NS-Verbrechen an Kriegsgefangenen
Map Badensche Straße 50-51
VERBRECHEN AN
KRIEGSGEFANGENEN
In dem 1939 errichteten Gebäude
Badensche Straße 50-51 befand
sich von 1940 bis 1944 die
Abteilung “Kriegsgefangenen-
wesen des Oberkommandos
der Wehrmacht”. Sie diente
der Organisation des Lager-
systems sowie der Verwaltung
des Alltags in Kriegsgefange-
nenlagern. Während des Kriegsverlaufs stieg die Zahl der
Gefangenen und mit ihr die Bedeutung und Ausstattung
der Abteilung.
Bereits im Vorfeld des Angriffs
auf Polen 1939 plante die
Abteilung bewusst eine
mangelhafte Versorgung der
Kriegsgefangenen, ab Herbst 1941
reduzierte sie die Verpflegungs-
sätze drastisch. Zwangsarbeit,
unmenschliche Lebensum-
stände, körperliche Züchtigung
und willkürliche Erschießungen gehörten zum Haftalltag.
Während der Ausweitung des deutschen Krieges nach Westen
und Osten gerieten ab 1940 mindestens 1,9 Millionen Men-
schen in deutsche Kriegsgefangenschaft. Sie stammten aus
Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Polen, England,
den USA, Jugoslawien, Griechenland, Italien und aus
Kolonialgebieten. Den Höhepunkt der deutschen Aggression
bildete der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion 1941
bis 1945. Rund 5,7 Millionen Angehörige der Roten Armee
wurden gefangen genommen, über drei Millionen von
ihnen starben.
Die Behandlung in den Lagern widersprach internationalen
Konventionen und basierte auf der nationalsozialistischen
Rassenpolitik. Die Abteilung “Kriegsgefangenenwesen”
in der Badenschen Straße lenkte die Gefangenschaft,
Ausbeutung und Ermordung von Millionen Menschen.
Im Jahr 1944 wurde die Abteilung aufgrund zunehmender
Luftangriffe nach Torgau verlegt.
Weitere Informationen
auf der Webseite
www.berlin.de/ba-ts/gedenktafeln
Auf dem linken, rot gehaltenen Teil der Tafel steht senkrecht von unten nach oben: Erzählen / Erinnern / Gedenken und TEMPELHOF-SCHÖNEBERG
In den rechtsbündig gehaltenen Text eingeblockt sind drei Fotos. Die in rot gehaltenen Bildunterschriften lauten (v. o. n. u.):
Das Gebäude in der Badenschen Straße 50-51 im Jahr 1943
Kriegsgefangene aus den französischen Kolonien, um 1940
Sowjetische Soldaten in einem Kriegsgefangenenlager bei
Smolensk, August 1941
Eingeweiht wurde die an einem im Boden verankerten Pfosten befestigte Tafel am Rande des Vorhofs der Hochschule für Wirtschaft und Recht am 17.7.2025 nach Grußworten von Bezirksstadtrat Tobias Dollase und Prof. Dr. Jens Hermsdorf (Präsident der Hochschule) und einer Ansprache des Historikers Dr. Stefan Petke in Anwesenheit von Bezirksstadtrat und stv. Bezirksbürgermeister Matthias Steuckardt, Herrn Botschaftsrat Philippe Potjes (Belgien), Frau Gesandte Panagiota Konstantinopoulou (Griechenland) und Frau Botschaftsrätin Natalia Chernopaschenko (Ukraine).

