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Weiße Porzellantafel mit blauer Schrift für das Atelier ringl + pit
Ulrike Lauber hält die Laudatio vor einem Hauseingang, Menschen stehen davor.
Ein Bewegtbild der Tafelenthüllung durch Nora Hogrefe und Birgit Jammes
Ulrike Lauber, Cerstin Richter-Kotowski und Georg Friedrichs stehen vor der Gedenktafel
Die Porzellantafel hängt an der Hausfassade zwischen zwei Fenstern

ringl + pit

Elberfeld 9.5.1904 - Buenos Aires 24.12.1999 / Karlsruhe 20.4.1906 - New York City 30.7.2004

Map Schönhauser Straße 18a

Von 1929 bis 1933 war hier das Fotoatelier
ringl + pit
Die Kosenamen ihrer Kindheit wählten Grete Stern (1904 — 1999)
und Ellen Rosenberg, später Auerbach, (1906 — 2004) als
Name für ihr Studio. Gemeinsam experimentierten sie in der
professionellen Anfangszeit mit Portrait- und Werbefotografie.
1933 endete ihre Arbeits- und Wohngemeinschaft. Beide
Jüdinnen entschieden, das nationalsozialistische Deutschland
zu verlassen. Nach der Emigration in unterschiedliche Länder
verfolgte jede ihren eigenen fotografischen Weg.

Die Berliner Gedenktafel wurde am 22. September 2025 enthüllt, sie ist an der Hausfassade rechts von der Eingangstür befestigt. Zur Enthüllung sprachen Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur, Georg Friedrichs, Vorstandsvorsitzender GASAG AG und Ulrike Lauber, Architektin und Fotografin sowie Freundin von Ellen Auerbach. Die Laudatio Ulrike Laubers kann unter 'Material' nachgelesen werden.

„Wir arbeiteten zusammen. Wir nannten uns ringl + pit, das waren Kindernamen, die uns geblieben waren und dieser Name hat sich bis heute bewahrt. So ein Bild hieß dann Studio ringl + pit, fotografiert von Grete Stern oder von Ellen Rosenberg, oder von beiden zusammen, es gab dann drei Möglichkeiten…“, so äußerte sich Grete Stern 1992 über die gemeinsame Arbeit mit Ellen Rosenberg (später verheiratete Auerbach). Die Gedenktafel erinnert an dieses Fotoatelier in der Schönhauser Straße 18a in Steglitz. Hier entstanden erste professionelle Arbeiten. Beeinflusst von ihrem Lehrer Walter Peterhans experimentierten sie mit dem „Neuen Sehen“, der zeitgenössischen Stilrichtung der Fotografie. Beide kamen aus jüdischen Familien und verließen bereits 1933 das nationalsozialistische Deutschland in unterschiedliche Länder. Jede ging ihren eigenen, individuellen Weg als Fotografin.
Grete Stern (1904–1999) studierte zunächst Grafik und arbeitete auch in der Branche. 1927 ging sie nach Berlin und begann eine Fotoausbildung bei Walter Peterhans. Dort lernte sie 1929 Ellen Rosenberg (1906–2004) kennen, die sich nach einem abgebrochenen Bildhauereistudium ebenfalls von Peterhans unterrichten ließ. Als ihr Lehrer ans Bauhaus berufen wurde, kaufte Grete Stern die Studioeinrichtung. Gemeinsam gründeten die beiden Frauen das Studio ringl + pit. Jenseits des Neuen Westens, wo Fotografinnen wie Frieda Riess, Lotte und Ruth Jacobi, Yva und andere arbeiten, experimentierten sie künstlerisch-ästhetisch mit dem Medium Fotografie. Sie erzielten erste Erfolge auf dem Gebiet der Werbe- und Portraitfotografie, arbeiteten mit der Agentur Mauritius und einige Fotografien erschienen in der Zeitschrift Gebrauchsgrafik. 1933 gewannen sie den ersten Preis der Exposition Internationale de la Photographie et du Cinéma in Brüssel. Zeitweise studierte Grete Stern bei Walter Peterhans in der Fotoklasse am Bauhaus. 
1933 trennten sich die künstlerisch-fotografischen Wege von Grete Stern und Ellen Rosenberg. Grete Stern emigrierte nach London und 1936 mit ihrer Familie nach Argentinien, wo sie als Fotografin und Lehrbeauftragte für Fotografie arbeitete. Ellen Rosenberg lebte zunächst in Palästina, ging 1935 mit ihrem Mann nach London und New York. In den folgenden Jahren war Ellen Auerbach als Fotografin und Lehrerin für Fotografie aktiv. Trotz der räumlichen Trennung blieben die beiden Fotografinnen lebenslang befreundet.
Gerade die enge Zusammenarbeit von Grete Stern und Ellen Rosenberg, die Vermischung von Leben und Arbeit, fasziniert bis heute die öffentliche und wissenschaftliche Wahrnehmung, sowohl in der feministischen Forschung als auch in den Queer Studies.

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