Samoastrasse
Map Pekinger Platz
1905 wurde diese Straße nach der Kolonie Deutsch-Samoa [durchgestrichen: Wort] (1900–1914) benannt. Die Kolonie umfasste die Inseln Upolu, Savaii, Apolima und Manono. Bereits in den Jahrzehnten vor der Kolonisierung Samoas bereicherten sich dort deutsche Unternehmen im Plantagengeschäft. Das Unterzeichnen von Kolonialverträgen 1900 erleichterte ihnen den Landraub sowie den Zugriff auf natürliche Ressourcen und steigerte ihre Profite. Der Zusammenschluss samoanischer Familienoberhäupter verhinderte die Verpflichtung von Samoaner*innen zur körperlichen Arbeit auf Plantagen und Infrastrukturbaustellen. Deshalb wurden Arbeiter*innen aus Melanesien, Mikronesien und aus China, zum Teil für Zwangsarbeit, auf Schiffen nach Samoa gebracht.
In 1905, this street was named after the colony of German-Samoa [deleted: word] (1900–1914). The colony comprised the islands of Upolu, Savaii, Apolima, and Manono. Even in the decades prior to Samoa's colonization, German companies enriched themselves there in the plantation business. The signing of colonial treaties in 1900 made it easier for them to steal land and exploit natural resources, and it raised their profits. The alliance of Samoan heads of families prevented Samoans from being forced to perform bodily labor on plantations and infrastructure construction sites. For this reason, workers from Melanesia, Micronesia, and China, were brought to Samoa on boats, sometimes for forced labor.
ANTIKOLONIALER WIDERSTAND
Angeführt von Laulaki Namulau'ulu Mamoe organisierte sich die samoanische „Mau a Pule“-Bewegung mit dem Ziel der Unabhängigkeit. Ihre Anführer*innen wurden von den Deutschen 1908 auf die Marianen verbannt.
Samoanerinnen protestierten gegen die Rassenhygiene [durchgestrichen: Wort]-Kampagne des Siedlers Carl Eduard Michaelis, der Beziehungen zwischen weißen [kursiv: Wort] Deutschen und Samoaner*innen verbieten lassen wollte und deren Kinder rassistisch herabwürdigte. Junge samoanische Mitarbeiter*innen der Kolonialverwaltung forderten 1914 eine mit den Deutschen gleichberechtigte Stellung. Ihr Anführer Taio Tolo wurde nach Neuguinea abgeschoben.
ANTI-COLONIAL RESISTANCE
The Samoan "Mau a Pule" movement I, which was led by Laulaki Namulau'ulu Mamoe, organized itself with the goal of independence. Its leaders were banned to the Mariana Islands by the Germans in 1908. Samoan women protested against the racial-hygiene [deleted: word] campaign of the settler Carl Eduard Michaeli, who wanted to forbid relationships between white [italic: word] Germans and Samoans and who racially demeaned their children. Young Samoan employees within the colonial administration demanded parity with the Germans in 1914. Their leader Taio Tolo was deported to New Guinea.
„Mau“ bedeutet „unerschütterlich“. Das Motto der Bewegung war „Samoa mo Samoa“ (Samoa für die Samoaner*innen). Pule war ein Zusammenschluss von politischen Führer*innen der Elite Samoas.
“Mau” means “unwavering”. The movement´s motto was “Samoa mo Samoa” (Samoa to the Samoans). Pule was an association of political leaders from Samoa´s elite.
1906 griff Sitivi, ein Samoaner, mit antikolonialer Motivation deutsche Siedler*innen an, und 1914 folgte die Fitafita-Aktion, bei der vier junge samoanische Polizisten einige deutsche Siedler*innen niederschossen. Darüber hinaus protestierten Arbeiter*innen wiederholt gegen die alltägliche, auch physische Gewalt, durch das Plantagenmanagement.
In 1906, Sitivi, a Samoan with anticolonial motivations, attacked German settlers, followed by the Fitafita attacks of 1914 in which four young Samoan police officers shot down some German settlers. Beyond this, workers repeatedly protested against the daily, and physical, violence of the plantation management.
Die Tafel steht auf einem steinernen Sockel. Die Tafel zeigt im Hintergrund eine Fotographie von Lauaki Namuau`ulu Mamoe aus circa 1909 von Thomas Andrew, welches im unteren rechten Bereich der Tafel nochmal detailliert zu erkennen ist (Bildnachweis collections.tepapa.govt.nz, Reg.Nr. O.001123/01). Im linken Bereich der Tafel wird die Geschichte der ehemaligen Kolonie Deutsch-Samoa skizziert, sowie die Folgen der Kolonialisierung erläutert. Auch die Zwangsarbeit von Arbeiter*innen aus Melanesien, Mikronesien und China wird erwähnt. Im rechten Bereich der Tafel wird der antikoloniale Widerstand der Samoanerinnen thematisiert und die „Mau a Pule“-Bewegung erklärt. Die Gedenkstele wurde mit fünf weiteren am 25.09.2025 im Rahmen des Projektes „Dekoloniale – was bleibt?“ des Teams Erinnerungsort Kolonialismus am Stadtmuseum Berlin unter dem Namen „Wege des Erinnerns“ enthüllt.

