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Ansicht Gedenktafel Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
Ansicht Gedenktafel Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche - Bild 1

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Map Rankestraße 35

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Das neuromanische Bauwerk der Gedächt-
niskirche, gefördert von Kaiser Wilhelm
II., wurde 1891-95 durch den Architekten
Franz Schwechten errichtet. Die 1906 fer-
tiggestellte Eingangshalle im Westturm
verknüpft in ihrem Bildprogramm das
Gedenken an Kaiser Wilhelm I. mit einer
Genealogie des Hauses Hohenzollern.
All dies wurde im Zweiten Weltkrieg stark
beschädigt. 1955 entschieden sich das
Kuratorium der Gedächtniskirche und
der Berliner Senat für einen Architekten-
wettbewerb. Egon Eiermann, einer der
bekanntesten Architekten der alten Bun-
desrepublik, wurde 1957 durch Protest der
Bevölkerung genötigt, den ruinösen West-
turm in seine avantgardistischen Planun-
en aus Stahl und Beton zu integrieren.
Die zwischen 1959 und 1961/63 realisierte
Lösung beschrieb er als „Spiel des Neuen
um das Alte herum“ - der Ruinenturm ist
nun an seiner Westseite von der achtecki-
gen neuen Kirche und dem Foyer, an der
Ostseite von einem sechseckigen Glocken-
turm und einer intimen Kapelle umgeben.
Eiermann war von frühen Betonkirchen
Frankreichs, Bauten Ludwig Mies van der
Rohes und von japanischer Architektur ins-
piriert. Für die starkfarbigen, blau schim-
mernden Dickgläser der doppelschaligen
Kirchenwände arbeitete er eng mit dem
französischen Glaskünstler Gabriel Loire
zusammen.
Das Ensemble ist ein Hauptwerk der Nach-
kriegsmoderne und neben der Kathedrale
von Coventry das bedeutendste Ruinen-
mahnmal Europas. Als täglich geöffnete
Stätte des Gebetes, des Gottesdienstes und
der Musik ist die Gedächtniskirche auch ein
Ort des Dialogs und der Versöhnung.


The neo-Romanesque Kaiser Wilhelm
Memorial Church, initiated by Kaiser Wil-
helm II, was built by the architect Franz
Schwechten (1891-95). The vestibule of the
West Tower, completed in 1906, had dec-
orations that combined commemoration
of Kaiser Wilhelm I with the history of the
House of Hohenzollern.
The church was badly damaged during
World War II. In 1955 the church's advisory
committee and the Senate of Berlin de-
cided to hold an architectural design com-
petition. The winner, Egon Eiermann, one
of the best-known architects of the old Fed-
eral Republic of Germany, was compelled
in 1957 to integrate the ruined West Tower
into his avant-gardist plans for a building of
steel and concrete because of citizens' pro-
tests. The finalised design, erected 1959-
1961/1963, Eiermann described as “the
new playing around the old”; to the ruined
tower the octagonal new church and a foyer
was added on its west side, and a hexago-
nal bell tower and quiet chapel on its east
side. The new church's double-glazed walls
of predominantly blue slabs of glass are the
fruit of Eiermann's collaboration with the
French stained glass artist Gabriel Loire.
The ensemble of the Memorial Church is a
major work of post-war modernism. Along
with Coventry Cathedral, it is one of the
most important war memorials in Europe
and a site of dialogue and reconciliation.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts in Kooperation mit Denk mal an Berlin e.V., Verein zur Förderung der Denkmalpflege. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche auf dem damaligen Auguste-Viktoria-Platz,
Luftbild um 1934
Kaiser Wilhelm Memorial Church on the former Auguste-Viktoria Square, aerial
photo ca. 1934 (Quelle/source: Landesarchiv Berlin)
[2] Altarbereich mit Christusfigur des Bildhauers Karl Hemmeter
Altar area with Christ statue of the sculptor Karl Hemmeter
(Fotonachweis/Photo credits: Katharina Dorn, publicon Verlagsgesellschaft mbH)
[3] Stahlskelett des neuen Kirchengebäudes von Egon Eiermann neben der
Turmruine, 1960
Steel frame of the new church building by Egon Eiermann next to the ruined tower, 1960 (Fotonachweis/ Photo credits: Fritz P. Krueger, Berlin)
[4] Innenansicht der Kapelle
Interior of the chapel
(Fotonachweis/Photo credits: Katharina Dorn, publicon Verlagsgesellschaft mbH)
[5] Innenansicht der Gedenkhalle; im Hintergrund: Christusfigur aus der alten Kirche,
Ikonenkreuz der russisch-orthodoxen Kirche und Nagelkreuz von Coventry
Interior of the Memorial Hall; in the background: Christ statue from the old church,
icon cross of the Russian Orthodox Church and the Coventry Cross of Nails
(Fotonachweis/ Photo credits: Katharina Don, publicon Verlagsgesellschaft mbH)

Impressum:
Evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-
Kirchengemeinde Berlin
www.gedaechtniskirche-berlin.de
Text: Prof. Dr. Kai Kappel, IKB Humboldt-
Universität zu Berlin
Konzeption/Redaktion: HORTEC Berlin
Layout: ringkamp kommunikationsdesign
September 2016
Mit freundlicher Unterstützung der Mitglieder der
AG City

 

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