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Informationstafel im Lehnepark mit Text, Karten und Fotos zur Geschichte und Gestaltung des Parks
Kirchturm mit Fachwerk und rotem Dach hinter einer hohen Mauer aus unregelmäßigen Steinen und einem Informationsschild davor

Lehnepark

Map Lehnepark

Lehnepark

Jahrhundertelang befand sich auf der Fläche
des heutigen Spielplatzes im Lehnepark der
alte Gutshof des Rittergutes Tempelhof. Spä-
testens im 18. Jahrhundert gab es hier wohl
auch einen Küchengarten mit regelmäßig
angelegten Beeten. Archive zeugen davon,
dass es sogar eine Orangerie mit Orangen-,
Lorbeer- und Granatapfelbäumen gab. Noch
älter ist der Teich im Park, der seinen Ursprung
in einer ausgedehnten eiszeitlichen Seen-
landschaft hat. Hier tummelte sich einst das
Gutsgeflügel.
Als man den Gutshof zu Ende des 19. Jahrhun-
derts auflöste und das Land parzellierte, wurde
der kleine Park mit der Dorfkirche bewahrt.
Eine stattliche Allee zog sich damals noch vom
Gut bis in den Bosepark. Reste dieser alten Kas-
tanienallee sind auf dem heutigen Spielplatz
erhalten. Letzter Gutsbesitzer war Wilhelm
Lehne (1836–1910), dem der Park sowie der
Wilhelmsteich ihre Namen verdanken.
1913 erwarb die Gemeinde Tempelhof den
Gutsgarten der Familie Lehne und legte
einen öffentlichen Park an. Es entstanden der
Löwenbrunnen und der Spielplatz. Da sich
das Gelände im Norden noch in Privatbesitz
befand, war es anfänglich nicht möglich, den
Teich zu umrunden. Erst nach 1930 wurde die
Uferpromenade angelegt.
Der Park erlitt im Zweiten Weltkrieg starke
Schäden und die angrenzende Kirche wurde
zerstört. Mit ihrem veränderten Wiederauf-
bau wurde auch der Park wiederhergestellt.
In den 1980er Jahren erweiterte man den Park
um die erhöht liegenden Obstwiesen. Die
Obstbäume stammen hier teilweise noch aus
den alten Privatgärten. Es erfolgten weitere
Umgestaltungen und die Anlage verwilderte
langsam. 2020 begannen gartendenkmal-
pflegerische Wiederherstellungen, um den
Park in Anlehnung an die Historie wieder-
zuerwecken.

For hundreds of years, an estate of the Knights
Templar existed on the site of today's play-
ground in the park. By the 18th century at the latest,
there was a kitchen garden here laid out in
symmetrical beds. Archive material shows
that there was even an orangery with orange,
pomegranate, and bay trees. The park's pond
is even older and originates from the Ice Age.
The estate's poultry once fluttered about here.
When the estate was dissolved at the end of
the 19th c. and the land was divided up, the
small park with the village church was pre-
served. At that time, there was a stately avenue
from the estate to the Bosepark. Remnants of
this old horse chestnut avenue are preserved
on the playground. The last owner of the estate
was Wilhelm Lehne (1836–1910), for whom
the park and the Wilhelmsteich are named.
In 1913, the borough of Tempelhof acquired
the garden and created a public park. The Lion
Fountain and a playground were added. As
the land to the north was still privately owned,
initially it was not possible to walk around the
pond. The embankment promenade was not
built until after 1930.
The park was severely damaged during World
War II, and the church was destroyed. When
it was rebuilt in a different style, the park was
also restored. In the 1980s, the park was ex-
tended to include the orchards. Some of the
fruit trees are from the old private gardens.
Later the grounds gradually became over-
grown. In 2020, work commenced to restore
the park inspired by its history.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte. 

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Bebauungsplan für Tempelhof/Development plan for Tempelhof, 1872
(Plan: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Fachbereich
Vermessung und Geoinformation)
[2] Imposante Trauerweiden am Ufer rahmen den Blick zur Kirche/Stately weeping willows on the bank frame the view of the church, 1939 (Quelle/Source: Bezirksamt Tempelhof Schöneberg von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt-Fachbereich Grünflächen, Foto/Photo: Paul Schulz, Nr./No. 80)
[3] Spielplatz mit den Resten der alten Kastanienallee und der Dorfkirche/Playground
with the remainder oft the old horse chestnut avenue and the village church, vor/pre-
1943  (Quelle/Source: Bezirksamt Tempelhof Schöneberg von Berlin, Straßen- und
Grünflächenamt - Fachbereich Grünflächen, Foto/Photo: Waldemar Titzenthaler)
[4] Die alte Roßkastanienallee vom Bosepark zur Dorfkirche und zum Gutshof/ The old horse chestnut avenue from Bosepark to the village church and the estate, Postkarte gelaufen 19.06.1905/postcard mailed 19 June 1905, vor/pre-1905 (Quelle/Source: Archiv A. Werner)
[5] Löwenbrunnen/Lion Fountain, 1928 (Quelle/Source: Bezirksamt Tempelhof Schöneberg von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt - Fachbereich Grünflächen, Foto/Photo: Paul Schulz, Nr./No. 26)

Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Literatur/ Literature: Werner, Anke 2021: Parkpflegewerk Lehnepark, Alter Park, Franckepark in Berlin Tempelhof, Landschaftsarchitektur Werner, unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des/ unpublished survey commissioned by Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg, FB Grünflichen, Berlin

Impressum/Legal Notice
Herausgeber/Publisher: Landesdenkmalamt
Berlin, Gartendenkmalpflege & Bezirksamt
Tempelhof Schöneberg von Berlin,
Straßen- und Grünflächenamt – Fachbereich
Grünflächen
Text, Bildauswahl/picture selection:
Landschaftsarchitektur Werner, Berlin, 2021

 

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