Maji-Maji-Allee
Map Manga-Bell-Platz
PETERSALEE [durchgestrichen: Wort] [deleted: word]
Die Maji-Maji [kursiv: Wort]-Bewegung (1905 bis 1907) ist eine der wichtigsten antikolonialen Widerstandsbewegungen in Ostafrika. Über Sprach- und regionale Grenzen hinweg schlossen sich ihr mehr als 20 Gemeinwesen an, um gegen die deutsche Kolonialherrschaft zu kämpfen. Die Maji-Maji [kursiv: Wort]-Bewegung breitete sich über eine Fläche aus, die etwa der Größe Deutschlands entspricht. Kinjikitile, eine medizinische, moralische und spirituelle Autorität, gab den Impuls für die Bewegung. Die dahinter stehende Idee der übergreifenden Allianzen in einer geeinten Gesellschaft zog viele Kämpfer*innen an. Die deutsche Kolonialadministration schlug die Bewegung nicht nur militärisch nieder, sondern entwickelte eine „Politik der verbrannten Erde“. Sie beinhaltete das Niederbrennen von Dörfern und Feldern sowie die Plünderung von Ernten. In der Folge starben von den bis zu 300.000 Kriegstoten viele an Hunger.
One of the most important anticolonial resistance movements in East Africa is the Maji-Maji [italic: word] movement (1905 to 1907). More than 20 communities joined forces in order to fight against German colonial rule. The Maji-Maji [italic: word] movement spread across an area that roughly equals the size of Germany. The impetus for the movement was given by Kinjikitile, a medical, moral, and spiritual authority figure. Many fighters were attracted by the underlying idea of cross-border alliances in a united society. The German colonial administration not only violently suppressed the uprising militarily, but it also developed a scorched-earth policy that included burning villages and fields as well as plundering crops. As a result, of the up to 300,000 people killed in this war, many died of hunger.
Carl Peters (*1856 †1918) war einer der grausamsten deutschen Kolonisatoren. Er gründete die Gesellschaft für deutsche Kolonisation [kursiv: Wort] und später den Alldeutschen Verband. Beide Organisationen warben für den Auf- und Ausbau eines deutschen Kolonialreichs. Mit einer Söldnertruppe zog Peters 1884 selbst durch Ostafrika und brachte durch Drohungen, Gewalt und Betrug Gebiete unter seine Kontrolle – die Grundlage für die 1885 beginnende Kolonialherrschaft über Deutsch-Ostafrika [durchgestrichen: Wort]. Im Rahmen der kolonialen NS-Propaganda ehrten ihn die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren mit Straßennamen.
One of the most brutal German colonizers was Carl Peters (*1856 †1918), who founded the Gesellschaft für deutsche Kolonisation [italic: word] [Society for German Colonization] and later the Alldeutschen Verband [italic: word] [Pan-German League]. Both organizations campaigned for the establishment and expansion of a German colonial empire. Peters himself moved through East Africa with a group of mercenaries in 1884 and brought areas under his control using threats, violence and fraud – the basis for the colonial rule over German East Africa [deleted: word] that began in 1885. The National Socialists honored him with street names and monuments in the 1930s as a part of colonial Nazi propaganda.
Die Tafel steht auf einem steinernen Sockel und zeigt im Hintergrund großflächig ein Bild der Abschlusskundgebung des Maji-Maji-Gedenkzuges am 27.05.2005 in Berlin der den Opfern des Kolonialkrieges von 1905 bis 1907 im heutigen Tansania gewidmet war. Das Bild ist auch im kleinen auf der rechten Tafelhälfte abgebildtet, wobei auch der im Zuge des Gedenkenzuges erschaffene Schriftzug „MAJI MAJI KRIEG“ des Künstlers Hüseyin Arda Erwähnung findet (Bildnachweis Ralf Gründer Berlin).
Die Bildunterschrift lautet:
Am 27. August 2005 fand in Berlin die Abschluss-
kundgebung des MaJi-Maji-Gedenkzuges statt,
der den Opfern des Kolonialkrieges von 1905 bis
1907 in Deutsch-Ostafrika [durchgestrichen: Wort], dem heutigen Tansania,
gewidmet war. Der abgebildete Schriftzug „MAJI
MAJI KRIEG“ wurde von dem Künstler Hüseyin Arda
gestaltet.
A memorial march for the victims of the 1905 - 1907
Maji Maji War in German East Africa [deleted: word] (present-day
Tanzania) culminated in a Berlin rally on August 27,
2005. The depicted inscription “MAJI MAJI KRIEG“
[MAJI MAJI WAR] was designed by the artist
Hüseyin Arda.
Im Vordergrund der Tafel steht eine schriftliche Zusammenfassung der Maji-Maji Widerstandsbewegung und ihres Wirkens, daneben werden die Kolonialverbrechen des urssprünglichen Namensgebers Carl Peters zusammengefasst. Die Gedenkstele wurde mit fünf weiteren am 25.09.2025 im Rahmen des Projektes „Dekoloniale – was bleibt?“ des Teams Erinnerungsort Kolonialismus am Stadtmuseum Berlin unter dem Namen „Wege des Erinnerns“ enthüllt.
Unerwähnt bleibt, dass die Petersallee auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Wedding vom Frühjahr 1986 umgewidmet wurde und seit dem 23.7.1986 mit der Anbringung neuer Erläuterungsschildchen auch sichtbar an den Nazi-Gegner und Mitbegründer der CDU Hans Peters (Berlin 5.9.1896 - Köln 15.4.1966) erinnerte.

