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Informationstafel zur Liebermann-Villa am Wannsee mit Text, historischen Fotos und QR-Code zur Erhaltung und Pflege des historischen Gartens
Zweistöckige Villa mit Säulen am Eingang, grünen Fensterläden und Efeu an der Fassade, im Hintergrund ein See und kahle Bäume

Liebermann-Villa am Wannsee

Map Colomierstraße 3

Die Liebermann-Villa am Wannsee - Erhaltung und Pflege des historischen Gartens
The Liebermann Villa on Lake Wannsee - Maintaining the Historical Garden

Mit der Gründung der Max-Liebermann-
Gesellschaft 1995 wurde das Wirken und
künstlerische Erbe Max Liebermanns (1847 -
1935) 60 Jahre nach seinem Tod aner-
kannt und mit der Instandsetzung seines
Grundstücks am Wannsee begonnen. Lie-
bermann gehörte zu den Mitbegründern
der Berliner Secession, war ab 1920 Prä-
sident der Akademie der Künste und ein
höchst erfolgreicher Maler, der nach 1933
als Mitglied einer jüdischen Familie jedoch
verfemt wurde und 1935 verbittert in Ber-
lin starb.

Von seinem Hauptwohnsitz am Branden-
burger Tor – 1844 vom Schinkel-Schüler
August Stüler erbaut – zog es Liebermann
und seine Familie nach der Jahrhundert-
wende hinaus in die Kulturlandschaft vor
den Toren Berlins, in die „Colonie Alsen“.
Hier erwarb er 1909 ein etwa 7000 qm
großes Grundstück. Er beauftragte den
Messel-Schüler Paul Baumgarten mit
der Errichtung eines Sommerhauses. Zur
Gestaltung des reformorientierten Land-
hausgartens ließ er sich von Alfred Licht-
wark, damals Direktor der Hamburger
Kunsthalle, beraten. Lichtwark forderte
in einer Zeit der inhaltlichen Neuorientie-
rung der deutschen Gartenkunst die Ablö-
sung des Lenné'schen Landschaftsgartens
und eine Renaissance des reformorientier-
ten architektonischen Gartens.

Die Berliner Gartendenkmalpflege hatte
sich in den 1980er-Jahren mit der Erfor-
schung der bedeutenden Villenkolonie
Alsen befasst und der damals weitgehend
verwilderte Liebermann-Garten wurde
schon 1987 unter Denkmalschutz gestellt.

Ein Gartenarchitekt wurde 1994 mit einer
Untersuchung beauftragt, in der erst-
mals die Genese dieser hochbedeutenden
Anlage ausführlich dargestellt und damit
Grundlagen für die weithin anerkannte
gartendenkmalpflegerische Wiederher-
stellung gelegt.

Die Max-Liebermann-Gesellschaft nimmt
sich seitdem mit ihrem engagierten Gärt-
ner sowie zahlreichen Ehrenamtlichen
einer gartendenkmalgerechten Erhaltung
des wertvollen Gartens an. Finanziert wird
ihre Arbeit durch Eintrittstickets in die
Liebermann-Villa, die Mitgliedsbeiträge
der Max-Liebermann-Gesellschaft sowie
zahlreiche Unterstützer, wie der v.-Hin-
ckeldey-Stiftung. Garten und Villa sind seit
2006 öffentlich zugänglich. Die Villa selbst
ist ein Kunstmuseum, das Max Liebermann
und seiner Zeit gewidmet ist.

With the founding of the Max Liebermann
Society in 1995, and the start of work to
reconstruct his house and garden at Wann-
see, the life and work of the painter Max
Liebermann (1847-1935) found official
recognition in Berlin. Liebermann was
among the founders of the Berlin Secession
movement and from 1920 the president
of the Berlin Academy of Arts. Persecuted
after 1933 on grounds of his Judaism,
Liebermann died in Berlin in 1935. The
family's main residence was directly beside
the Brandenburg Gate in the centre of
Berlin. In 1909 they engaged the architect
Paul Baumgarten to build them a summer
home on the banks of Lake Wannsee. In
the design of the garden Liebermann was
advised by the then-director of the Ham-
burger Kunsthalle, Alfred Lichtwark. Licht-
wark was a leading figure in the move
towards a reformed, architectural garden
design.

In 1987 the grounds of the Liebermann
Villa were listed as a historical monument.
In 1994 a historian was appointed to att-
empt a reconstruction of the long-des-
troyed garden. This research provided
the basis for the garden's physical rebuil-
ding. Today the Liebermann Society – with
their professional gardener assisted by
a team of volunteers – continues to pre-
serve the Liebermann garden. This work is
funded by the entrance tickets to the Lie-
bermann Villa, by the yearly dues of the
society's members, and by external sup-
porters such as the von Hinckeldey Foun-
dation. In 2006 the property opened to
the public, the villa itself serving as a
museum to Liebermann and his times.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Max Liebermann vor der Loggia in Wannsee / Max Liebermann in front of the loggia in Wannsee, 1914, MLG
[2] Das Rondell im ovalen Heckengarten / The round bed in the hedge garden, 1927, aus / from: Haus, Hof und Garten, 49. Jg., Nr. 29, Foto: S. Frank
[3] Fassade des Sommerhauses von Max Liebermann / Facade of Max Liebermann's summer house, 1911, MLG

Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
www.liebermann-villa.de
Tafel finanziert von der v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin.
Die v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin (errichtet 1993) fördert
die Pflege preußischer Kulturdenkmäler in Berlin und
Brandenburg sowie unterstützt in Not geratene Angehörige
der Polizei von Berlin.

Impressum / Legal Notice März 2023:
Text: Dr. Ing. Klaus-Henning von Krosigk, Berlin, Dr. Lucy
Wasensteiner, Direktorin der Liebermann-Villa am Wannsee
Koordination, Redaktion / Editors: Christa Ringkamp, Berlin
Layout: Ringkamp Design, Hannover

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