1.1991

Map Ursula-Hirschmann-Platz

Ursula Hirschmann

Ursula Hirschmann, geboren am
2. September 1913 in Berlin, entstammte
einer jüdischen Bildungsfamilie und studierte
Volkswirtschaft an der Berliner Friedrich-
Wilhelms-Universität. Die politischen Verhält-
nisse der späten Weimarer Republik führten
sie früh in den Widerstand gegen den National-
sozialismus. 1933 emigrierte sie nach Paris
und schließlich nach Triest, wo sie den Philoso-
phen und Sozialisten Eugenio Colorni heiratete.

Als Colorni 1938 verhaftet und auf die Insel Ven-
totene verbannt wurde, folgte sie ihm. Da sie
selbst nicht inhaftiert war, konnte sie zwischen
Insel und Festland pendeln. Auf Ventotene begegnete sie den Antifaschisten Altiero
Spinelli und Ernesto Rossi. Gemeinsam verfassten sie 1941 das Manifest von Ventotene:
Für ein freies und vereintes Europa“ - einen auf Zigarettenpapier geschriebenen
Entwurf für eine demokratische europäische Föderation. Hirschmann schmuggelte das
Manifest auf das Festland, organisierte seine Verbreitung in antifaschistischen Wider-
standsnetzwerken in Rom und Mailand und ermöglichte 1943 die Übersetzung und
Weitergabe in deutscher Sprache.

Im August 1943 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Föderalis-
tischen Bewegung in Mailand. Sie heiratete später Altiero Spinelli und blieb - als Akti-
vistin, Autorin und Organisatorin - ihr Leben lang dem europäischen Projekt verpflichtet.

1975 gründete sie in Brüssel Femmes pour l'Europe, eine bis heute aktive Organisation
für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Ihre posthum erschienene Autobiografie zieht das Resümee eines Lebens zwischen
Ländern und Identitäten. Europa war für sie keine sentimentale Heimat, sondern eine
politische Überzeugung.

Am 8. Januar 1991 starb Ursula Hirschmann in Rom.

Am 20. Mai 2026 wurde der Platz an der Ruheplatzstraße 3 in Ursula-Hirschmann-Platz benannt. Die Benennung erfolgte durch das Bezirksamt Berlin-Wedding im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde.

Die Veranstaltung wurde mit einem Grußwort der Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger eröffnet. Die Bläserklasse der Wedding-Schule gestaltete den musikalischen Teil der Zeremonie.

Die Quelle beider Bilder auf der Gedenktafel laut:
Bild: Historical Archives of the European Union/AS-210

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