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Ansicht Gedenktafel Tschaikowski 13

Tschaikowski 13

Map Tschaikowskistraße 13

Tschaikowski 13
über 100 Jahre deutsche Geschichte

Von der Jahrhundertwende
bis zum 2. Weltkrieg
1912, damals lautete die Adresse noch
Kronprinzen-Augusta-Straße 37, wurde an dieser
Stelle das neu erbaute Altersheim für taub-­
stumme Juden eröffnet, ein prachtvolles
Gebäude im Villenstil mit
großem Obstgarten dahinter. Rund 45 bis 50
betagte Juden lebten in der Einrichtung, die
durch Spenden von Stiftungen finanziert
wurde. In dem Haus befand sich auch
ein Betsaal, in dem jüdische Gottesdienste
gefeiert wurden. Mit dem Jahr 1933,
der Machtübernahme der Nationalsozialisten
in Deutschland, verschlechterten sich die
Lebensbedingungen der Juden - auch in dem
Altersheim. Ab 1938 begann der Prozess
der Enteignung des Trägervereins, der
schließlich im Februar 1940 seinen schreck­-
lichen Höhepunkt fand: die „Entjudung“.
Die Heimbewohner wurden zunächst in
andere jüdische Einrichtungen gebracht, die
meisten von ihnen bald darauf in die Konzen­-
trationslager Theresienstadt und Auschwitz
deportiert und ermordet.
Bis zum Ende des Krieges war in dem Haus
eine Schule für Säuglingspflege untergebracht.

Die Zeit der Deutschen
Demokratischen Republik
Nach dem 2. Weltkrieg lag Pankow im
sowjetischen Sektor Berlins. Das nahe­
gelegene Schloss Schönhausen wurde 1949
Amtssitz des Präsidenten der DDR. Wilhelm
Pieck, und rundherum entstand das so
genannte „Pankower Städtchen“ - das bevor­-
zugte Wohngebiet der SED-Funktionäre.
Die Kaiserin-Augusta-Straße wurde in
Tschaikowskistraße umbenannt, und das
Haus Nummer 13 stand Anfang der
50er Jahre im abgeriegelten Sperrbezirk.
Zunächst war es die Sowjetische Botschaft,
ab 1951 war darin der Außenpolitische
Nachrichtendienst (APN) untergebracht, der
ostdeutsche Geheimdienst. Ob noch dessen
Enttarnung seine Nachfolgeorganisationen
weiter in dem Gebäude arbeiteten, ist nicht
bekannt. Auf jeden Fall zogen bald
Wachmannschaften ein, deren Aufgaben
die Sicherung und Kontrolle des „Städtchens“
war. Die prachtvolle Fassade wurde zerstört,
das kunstvolle Dach entfernt und durch
ein weiteres Stockwerk ersetzt – so erhielt
das Haus seine jetzige Form. Gegen Ende
der DDR-Zeit war es ein Dienstgebäude des
Ministeriums für Staatssicherheit, darin
befand sich eine Schule für Fernschul-
fachstudenten, vermutlich eine Ausbildung für
Pesonenschutz.

Nach der Wende
Nach der Wende nutzte das Land Berlin
das Haus Tschaikowskistraße 13 über
einen Verein als Heim für wohnungslose,
ausländische Jugendliche. Die Nutzung hielt
auch noch an, nachdem Ende 203 die
Jewish Material Claims against Germany Inc.
das Objekt nach dem Vermögensgesetz
überschrieben bekam. 2006 versteigerte
diese das Objekt in einer öffentlich
Auktion, 2007 wurde ein Bauantrag auf
Umnutzung in ein Wohn-und Geschäftshaus
umgesetzt. Das Haus beherbergt heute
19 Wohnungen, eine Kita und ein Yoga-
zentrum.

Die Tschaikowski 13 präsentiert sich nach
über 100 Jahren in kubistischer Form
mit schlichter und moderner Anmutung.
Die Struktur von damals ist heute kaum mehr
sichtbar, nur das Treppenhaus und die
Raumhöhen lassen das Baujahr erahnen.

Die Gedenktafel befindet sich zur rechten Seite des Hauses.

Auf der Tafel sind drei Fotografien abgebildet, die Bildunterschriften lauten v.o.n.u.:

Straßenansicht
Vestibül
Schülerinnen beim Gartenunterricht

 

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