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Auf dem oberen Schild steht Lilli-Flora-Park, darunter ist Text zu Lilli Flora Borchardt.

Lilli-Flora-Park

Berlin 25.1.1926 - Riga 22.10.1942

Map Pallasstraße 7

Lilli-Flora-Park
Lilli Flora Borchardt wurde 1926 in einer jüdischen Familie geboren.
Mit ihren Eltern und Geschwistern lebte sie ab ca. 1935 in der Pallasstr. 12.
Zuvor hatte der Vater unter dem Druck der politischen Verhältnisse
seine Woll- und Strickwarenfabrik verkaufen und den Wohnsitz in
Nikolassee aufgeben müssen. Mitte 1941 wurde die Familie zwangsweise
in die Ebersstraße 18 umgesetzt, wo sie zur Untermiete in zwei Zimmern
wohnte.
Von dort wurde Lilli Flora am 19. Oktober 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter
nach Riga deportiert und nur wenige Tage später in den umliegenden
Wäldern ermordet. Zu diesem Zeitpunkt waren der Vater und der ältere
Bruder bereits nach Minsk deportiert worden. Nur ihre jüngere Schwester
überlebte den Holocaust, sie wurde 1939 durch einen Kindertransport
nach England gerettet.

Der heutige Lilli-Flora-Park hieß früher „PallasPark“ und wurde am 15. Juli 2017 im Rahmen der schöne[w]ort-tage offiziell umbenannt. Grundlage dafür war ein Beschluss des Kulturausschusses der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg. Mit der Namensgebung wird an Lilli Flora Borchardt erinnert, die 1926 in der Pallasstraße 12 geboren wurde und 1942 von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurde.

Zur Einweihungsfeier reisten Verwandte der Familie Borchardt aus Israel an. Gila Rozenstein, die Tochter von Lillis überlebender Schwester, hielt eine Rede. Bezirksstadträtin Christiane Heiß betonte in ihrer Ansprache, wie wichtig es sei, sich an die ehemaligen Nachbarn zu erinnern. Vor dem Haus Pallasstraße 12 erinnern Stolpersteine an das Schicksal der Familie Borchardt.

Der Park selbst entstand Ende der 1990er Jahre auf einem ehemaligen Parkplatz neben dem Pallasseum. Im Rahmen des Programms Soziale Stadt wurde er zu einem lebendigen Nachbarschaftspark mit etwa 0,3 Hektar Fläche umgestaltet.

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