zurück zur Suche
zurück
Julie Elisabeth Amalia von Voß
Buch/Berlin 24.7.1766 - Berlin 25.3.1789
Map Schlosspark Buch
Gedenkstein für Julie Elisabeth Amalia von Voß
mehrere Mitglieder der Familie von Voß waren bei Hofe
angestellt. Die Tante war Hofdame und der Onkel Hofmar-
schall bei der Königin Elisabeth Christine (1715—1797),
der Frau Friedrich II. (1712—1786). Die Königin ist als Tauf-
patin in der Taufurkunde von Elisabeth Amalia eingetragen.
Ihre Mutter starb, als sie erst anderthalb Jahre alt war. Mit
17 Jahren wurde Elisabeth Amalia am Hof der Königin als
Hofdame aufgenommen.
Am Hofe der Königin lernte sie den Kronprinzen, den
späteren König von Preußen (1744—1797), Friedrich
Wilhelm II. kennen, der sich heftig in sie verliebte.
Über drei Jahre widerstand sie seinem Werben. Am 7. April
1787 wurde die morganatische Ehe zur linken Hand voll-
zogen, da der König bereits in zweiter Ehe verheiratet war.
In Kreisen der Fürstenhäuser war es seit dem 13. Jahr-
hundert möglich sich — oft als Doppelehe — mit einem Part-
ner von niedrigerem Stand zu vermählen. Die Nachkommen
aus diesen Verbindungen waren in der Regel nicht erbbe-
rechtigt. Die zeitgenössische Literatur beschäftigte sich
umfassend mit dieser Liebesgeschichte. In ihren Memoiren
verwendet die Tante, Sophie Marie Gräfin von Voß (1729—
1814), bei der Beschreibung dieser Liebesgeschichte aus
unbekannten Gründen den Beinamen „Julie“.
Im November des Jahres 1787 erhob Friedrich Wilhelm II.
Julie von Voß in den Grafenstand als Gräfin von Ingenheim.
Nach der Fehlgeburt wurde der gemeinsame Sohn Gustav
Adolf Wilhelm von Ingenheim (1789—1855) geboren. Die
Niederkunft erfolgte in Berlin im Stadtschloss in dem für
sie eigens eingerichteten Zimmer. Der König, glücklich
über die Geburt seines Sohnes, schenkte ihr 50.000 Taler
und ein Bildnis mit Diamanten. Kurz nach der Geburt
ihres Kindes erkrankte Julie von Voß schwer an Lungen-
tuberkulose. Sie erlag ihrem Leiden erst 22-jährig am 25.
März 1789. Beerdigt wurde sie auf eigenen Wunsch in der
Schlosskirche ihrer Familie in Buch.
Das Grab soll sich im Kircheninneren vor dem Altar befun-
den haben. Bei Öffnung des Grabes im Jahre 1891 konnten
keine Gebeine an diesem Ort gefunden werden.
Ihr Bruder Otto von Voß (1755—1823) ließ für sie durch
den Architekten Hans Christian Genelli (1763—1823) um
1795 im Park einen Gedenkstein errichten. Er ist im Stil
einer antiken römischen Grabanlage gestaltet und trägt
die Aufschrift: „Soror optima — amica patriae — vale“
(„Beste Schwester — Freundin des Vaterlandes — Lebewohl“).
Die marmorne Reliefplatte zeigt einen Todesengel, der
eine lächelnde Sterbende in sein Gewand einhüllt.
Der Architekt des Gedenksteins Hans Christian Genelli
stammt aus einer aus Italien eingewanderten Handwerker-
und Künstlerfamilie.
Sein Bruder Janus Genelli (1761—1813), der möglicherweise die
Marmorplatte entworfen hat, war Landschaftsmaler und
Zeichenlehrer. Zu seinen Schülerinnen und Schülern
zählten neben der Königin Luise von Preußen (1776—1810)
auch der Graf Adolf Wilhelm von Ingenheim. Der Sohn von
Julie von Voß lebte sehr zurückgezogen am preußischen
Hof. Seine Leidenschaft galt der Kunst. Er lebte zeitweise
in Rom und baute dort eine große Sammlung mit antiker
Kunst auf. Er förderte Künstler seiner Zeit, unter anderem
Bonaventura Genelli (1798—1868), den Sohn von Janus.
Der Freundschaft des Grafen Ingenheim mit dem Maler
Johann Erdmann Hummel (1769—1852) haben wir drei
Gemälde des Schlossparks zu verdanken, die die Situation
im 19. Jahrhundert sehr detailreich zeigen.
Der Gedenkstein wurde 1956 wegen mutwilliger Beschä-
digung abgetragen. Die marmorne Reliefplatte gelangte
in das Märkische Museum und wurde viele Jahre in der
Friedrichwerderschen Kirche ausgestellt.
Die v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin in Zusammenarbeit mit
dem Land Berlin ermöglicht die Wiederaufstellung des
Gedenksteins.
Für weitere Informationen: QR-Code scannen und den
Schlosspark Buch anhand des Parkplans erschließen.
mehrere Mitglieder der Familie von Voß waren bei Hofe
angestellt. Die Tante war Hofdame und der Onkel Hofmar-
schall bei der Königin Elisabeth Christine (1715—1797),
der Frau Friedrich II. (1712—1786). Die Königin ist als Tauf-
patin in der Taufurkunde von Elisabeth Amalia eingetragen.
Ihre Mutter starb, als sie erst anderthalb Jahre alt war. Mit
17 Jahren wurde Elisabeth Amalia am Hof der Königin als
Hofdame aufgenommen.
Am Hofe der Königin lernte sie den Kronprinzen, den
späteren König von Preußen (1744—1797), Friedrich
Wilhelm II. kennen, der sich heftig in sie verliebte.
Über drei Jahre widerstand sie seinem Werben. Am 7. April
1787 wurde die morganatische Ehe zur linken Hand voll-
zogen, da der König bereits in zweiter Ehe verheiratet war.
In Kreisen der Fürstenhäuser war es seit dem 13. Jahr-
hundert möglich sich — oft als Doppelehe — mit einem Part-
ner von niedrigerem Stand zu vermählen. Die Nachkommen
aus diesen Verbindungen waren in der Regel nicht erbbe-
rechtigt. Die zeitgenössische Literatur beschäftigte sich
umfassend mit dieser Liebesgeschichte. In ihren Memoiren
verwendet die Tante, Sophie Marie Gräfin von Voß (1729—
1814), bei der Beschreibung dieser Liebesgeschichte aus
unbekannten Gründen den Beinamen „Julie“.
Im November des Jahres 1787 erhob Friedrich Wilhelm II.
Julie von Voß in den Grafenstand als Gräfin von Ingenheim.
Nach der Fehlgeburt wurde der gemeinsame Sohn Gustav
Adolf Wilhelm von Ingenheim (1789—1855) geboren. Die
Niederkunft erfolgte in Berlin im Stadtschloss in dem für
sie eigens eingerichteten Zimmer. Der König, glücklich
über die Geburt seines Sohnes, schenkte ihr 50.000 Taler
und ein Bildnis mit Diamanten. Kurz nach der Geburt
ihres Kindes erkrankte Julie von Voß schwer an Lungen-
tuberkulose. Sie erlag ihrem Leiden erst 22-jährig am 25.
März 1789. Beerdigt wurde sie auf eigenen Wunsch in der
Schlosskirche ihrer Familie in Buch.
Das Grab soll sich im Kircheninneren vor dem Altar befun-
den haben. Bei Öffnung des Grabes im Jahre 1891 konnten
keine Gebeine an diesem Ort gefunden werden.
Ihr Bruder Otto von Voß (1755—1823) ließ für sie durch
den Architekten Hans Christian Genelli (1763—1823) um
1795 im Park einen Gedenkstein errichten. Er ist im Stil
einer antiken römischen Grabanlage gestaltet und trägt
die Aufschrift: „Soror optima — amica patriae — vale“
(„Beste Schwester — Freundin des Vaterlandes — Lebewohl“).
Die marmorne Reliefplatte zeigt einen Todesengel, der
eine lächelnde Sterbende in sein Gewand einhüllt.
Der Architekt des Gedenksteins Hans Christian Genelli
stammt aus einer aus Italien eingewanderten Handwerker-
und Künstlerfamilie.
Sein Bruder Janus Genelli (1761—1813), der möglicherweise die
Marmorplatte entworfen hat, war Landschaftsmaler und
Zeichenlehrer. Zu seinen Schülerinnen und Schülern
zählten neben der Königin Luise von Preußen (1776—1810)
auch der Graf Adolf Wilhelm von Ingenheim. Der Sohn von
Julie von Voß lebte sehr zurückgezogen am preußischen
Hof. Seine Leidenschaft galt der Kunst. Er lebte zeitweise
in Rom und baute dort eine große Sammlung mit antiker
Kunst auf. Er förderte Künstler seiner Zeit, unter anderem
Bonaventura Genelli (1798—1868), den Sohn von Janus.
Der Freundschaft des Grafen Ingenheim mit dem Maler
Johann Erdmann Hummel (1769—1852) haben wir drei
Gemälde des Schlossparks zu verdanken, die die Situation
im 19. Jahrhundert sehr detailreich zeigen.
Der Gedenkstein wurde 1956 wegen mutwilliger Beschä-
digung abgetragen. Die marmorne Reliefplatte gelangte
in das Märkische Museum und wurde viele Jahre in der
Friedrichwerderschen Kirche ausgestellt.
Die v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin in Zusammenarbeit mit
dem Land Berlin ermöglicht die Wiederaufstellung des
Gedenksteins.
Für weitere Informationen: QR-Code scannen und den
Schlosspark Buch anhand des Parkplans erschließen.
Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.
Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Julie von Voß, die spätere Gräfin von Ingenheim,
Foto 1904 nach einem Gemälde
[2] Gräfin Ingenheim, Foto nach einem Stich
von J. F. Boldt
[3] Gedenkstein für Julie von Voss um 1920
[4] Gedenkstein für Julie von Voß, Postkarte um 1910
[5] Reliefplatte am Gedenkstein
Angaben zu Impressum:
Auftraggeber: Landesdenkmalamt Berlin,
Gartendenkmalpflege
Text: Wolfgang Krause
Gestaltung: eckedesign
