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Jüdische Ärzte

Masurenallee 6a

Am 29.9.2008 hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin eine Gedenkinstallation für die unter dem Nationalsozialismus verfolgten jüdischen Kassenärzte aus Berlin eingeweiht. Seither werden mittels eines Beamers auf eine Glasfront rechts neben dem Eingang tagsüber und am Abend auf eine mattierte 2m x 1,5m große Fläche die Namen und Lebensdaten von 2.063 Ärzten in deutscher und hebräischer Sprache projiziert. Außerdem werden ebenfalls in beiden Sprachen in gewissen Abständen unter verschiedenen Überschriften Texte eingeblendet, z.B. „Verantwortung der Ärzteschaft”, „Ärzte und Patienten billigten Unrecht”, „Erinnern und Gedenken”, „Gedenken heißt Lernen”. Der „Eingangstext” lautet:

„Gegen Vergessen – Verdrängen – Verharmlosen – Verschweigen (Heinz Galinski)
Zum Gedenken an unsere aus politischen, rassischen und religiösen Gründen verfolgten jüdischen Kolleginnen und Kollegen 1933-1945.”

Anlass für die Einweihung dieser Gedenkinstallation wie der zwei Tage später erfolgten Einweihung einer Gedenktafel im Haus der Zahnkassenärztlichen Vereinigung Berlin war der 70. Jahrestag des Entzugs der Approbationen für jüdische Ärzte vom 30.9.1938. „Die Erinnerung an die jüdischen Kollegen, das Gedenken an ihre Schicksale und die Mahnung an heutige Ärztegenerationen, nie wieder zu geistigen Wegbereitern und Vollstreckern einer solchen Rassenpolitik zu werden, sind das Anliegen unserer Gedenktafel“, betonte die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, Dr. Angelika Prehn auf einer Pressekonferenz am 29.9.2008. Von Nachteil ist allerdings, dass es am Haus der Kassenärztlichen Vereinigung nur relativ wenige Passanten gibt und es längeren Verweilens bedarf, damit ein unbefangener Fußgänger den Sinn der Installation erfassen kann. Unklar ist auch, warum die Namen der Berliner Ärzte in hebräischer Sprache wiedergegeben werden.

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