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Informationstafel mit dem Titel 'UNTER DEN LINDEN' zeigt historische Texte und Schwarz-weiß-Abbildungen zur Berliner Straße Unter den Linden

Unter den Linden

Map Unter den Linden

UNTER DEN LINDEN

Die frühen Linden
Die Straße Unter den Linden geht aus einem Reitweg zwischen
Stadtschloss und Tiergarten hervor, der 1647 auf Geheiß des
späteren Großen Kurfürsten planmäßig als Baumallee mit
2.000 Nuss- und Lindenbäumen angelegt wird. Ab 1673 ent-
stehen nördlich der Linden die Dorotheenstadt und südlich
die „Friedrichstadt“. Der Mittelweg der 60 m breiten, sechs-
reihigen, unbefestigten Allee ist den Fußgängern vorbehalten
und wird die erste öffentliche Promenade Berlins. 1734 wird
die Lindenallee nach Westen verlängert und mündet in das
Quarré, seit 1814 Pariser Platz benannt. Mit dem Bau des
neuen Brandenburger Tores durch Carl Gotthard Langhans im
Jahr 1791 bekommt die Allee einen repräsentativen Eingang im
Westen.

Die Promenade 1798–1902
Nach Entwürfen der preußischen Architekten David und
Friedrich Gilly erhält die Mittelpromenade der Linden eine
frühklassizistische Ausstattung, die mehr als 100 Jahre Bestand
hat. Auch werden die Bürgersteige gepflastert und die Allee
1826 als erste Straße Berlins mit der neuen Technik der Gas-
beleuchtung ausgestattet. Um 1820 werden die Bäume von ur-
sprünglich sechs auf vier Reihen reduziert. Ab 1888 kommt es
zu einer komplett neuen Ausstattung mit elektrischen Bogen-
lampen nach einem Entwurf von Prof. Ludwig Schupmann.

Die Prachtstraße 1902–1935
1902 erhalten die Linden ihre geschichtlich reichste Aus-
stattung. Die noch im Straßenraum zwischen Kutsch- bzw.
Reitweg und den Fahrbahnen kümmernden äußeren Baum-
reihen werden gefällt und erstmals auf den verbreiterten
Gehwegen je eine Baumreihe neu angepflanzt. Die Bürgersteige
werden mit aufwändigen Schmuckpflasterungen und moder-
nen Kunststeinplatten befestigt und die Mittelpromenade mit
breiten, durch Gitter gefassten Grünstreifen versehen sowie vor-
nehme Steinbänke, Informationssäulen und Mietstühle auf-
gestellt. In den 20er Jahren entwickeln sich die Linden zu einer
Bühne des geschäftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Die Linden 1936–1989
Unter den Nationalsozialisten werden 1936 die Grünstreifen
entfernt, alle Bäume abgeholzt, vier Reihen Silberlinden neu-
gepflanzt und die Allee für Massenveranstaltungen umgestaltet.
Zum Kriegsende sind die meisten Gebäude stark beschädigt
und die Allee ist mit Trümmerschutt übersät. Bereits zum
300-jährigen Lindenjubiläum 1947 sind erneut junge Silber-
linden nachgepflanzt. Bis Mitte der 60er Jahre werden Gebäude
wieder errichtet, die Mittelpromenade mit einem Betonplatten-
belag versehen und die Schmuckpflasterungen der Kaiserzeit
entfernt.

Die Entwicklung seit 1990
Das moderne Gesicht der Linden, mit den von Prof. Paul Josef
Kleihues entworfenen Kiosken und Informationssäulen, knüpft
an die Gestaltungsqualitäten des frühen 20. Jahrhunderts an.
Zum 350-jährigen Lindenjubiläum 1997 stellte die Gartendenk-
malpflege einen ersten Abschnitt der Mittelpromenade in der
klassischen Aufteilung mit mittlerer Promenadenbefestigung
und seitlichen Grünstreifen wieder her. Nach diesem Vorbild
wurde in den Folgejahren die gesamte Promenade erneuert. Das
Vorhaben, die Bürgersteige – wie schon 1902 – zu verbreitern,
konnte in einem ersten Teilabschnitt zwischen Pariser Platz
und Wilhelmstraße bereits 2002 realisiert werden. Ergänzend
zu den Nachbauten des Schupmann-Kandelabers auf den
Bürgersteigen erhält die Mittelpromenade moderne Mast-
leuchten.

Die Gebäude

STAATSBIBLIOTHEK, UNTER DEN LINDEN 8
Der 1903–14 nach Entwürfen von Ernst von Ihne errichtete
monumentale Bau in den neobarocken Formen wilhelminischer
Repräsentationsarchitektur füllt mit mehreren Innenhöfen ein
ganzes Straßengeviert, die heute zerstörte Kuppel des
großen Lesesaals war größer als die des Domes. Dem Gebäude-
komplex musste der Ende des 17. Jahrhunderts erbaute und
1743 von Johann Boumann d. Ä. veränderte Königliche Marstall
weichen, in dem bis 1901 auch die Akademien der Künste und
der Wissenschaften untergebracht waren.

Der als Gartendenkmal geschützte neobarocke Brunnenhof,
durch den man von der Straße Unter den Linden zum
Haupteingang der Bibliothek gelangt, ist heute noch in seiner
ursprünglichen Form erhalten. Im Zentrum des Hofes befindet
sich ein rundes, von einem schlichten Granitbord gefasstes
Springbrunnenbecken, die umgebenden Wegeflächen sind von
breiten Granitborden begrenzt, an den Schmalseiten des recht-
eckigen Hofes schließen sich Rasenspiegel an. Die Bepflanzung
der Grünflächen mit Blumenbändern und spitzkegeligen Eiben
erfolgte nach historischem Vorbild. Für den Hof charakteris-
tisch ist seit den 1920er Jahren der prächtige Bewuchs mit
wildem Wein.


The Beginnings
Unter den Linden boulevard was originally a bridle path
connecting the Royal Palace to the Tiergarten, which the later
Great Elector laid out in 1647 as an avenue lined with 2,000
nut and linden trees. In 1673, work began on the construction
of two new districts of Berlin: "Dorotheenstadt" to the north of
Unter den Linden and "Friedrichstadt" to the south. The
60 m-wide, unsurfaced avenue with six rows of trees had a
central aisle, which was reserved for pedestrians, and it became
Berlin's first public promenade. In 1734, Unter den Linden
was extended westwards to terminate at the "Quarré", which
was renamed Pariser Platz in 1814. The Brandenburg Gate,
built to plans by Carl Gotthard Langhans in 1791, gave the
avenue a monumental entrance in the west.

The Promenade 1798 - 1902
Plans drawn up by the Prussian architects David and Friedrich
Gilly modelled the central aisle of Unter den Linden in the
early Classical style, and this design endured for more than a
century. Paving stones were laid on the walk and, in 1826, it
was the first street in Berlin where the new gas street lighting
was installed. Around 1820, the six rows of trees were reduced
to four. In 1888, the gas lamps were completely replaced by
electric street lighting, the candelabra lanterns designed by
Ludwig Schupmann.

The Grand Boulevard 1902-1935
In 1902, Unter den Linden received the most lavish re-
modelling in its history. The outer rows of stunted trees between
bridle path and carriage way were taken down and re-planted
for the first time on the pavements, which were widened.
Ornamental paving and modern artificial paving stones were
used in re-surfacing the pavements. On the central aisle, grass
verges enclosed by railings were laid out and elegant stone
benches, pillars displaying information, and chairs for rent
added. In the 1920s, Unter den Linden became an important
arena of business and social life.

Unter den Linden 1936-1989
In 1936, under the National Socialists, the planted areas were
removed, all existing trees felled, four new rows of silver lindens
planted, and the boulevard re-designed for mass rallies. At the
end of the war, the majority of the buildings were badly
damaged and the boulevard was covered in rubble. By 1947,
the tri-centennial of Unter den Linden, young silver lindens
had been planted again. Restoration and work on the buildings
continued until the mid 1960s, the central aisle was paved with
concrete, and the ornamental pavements dating from the
period of the German Empire removed.

Development since 1990
The new look of Unter den Linden boulevard, with kiosks and
pillars for advertisements designed by Paul Josef Kleihues, is a
conscious return to the design qualities of the early 20th
century. On the 350th anniversary of Unter den Linden, the
Historic Gardens section opened the first part of the central
aisle to be restored to its classic form, with a central paved walk
flanked by planted verges. In the following years, the entire
promenade was re-modelled to this pattern. The plan to widen
the pavements, which was done the first time in 1902, was
completed for the section between Pariser Platz and
Wilhelmstraße in 2002. As a contrast to the replicas of the
Schupmann candelabra lanterns on the pavements, modern
street lamps were installed on the central reservation.

The Buildings

STATE LIBRARY, UNTER DEN LINDEN No. 8
Erected 1903-14 according to a design by Ernst von Ihne,
this monumental building in the neo-Baroque style of
Wilhelminian prestige architecture with its several inner
courtyards fills an entire block. The dome of its great reading
room - now destroyed - was larger than that of the cathedral.
Originally, to make way for this building complex, an earlier
building on the site was demolished - the Royal Stables, built
in the late 17th century and extended in 1743 by Johann
Boumann the Elder, which housed the Academies of Art and of
Science until 1901.

The neo-Baroque courtyard with its fountain, which one enters
from Unter den Linden to reach the Library's main entrance, is
listed as a historic garden and preserved in its original state. The
fountain at the centre of the courtyard has a round basin with a
simple rim of granite. The shorter sides of the rectangular
courtyard have grass verges. The bands of flowering plants and
conical-shaped yews belong to the original design and, since the
1920s, a magnificent growth of Virginia creeper adorns the
courtyard.


Origine des "Tilleuls"
L'avenue "Unter den Linden" - "Sous les Tilleuls" a commencé
par être une piste cavalière aménagée en 1647 sur l'ordre du
futur Grand Électeur entre le château de Berlin et le bois de
Tiergarten, sous forme d'allée plantée de 2,000 noyers et
tilleuls. À partir de 1673, deux quartiers se développent de part
et d'autre des "Tilleuls", la "Dorotheenstadt" au nord et la
"Friedrichstadt" au sud. La voie médiane de l'allée non revêtue
celle-ci mesurant au total 60 m de large et comportant six
rangées d'arbres - est réservée aux piétons et c'est ainsi qu'elle
devient la première promenade publique de Berlin. En 1734,
l'allée de tilleuls est prolongée vers l'ouest et débouche sur le
"Quarré", appelé "Pariser Platz" depuis 1814. La construction
en 1791 de la nouvelle Porte de Brandebourg, due à Carl
Gotthard Langhans, dote l'allée d'un accès représentatif côté
ouest.

La promenade 1798-1902
Sur les plans des architectes prussiens David et Friedrich Gilly,
la promenade centrale des Tilleuls revêt un décor néo-classique
qui existe depuis plus de 100 ans. Les trottoirs sont pavés et
l'allée est la première rue de Berlin à être équipée, en 1826, de
cette nouvelle technique qu'est l'éclairage au gaz. Vers 1820, les
rangées d'arbres, à l'origine au nombre de six, sont réduites à
quatre. À partir de 1888, des candélabres électriques dessinés
par le professeur Ludwig Schupmann renouvellent entièrement
l'équipement.

La somptueuse avenue 1902 – 1935
En 1902, les Tilleuls se parent du décor le plus riche du point
de vue historique. Les rangées d'arbres extérieures qui s'étiolent
encore dans l'espace compris entre la piste carrossable ou
cavalière et les chaussées sont abattues; de nouveaux arbres sont
plantés pour la première fois sur les trottoirs élargis. Ceux-ci
sont revêtus de pavements richement ornés et de dalles
modernes en pierre artificielle: la promenade centrale est
pourvue de larges bandes de verdure entourées de grilles, ainsi
que d'élégants bancs de pierre, de colonnes pour affiches et de
chaises à louer. Dans les années vingt, les Tilleuls se muent en
théâtre de la vie commerciale et mondaine.

Les Tilleuls 1936–1989
En 1936, le régime national-socialiste fait supprimer les bandes
de verdure, couper tous les arbres, replanter quatre rangées de
tilleuls argentés et réaménager l'allée pour des manifestations
de masse. Vers la fin de la guerre, la plupart des bâtiments sont
fortement endommagés et l'allée est jonchée de décombres.
Dès 1947, pour le tricentenaire, on replante encore de jeunes
tilleuls argentés. D'ici le milieu des années soixante, les
bâtiments sont reconstruits, la promenade centrale est pourvue
d'un revêtement en plaques de béton et le pavement
ornemental datant de l'époque impériale est enlevé.

Évolution depuis 1990
Le nouveau visage des Tilleuls, agrémenté par les kiosques et les
colonnes pour affiches dus au professeur Paul Josef Kleihues,
fait réapparaître les qualités et le décor du début du XXème
siècle. Pour le 350ème anniversaire des Tilleuls, en 1997,
l'Office chargé de la conservation des parcs et jardins a restauré
un premier tronçon de la promenade centrale dans sa ré-
partition classique avec revêtement au milieu de la promenade
centrale et bandes de verdure sur les côtés. L'ensemble de la
promenade a été rénové sur ce modèle au cours des années
suivantes. Le projet d'élargir à nouveau les trottoirs comme en
1902 a été réalisé dès 2002 sur une première portion comprise
entre la "Pariser Platz" et la "Wilhelmstrasse". Pour compléter
les reproductions du candélabre de Schupmann sur les trottoirs,
la promenade centrale est dotée de lampadaires modernes.

Les bâtiments
LA "STAATSBIBLIOTHEK (BIBLIOTHÈQUE D'ÉTAT)
UNTER DEN LINDEN N° 8
Le bâtiment monumental, édifié de 1903 à 1914 sur des plans
d'Ernst von Ihne dans les formes néo-baroques de l'architec-
ture représentative wilhelminienne et qui comprend plusieurs
cours intérieures, remplit tout un quadrilatère de rues: la
coupole - aujourd'hui détruite - de la grande salle de lecture
était plus grande que celle de la cathédrale. L'Écurie royale
construite à la fin du XVIIème siècle et modifiée en 1743 par
Johann Boumann l'Ancien, qui abritait également les
Académies des Beaux-Arts et des Sciences jusqu'en 1901, dut
céder la place à cet ensemble de bâtiments.

[unleserlich; Übersetzung mit Deepl :
La cour néo-baroque, protégée comme monument de jardin, par
laquelle on peut marcher de la rue Unter den Linden jusqu'à
l'entrée principale de la bibliothèque se trouve toujours dans sa
forme originale. Au centre de la cour se trouve une bordure ronde,
encadrée par une simple bordure de granit, bassin de la fontaine,
les zones de chemin environnantes sont couvertes par de larges bordures
de granit, sur les côtés étroits de la cour rectangulaire
jouxte des miroirs de pelouse. La plantation des espaces verts avec
des rubans de fleurs et des ifs coniques pointus était basée sur des
modèles historiques. Caractéristiques de la cour depuis les
années 1920, la végétation magnifique avec du vin sauvage.]

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte. 

Über dem Gedenktafeltext befindet sich ein Panoramabild mit der Überschrift:
NÖRDLICHE SEITE: VON FRIEDRICHSTRASSE BIS BERLINER DOM, 1820; NORTH SIDE: FROM FRIEDRICHSTRASSE TO BERLINER DOM, 1820; CÔTÉ NORD: DE LA FRIEDRICHSTRASSE AU BERLINER DOM, 1820

Darunter sind die einzelnen Gebäude des Panoramas beschriftet, v.l.n.r.:

FRIEDRICHSTR.
Unter den Linden 14
1820: Privathäuser
seit 1966: Hotel Unter den Linden

Unter den Linden 12
1820: Privathaus
seit 1910: Geschäftshaus

Unter den Linden 10
1820: Gasthof Stadt Rom
seit 1911: Geschäftshaus Römerhof

Unter den Linden 8
1820: Akademie; 1914: Königliche Bibliothek
heute: Staatsbibliothek

Unter den Linden 6
1820: Berliner Universität
heute: Humboldt-Universität

Unter den Linden 4
1820: Neue Wache
1993: Zentrale Gedenkstätte
der Bundesrepublik Deutschland

Unter den Linden 1
1820: Hundebrücke
seit 1824: Schlossbrücke

Die Bildunterschriften der restlichen Bilder entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Die erste öffentliche Promenade Berlins, um 1700
Berlin’s first public promenade, ca. 1700
La première promenade publique de Berlin, vers 1700
[2] Die frühklassizistische Ausstattung der Mittelpromenade, um 1820
The central aisle in the early Classical style, ca. 1820
Le décor néo-classique de la promenade centrale, vers 1820
[3] Die Nordseite der Straße Unter den Linden, 1901
The north side of the Boulevard Unter den Linden, 1901
La vue de Unter den Linden, côté nord, 1901
[4] Leben auf der Mittelpromenade, 1910
Life on the central aisle, 1910
Rencontres sur la promenade centrale, 1910
[5] Die umgestaltete Allee, 1937
The re-designed Boulevard, 1937
L’allée réaménagée, 1937
[6] Befestigung der Mittelpromenade mit Betonplatten, 1978
The central aisle with concrete pavior, 1978
La promenade centrale avec un revêtement en plaques de béton, 1978
[7] Der Gebäudekomplex der Staatsbibliothek, 1914
The State Library building complex, 1914
L’ensemble des bâtiments de la Bibliothèque d’État, 1914
[8] Der neobarocke Brunnenhof, 1914
The neo-baroque courtyard, 1914
La cour néo-baroque, 1914

 

 

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