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Jüdische Hausbewohner

Breite Straße 33

Das Haus Breite Straße 33
Während der nationalsozialistischen Verfolgung der jüdischen
Bevölkerung von 1933 bis 1945 wohnten im Haus Breite Straße 33
mehrere jüdische Familien. Louis Salomon, der letzte Vorsteher der
jüdischen Gemeinde Spandaus, versammelte drei Generationen
seiner Familie in dem von ihm errichteten Gebäude. Auch
Wohnung und Praxis des jüdischen Arztes Dr. Rudolf Mansbacher
und zwei weitere Praxen jüdischer Ärzte befanden sich in diesem
Haus. Für kurze Zeit lebte hier auch der Rabbiner Dr. Arthur
Löwenstamm. Neun jüdische Bewohner des Hauses konnten der
Verfolgung nicht entkommen. Sie wurden zwischen 1942 und 1944
deportiert und in Auschwitz ermordet.
Jugendgeschichtswerkstatt Spandau 2014

Louis Salomon 1872-1955 deportiert, emigriert nach Israel
Ernestine Salomon 1879-1954 deportiert, emigriert nach Israel
Zilka Salomon 1879-1943 deportiert und in Auschwitz ermordet
Gerhard Salomon 1904-1943 deportiert und in Auschwitz ermordet
Leonie Salomon 1912-1943 deportiert und in Auschwitz ermordet
Marta Tarnowski 1873-1944 deportiert und in Auschwitz ermordet
Hans Tarnowski 1905-1943 deportiert und in Auschwitz ermordet
Julius Weiss 1893-1943 deportiert und in Auschwitz ermordet
Margot Weiss 1899-1943 deportiert und in Auschwitz ermordet
Fritz Weiss 1921-1943 deportiert und in Auschwitz ermordet
Hans Weiss 1923-2002 geflohen nach Israel
Anita Rosenheimer 1907-1992 geflohen nach Israel
Alfred Rosenheimer 1902-1968 geflohen nach Israel
Michael Rosenheimer 1938-1973 geflohen nach Israel
Brigitte Rosenheimer 1929 geflohen nach Israel
Dr. Arthur Löwenstamm 1882-1965 geflohen nach England
Gertrud Löwenstamm 1887-1952 geflohen nach England
Dr. Rudolf Mansbacher 1899-1945 deportiert und in Auschwitz ermordet

Die beiden Acrylglastafeln sind übereinander links neben dem Eingang befestigt. Ihre Enthüllung fand am 18.5.2014 statt. An der Feierlichkeit nahmen Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und der Historiker und Rabbiner Dr. Andreas Nachama teil, der zum Schluss ein Gebet zum Gedenken sprach. Der Hauseigentümer Gewobag habe die von der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau ermöglichte Tafel begrüßt, hieß es im Spandauer Volksblatt (20.5.2014).

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