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Ansicht Gedenktafel Savignyplatz
Ansicht Gedenktafel Savignyplatz - Bild 1

Savignyplatz

Map Savignyplatz

SAVIGNYPLATZ
Der Savignyplatz, genannt nach Friedrich Carl von Savigny (1779-1861, bedeuten-
der deutscher Rechtsgelehrter), weist bereits im Hobrecht-Plan von 1862 einen
geometrischen Platzgrundriss auf; er wurde jedoch erst zu Ende des ausgehenden
Jahrhunderts als „Rasenschmuckplatz“ formuliert und angelegt, wobei die Durch-
querung der Kantstraße den Blockplatz traditionell in zwei spiegelbildliche Hälften
teilt.
Im Jahre 1926 plante der damalige Charlottenburger Stadtgartendirektor
Erwin Barth [(1880-1933) von 1912-25 Stadtgartendirektor von Charlotten-
burg, 1926-29 Stadtgartendirektor von Groß-Berlin, Professor an der TU
Berlin und Direktor des Institutes für Gartengestaltung an der Landwirtschaft-
lichen Hochschule Berlin)] die Platzanlage entsprechend den gewandelten
Zielvorstellungen der Gartenkunst in einen „regelmäßigen Erholungs- und
Gartenplatz“ um. Durch eine gleichmäßige, höhenabgestufte Bepflanzung auf
beiden Platzhälften erzielte Barth eine beeindruckende räumliche Situation,
die die optische Trennung durch die Kantstraße weitgehend aufhob. Die Anlage von
Staudenrabatten und „Lauben“ - als raumbildende und verbindende Elemente – sollte
darüber hinaus den mit privatem Grün unterversorgten Bürgern die Atmosphäre
eines ,,Hausgartens“ vermitteln. Der Savignyplatz wurde 1926/27 ausgeführt und
durch Barths Nachfolger in Charlottenburg, Felix Buch, teilweise ergänzt und
weiterentwickelt; u. a. wurden 1928 die Plastiken von Prof. August Kraus „Knabe
mit Ziege“ auf der nördlichen Platzhälfte unter Betonung und in Sichtbeziehung
der Achse Knesebeckstraße aufgestellt. In Folge der Zerstörungen während des
2. Weltkrieges legte man den Platz in veränderter Form 1945 neu an.
Aus Anlass der umfangreichen gartendenkmalpflegerischen Aktivitäten des Senats
zur 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin im Jahre 1987 wurde der Savignyplatz in den
Jahren 1985/86- betreut von der Landschaftsarchitektin Hannelore Kossel - restau-
riert und danach unter Denkmalschutz gestellt. Die Anlage ist damit ein weiteres
Beispiel für die gelungene Wiederherstellung eines Stadtplatzes in Berlin, der auch
nach weitgehend originalgetreuer Rekonstruktion den heutigen Nutzungsansprü-
chen in hohem Maße gerecht wird.

Savignyplatz
Savignyplatz, named after Friedrich Carl von Savigny (1779-1861, an important
jurist and historian), appears in James Hobrecht's 1862 plans for the expansion
of Berlin as a geometrical square although it was not laid out and designated an
ornamental green space until the end of the nineteenth century. The square is divided
into two mirrored halves by the Kantstrasse.
In 1926/1927 Charlottenburg's director of public gardens, Erwin Barth (1880-
1933), planned to redesign Savignyplatz as a “regular green space for relaxation”
in line with the changed ideas of public garden design. Barth arranged plants and
shrubs in regular tiers on both halves of the square which created an impressive spatial
situation that largely offset the optical separation of the square by the Kantstrasse.
Additionally, the beds of herbaceous plants and arbours sought to suggest the
atmosphere of a private house garden to Berlin's citizens whose access to green
spaces was severely limited. Savignyplatz was developed further and supplemented
by Barth's successor as Charlottenburg's director of public gardens, Felix Buch.
He installed two sculptures by August Kraus, titled Boy with Goat, on the north side,
accentuating the visual axis to the Knesebeckstrasse. After the square was damaged
during the Second World War, it was laid out in 1945 in a changed design.
Savignyplatz was then restored in 1985/1986 as part of the extensive programme of
preserving historic gardens and monuments to celebrate the 750th anniversary of
the city of Berlin in 1987 and designated a listed monument.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Entwurfsplan von Erwin Barth 1926 (Foto: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin) Plan by Erwin Barth 1926 (photograph: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin)
[2] „Knabe mit Ziege“, zwei Plastiken von August Kraus, um 1930 (Landesbildstelle Berlin)
Knabe mit Ziege (Boy with Goat), two sculptures by August Kraus, ca. 1930 (Landesbildstelle Berlin)
[3] ,,Rasenschmuckplatz“ 1907, vor der Umgestaltung durch Erwin Barth 1926, Postkarte
Ornamental square with lawns, 1907, before Erwin Barth redesigned Savignyplatz in 1926, postcard
[4] Staudenrabatten um 1935 (Foto: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin)
Herbaceous borders ca. 1935 (photograph: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin)

Impressum:
Finanzierung der Tafel / Information board funded by: Landesdenkmalamt Berlin, Gartendenkmalpflege
Redaktion, Text und Bildauswahl / Editorial, Text, Selection of Photographs: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt
Layout: HORTEC Berlin
Tafelneudruck 2016

Literaturhinweise:
Kossel, H.: Wiederherstellung des Savignyplatzes im Bezirk Charlottenburg (Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, 1986)
Krosigk, K. von: Die gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung des Savignyplatzes in Berlin
(in: Gartendenkmalpflege Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz (Hrsg.), 1987)

 

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