Lou Scheper-Berkenkamp
Map Bogotastraße 18
LOU SCHEPER-BERKENKAMP
15.5.1901 - 11.4.1976
Die Bauhäuslerin war eine vielseitige Künstlerin - privat und
beruflich. Sie zeichnete, malte und fotografierte, schrieb und
illustrierte Kinderbücher, veröffentlichte Fachbeiträge und
verfasste Bildbriefe. Nach 1959 arbeitete sie mit namhaften
Architekten. So übernahm sie die Farbgestaltung der Innenräume
der Berliner Philharmonie und der Walter-Gropius-Schule.
Das Bauhaus-Archiv ehrte sie 2012 mit einer Ausstellung.
Gefördert durch die GASAG AG
Die Berliner Gedenktafel wurde am 28. Mai 2026 enthüllt, sie ist an der Hausfassade links von der Eingangstür befestigt. Zur Enthüllung sprachen Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur, Dr. Meike Birkenmaier, Leiterin Personal GASAG AG und Benjamin Scheper, der Enkelsohn der Geehrten.
„Phantastiken“ – unter diesem Titel ehrte das Bauhaus-Archiv die Bauhäuslerin Lou Scheper-Berkenkamp 2012 erstmals mit einer monografischen Ausstellung. Präsentiert wurde ein vielseitiges Werk mit Malerei, Bilderbögen, Illustrationen, Kinderbüchern und privaten Bildbriefen, in denen sie Verspielt-Fantastisches mit handwerklichem Können, geprägt durch das Bauhaus, verband. Darüber hinaus veröffentlichte sie journalistische Fachbeiträge mit Abbildungen und realisierte als Wandgestalterin verschiedene Projekte mit namhaften Architekten.
Am 15. Mai 1901 in Wesel geboren, kam sie als eine der ersten Schülerinnen an das Bauhaus nach Weimar und lernte hier zwei Jahre lang. In der Werkstatt für Wandmalerei traf sie Hinnerk Scheper, den sie später heiratete und mit ihm drei Kinder bekam. Ihre eigenen künstlerischen Arbeiten stellte sie zugunsten der Familie zurück. Als ihr Mann 1925 als Bauhausmeister berufen wurde, beteiligte sie sich mit Entwürfen zum Triadischen Ballett von Oskar Schlemmer an der Gestaltung von Gemeinschaftsräumen des Bauhauses in Dessau. Auf einer beruflichen Reise nach Moskau, wo Hinnerk Scheper mit einer Beratungsstelle für Farbe in der Architektur und im Stadtbild beauftragt war, begleitete und unterstützte sie ihn, veröffentlichte Beiträge zum Thema. 1931 kehrte das Ehepaar ans Bauhaus zurück, die berufliche Situation wurde wegen des erstarkenden Nationalsozialismus schwierig. Nach der erzwungenen Schließung des Bauhauses 1933 arbeiteten die Schepers freiberuflich und zogen sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Nach Kriegsende zog die Familie nach Berlin. Während Hinnerk Scheper zum Landeskonservator ernannt wurde, veröffentlichte Lou Scheper-Berkenkamp illustrierte Kinderbücher, zeigte ihre Werke in Ausstellungen, engagierte sich im Ausstellungswesen West-Berlins und organisierte sich in Berufsverbänden.
Nach dem Tod ihres Mannes 1957 arbeitete sie als architektonische Farbgestalterin. Für Hans Scharoun entwarf sie Foyer und Treppenräume der Philharmonie, für die Walter-Gropius-Schule mit Kindergarten Räume und Mosaikwände. Zu weiteren Aufträgen zählten das Ägyptische Museum, die Dorfkirche in Zehlendorf, der Flughafen Tegel, aber auch überregionale Projekte wie das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg und das Theater Wolfsburg. Während der Arbeiten an der Staatsbibliothek in West-Berlin starb sie am 11. April 1976.
Das Bauhaus prägte Lou Scheper-Berkenkamps Leben und Werk entscheidend. In einer Rückschau von 1971 formulierte sie: „Ein Fragment, ohne Zweifel, dieses unser nun schon legendäres Bauhaus, verklärt durch den Reiz des Unvollendeten. Aber noch heute bewegender als manches, was zu Ende geführt wurde und erstarrt ist.“






