Rudolf Nissen
Map Luisenstraße 64
Rudolf Nissen war deutscher Chirurg jüdischer
Abstammung an der Charité. Er emigrierte 1933 nach
Istanbul. Die Türkei war eines der ersten Länder,
das vom nationalsozialistischen Regime verfolgte
Wissenschaftler und vereinzelt auch Wissenschaft-
lerinnen aufnahm und ihnen hohe Positionen im Zuge
der Universitätsreform anbot. Bis heute wird Nissen
in der Türkei als prägende Persönlichkeit der Chirurgie
angesehen. 1939 ging er in die USA, 1951 wurde er auf
den Lehrstuhl für Chirurgie in Basel berufen. Sein
Lehrbuch diente Generationen von Ärztinnen und
Ärzten weltweit als Einstieg in die Chirurgie.
Am 9. September 2025 wurde am Charité Notfallzentrum Mitte – Rudolf-Nissen-Haus auf dem Campus Charité Mitte eine Gedenktafel für den Chirurgen Rudolf Nissen enthüllt. Die Tafel ist an der Westseite des Gebäudes, in unmittelbarer Nähe zur Liegendanfahrt der zentralen Notaufnahme, angebracht.
Im Rahmen der Veranstaltung verlas Prof. Ulrich Frei, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Charité, ein Grußwort von Timothy O. Nissen, dem 86-jährigen Sohn Rudolf Nissens, der seine Wertschätzung für die Ehrung zum Ausdruck brachte.
Die Enthüllung erfolgte durch Mitglieder des Vorstands und der Fakultätsleitung der Charité – darunter Dekan Prof. Joachim Spranger, Vorstand Krankenversorgung Prof. Martin E. Kreis, Prof. Ulrich Frei, Prof. Martin Möckel sowie Prof. Susanne Michl – gemeinsam mit S.E. Gökhan Turan, dem Botschafter der Republik Türkei in Deutschland. Anwesend waren zudem zahlreiche ärztliche und pflegerische Mitarbeitende der Charité.
Rudolf Nissen wirkte von 1927 bis zu seiner Emigration nach Istanbul im Jahr 1933 als Erster Oberarzt und außerordentlicher Professor an der Chirurgischen Universitätsklinik der Charité.
