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Die blaue Informationstafel mit Text, historischen Fotos und QR-Code steht vor der Parochialkirche.

Klosterviertel mit Parochialkirche und Kirchhof

Map Klosterstraße / Parochialstraße

Klosterviertel mit Parochialkirche und Kirchhof

Im historischen Zentrum Berlins liegt das
Klosterviertel, neben dem Nikolaiviertel
einer der ältesten Stadtteile. Ein Rest der
mittelalterlichen Stadtmauer hat sich an
der Waisenstraße erhalten. An die ehemals
geschlossene Bebauung an der Innenseite
der Stadtmauer erinnern drei Wohnhäu-
ser, die nach Kriegszerstörungen 1961-63
weitgehend originalgetreu wieder aufge-
baut wurden. In den Häusern befindet sich
das bekannte Lokal „Zur letzten Instanz".
Zu den historischen Besonderheiten des
Klosterviertels zählen der Molkenmarkt als
ältester Marktplatz Berlins und die Ruine
der Klosterkirche, eine der letzten vor-
handenen gotischen Sehenswürdigkeiten
der Stadt neben der St. Nikolaikirche und
der St. Marienkirche. Das „Graue Kloster"
der Franziskaner-Mönche wurde infolge
der Reformation (in Berlin 1539) aufgelöst
und sein Besitz säkularisiert. Ab 1574 war
in den Gebäuden das „Berlinische Gymna-
sium zum Grauen Kloster" untergebracht.
Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, blieb
- als Mahnmal des Krieges - nur die Ruine
der Klosterkirche bestehen.
Weitere historisch bedeutende Gebäude im
Umfeld sind das Rote Rathaus (erbaut 1861-
1869 von Hermann Friedrich Waesemann)
und das Alte Stadthaus (erbaut 1902-1911
nach Plänen von Ludwig Hoffmann) sowie
die Parochialkirche (erbaut 1695-1714 von
Johann Amold Nering, Martin Grünberg,
Jean de Bodt und Philipp Gerlach).
Die Parochialkirche, ein außergewöhn-
liches Beispiel barocker Berliner Sakral-
bauten, wurde 1703 für die Reformierte
Gemeinde Zur Aufnahme des
Glockenspids, das König Friedrich Wilhelm l.
gestiftet hatte, erhielt sie 1713/14 ihren
Turm. In den folgenden Jahrhunderten
wurde das Carillon, auch bei Konzerten mit
beleuchtetem Turm, regelmäßig gespielt.
Im Mai 1944 setzten Bomben Turm und
Kirchenschiff in Brand, nur zwei der 37 GIO-
cken des Carillons blieben übrig.
Seit 1990 wurde der schwer beschädigte
Kirchenbau von der Evangelischen Kir-
chengemeinde St.Petri-St.Marien denk-
malgerecht wiederhergestellt. Für den
Wiederaufbau des Kirchturms in seiner
historischen Gestalt sammelte der Ver-
ein Denk mal an Berlin e. V. die finan-
zielten Mittel, außerdem förderte die
Deutsche Stiftung Klassenlotterie Ber-
lin das Projekt. 2016 konnte dem Kloster-
viertel sein markantestes Wahrzeichen
und eines der bedeutendsten Beispiele
der Berliner Barockkunst zurückgegeben
werden — die Kirchturmspitze mit Glocken-
spiel und Uhrengeschoss. So wie einst alle
preußischen Könige durch regelmäßige
Zuschüsse für die Erhaltung des Glocken-
spiels sorgten, hat Hans Wall, dieser Tradi-
tion folgend, mit einer Spende ermöglicht,
dass das Glockenspiel neuerlich die Besu-
cher des Klosterviertels und der Parochial-
kirche erfreut.
Der Kirchhof der Parochialkirche gehört zu
den wenigen erhaltenen Friedhöfen in der
historischen Mitte Berlins. Das Ensemble
aus Parochialkirche und Kirchhof ist heute
ein Ort der Ruhe und des Glaubens sowie
ein vielfältig genutzter Veranstaltungsort.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Sie befindet sich an der Ecke Klosterstraße / Parochialstraße vor der Parochialkirche. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte. 

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Graues Kloster im Jahr 1890 (Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotoarchiv)
[2] Die Parochialstraße, Blick nach Westen, im Hintergrund die Türme der Nikolaikirche, um 1890
(Quelle: Ev. Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien)
[3] Die Parochialkirche mit Glocken- und Uhrengeschoss im Turm,
um 1930 (Quelle: Ev. Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien)
[4] Die Parochialkirche im Zustand ohne Turmspitze. 2013
(Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotograf: Wolfgang Bittner)

Impressum:
Denk mal an Berlin e.V.
Finanzierung der Tafel:
v.-HinckeIdey-Stiftung
Konzeption. Redaktion: HORTEC Berlin
Layout: ringkamp kommunikationsdesign
Mai 2018

 

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