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Ansicht Gedenktafel Opfer der nationalsozialistischen Diktatur
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Opfer der nationalsozialistischen Diktatur

Map Seestraße 92/93

Hier ruhen
295
Opfer
der
national
sozialistischen Diktatur

Die Inschrift steht auf einer großen, liegenden Muschelkalkplatte im mittleren Teil des Friedhofs.

Die gezeigten Bronzeplatten mit den Namen und Lebensdaten der Opfer, wurden 1997 durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ergänzt.

2025 wurden durch das Sachgebiet Erinnerungskultur und Geschichte im Bezirksamt Mitte von Berlin weitere Nachforschungen zu dem Grab und den hier bestatteten Opfern des Nationalsozialismus durchgeführt. Diese bestätigten, dass Opfer aus den Konzentrationslagern Dachau, Buchenwald und Flossenbürg, in den Zuchthäusern Plötzensee und Brandenburg Hingerichtete, 39 unbekannte Frauen aus dem Frauengefängnis Bessemer Straße und vereinzelte zivile Opfer, Zwangsarbeiter*innen und Soldaten in dem Grab bestattet sind. Der Großteil (über 150) der hier bestatteten Opfer wurden im Zuge der sogenannten „Aktion T4“ 1940-41 in den Tötungsanstalten Brandenburg/Havel, Pirna/Sonnenstein und Bernburg im Gas erstickt.

Im Laufe der Aktion T4 unternahm das nationalsozialistische Regime den Versuch, den Massenmord an den in psychiatrischen Einrichtungen untergebrachten Menschen zu vertuschen. Todesdaten wurden in der Regel um 2-3 Wochen nach hinten korrigiert, um auch weiterhin Pflegegelder für die Verstorbenen beziehen zu können und eine auffällige Häufung von Todesfällen zu vertuschen. Zudem tauschten die sechs Tötungsanstalten Akten von Patientinnen und Patienten untereinander aus, um Tode möglichst fernab der Wohnorte der Opfer zu beurkunden und den Hinterbliebenen Nachforschungen zum Tod ihrer Verwandten zu erschweren. Die auf den Bronzeplatten vermerkten Todesdaten wurden stichprobenartig untersucht und mit Dokumenten aus den Tötungsanstalten abgeglichen. Dabei bestätigte sich die Diskrepanz von 2-3 Wochen. Es ist daher davon auszugehen, dass hier die durch das nationalsozialistische Regime gefälschten Todesdaten reproduziert wurden.

Das Sachgebiet Erinnerungskultur und Geschichte arbeitet weiterhin daran, die Hintergründe des Grabes zu erforschen und plant eine Veröffentlichung zu diesem Thema.

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