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Blaue Informationstafel mit Text und historischen Bildern zum Schloss und Gutsgarten Britz
Britzer Schloss mit umliegendem Garten; im Vordergrund ein Springbrunnen und Pflanzen.

Schloss und Gutsgarten Britz

Map Alt-Britz 73

Geschichte von Schloss Britz
Im 16. Jh. stand an der Stelle des heutigen Schlosses Britz ein Gutshof der
Adelsfamilie Britzke, die seit dem frühen Mittelalter in Britz ansässig war.
Nach einem Brand 1542 wurde auf dessen Fundament ein Fachwerkge-
bäude errichtet und nach dem Dreißigjährigen Krieg gelangten
große Anteile des Gutes an andere Eigentümer.

Im 18. Jh. war Gut Britz im Familienbesitz des hohen preußischen Staats-
beamten CHWALKOWSKI, der das spätmittelalterliche Herrenhaus durch
ein standesgemäßes 2-geschossiges Steinhaus ersetzte. Es folgten ERLACH,
SCHWERIN, ILGEN und INN- und KNYPHAUSEN sowie HERTZ-
BERG, der für seine Familie hinter dem Chor der Dorfkirche ein Mauso-
leum errichten ließ. Letzter adeliger Gutsherr war der mit der Nichte von
HERTZBERG verheiratete Baron von ECKARDTSTEIN. Im 19. Jh. gelangte
Gut Britz in den Besitz bürgerlicher Familien. JOUANNE erweiterte und
überformte Haus und Garten nach dem Geschmack der Zeit. Darauffol-
gend erwarben RIEDEL und der Fabrikant WREDE das Gut. Dieser ließ
das Gebäude 1883 nach Entwürfen von C. Busse umbauen. Seit 1924 ist
Schloss Britz im Besitz der Stadt Berlin. Von 1985-1988 im Auftrag des
Bezirksamtes Neukölln in der heutigen Form wiederhergestellt, wird Schloss
Britz seitdem für vielfältige kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Entwicklung des Gutsgartens

Die Anfänge des Gutsgartens Britz werden um 1690 unter der Gutsherren-
schaft Hans Heine von BRITZKE vermutet. Das Gutshaus war zu dieser
Zeit noch von einem Wassergraben umgeben, der um 1706 aufgefüllt wur-
de, um einen direkten Zugang vom Haus in den Park zu ermöglichen. ER-
LACH und die nachfolgenden Gutsbesitzer schufen durch die Einebnung
und Aufschüttung einen typischen barocken Nutz- und Lustgarten der Mark
nach holländischem Vorbild mit zentraler Lindenallee, Obstquartieren und
durch eine wellenförmige Hecke getrennt, eine Boskettzone.

Sowohl ILGEN als auch HERTZBERG führten bedeutende Neue-
rungen in Britz ein, u. a. den Seidenbau, die Stallfütterung und die Vierfeld-
erwirtschaft. Um 1840 hat JOUANNE, unter Beibehaltung der Mittelallee
zur heutigen Fulhamer Allee hin, den Garten erweitert und landschaftlich
überformt. Die barocke Laubenarchitektur entlang der südlichen Parkseite
sowie das halbrunde „parterre de gazon" vor der Ostfassade des Gutshau-
ses waren bereits nach 1800 vernichtet worden. Ab 1890 ließ WREDE den
Garten durch W. NAHLOP mit zeittypischen Elementen der Gartenkunst
der Jahrhundertwende, wie kurvig geführten Wegen, reicher Pflanzenaus-
stattung, einem Brunnen am Beginn und einem Pavillon am Ende der Mit-
telallee ausstatten. 1924 verkauften die Wrede’schen Erben das Gut an die
Stadt Berlin. In den 30er Jahren setzte die Bebauung der Ländereien des
Gutes ein, u. a. entstand die Hufeisensiedlung Britz. 1950 wurden erhebli-
che Veränderungen im Gutspark vorgenommen, das Wegenetz wurde grob
vereinfacht.

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz/
Gartendenkmalpflege ist im Zeitraum von 1985 - 1988 der Gutspark nach
denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wiederhergestellt worden. Wesentli-
che Elemente der barocken Phase, u. a. die Mittelallee, Teile der nördlichen
Seitenalleen, Reste des ehemaligen Bosketts als hochgewachsene Bäume im
hinteren Teil des Gartens, die ebene Topographie einschließlich der zu Be-
ginn des 19. Jh. geschaffenen Geländemulde am Ende des Parks, das so-
genannte Aha, sind heute noch vorhanden. Von der NAHLOP’schen Anlage
konnten Brunnenfundamente und Teile der alten Wegeeinfassung freigelegt
werden. Die berühmte 1719 von ILGEN in den Britzer Gutspark gepflanz-
te Robinie wurde 1952 aus Altersgründen gefällt, konnte jedoch nachge-
pflanzt werden, der etwa 300 Jahre alte Ginkgobaum ist noch erhalten. Die
von Rudolf Siemering für die kaiserliche Siegesallee geschaffene Büste des
Ministers ILGEN ist 1985 als Kopie im Park aufgestellt worden. Am 8. Mai
1990 wurde der Gutsgarten unter Denkmalschutz gestellt.

1998, anlässlich der 10-jährigen Partnerschaft zwischen dem Staatl. Muse-
um Zarskoje Selo, St. Petersburg (ehemalige Sommerresidenz der Zaren)
und der KULTURSTIFTUNG SCHLOSS BRITZ, wurde im Gutspark ein
Bronzeabguss des um 1816 von Pawel Sokolow für den Park von Zarskoje
Selo modellierten Milchmädchens/„Laitière“ als Brunnenfigur aufgestellt. In
Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin, Gartendenkmalpfle-
ge, dem Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln sowie dem Förderverein
„Freunde und Förderer Schloss Britz e.V.“ konnte der Brunnen in Funktion
gesetzt werden. Aus dem zerbrochenen Krug fließt wie im Park von Pusch-
kin das Wasser in einen von Stauden umgebenen Bach. Ebenso wurde das
Umfeld neu gestaltet, so dass sich der Brunnen in das Gesamtensemble des
Gutsgartens einfügt.

2013 erfolgte im Rahmen der Instandsetzung des gesamten historischen
Ensembles, bestehend aus Kirchteich Britz, Gutshof mit Tiergehegen und
Gutspark, eine abermalige denkmalpflegerische Instandsetzung des Guts-
gartens im Auftrag des Bezirksamtes Neukölln. Ursprünglich bestehende
und mittlerweile teilweise zugewachsene Sichtbeziehungen wurden wieder-
hergestellt. Weg-, Rasen- und Pflanzflächen sowie der Baumbestand überar-
beitet und in Teilen an historischen Standorten ergänzt. Die beiden vor dem
Schloss befindlichen, mittlerweile aus Standsicherheitsgründen abgesetzten
Linden wurden gefällt und an selber Stelle nachgepflanzt. Zwei direkt am
Brunnen befindliche Linden wurden ebenfalls entfernt, um den nun freige-
stellten Brunnen als ein zentrales Gestaltungselement zu stärken. In Anleh-
nung an einen ehemals vorhandenen historischen Teepavillon wurde zudem
im hinteren Parkbereich in Verlängerung der Lindenallee ein neues Pendant
ortsgleich aufgestellt.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte. 

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Schloss Britz um 19161
[2] Gutsgarten Britz, Historische Robinie um 19352
[3] Schloss Britz, Zwischennutzung als Waisenhaus um 19343
[4] Gutsgarten Britz um 19884

Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Abbildungsverzeichniss
1,2,3,4 Bildersammlung Museum Neukölln
5 Entwurfsplan Gutsgarten Britz, Berlin 2013
Verfasser buenger LA - atelier für gestaltung und gartenarchitektur mit hochC LANDSCHAFTSARCHITEKTUR

Literatur:
v. Krosigk, K.-H. Der Garten zu Britz, Berlin 1998
Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.) Gartenkunst Berlin 20 Jahre Gartendenkmalpflege in der Metropole. Berlin 1999
Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.) Berlin Grün- Historische Gärten sind Parks in der Stadt, Berlin 2000

 

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