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Judendeportationen vom Güterbahnhof Moabit

Quitzowstraße 18-21

GEDENKORT
DEPORTATIONEN
VOM GÜTERBAHNHOF MOABIT
ZUGANG QUITZOWSTRASSE
Im nationalsozialistischen Deutschland wurden von Berliner Bahnhöfen zwischen
Oktober 1941 und dem Frühjahr 1945 über 50.000 jüdische Menschen aus Berlin und
anderen Orten deportiert. Zielorte waren Ghettos, Lager und Vernichtungsstätten in
den von Deutschen besetzten sowjetischen, polnischen und tschechischen Gebieten
wie in Riga, Minsk, Lodz, Theresienstadt oder Auschwitz. Nur wenige haben überlebt.
Die Berliner Deportationsbahnhöfe waren der Bahnhof Grunewald, der Anhalter Bahnhof und vor allem der Güterbahnhof Moabit, von dem über 30.000 Juden ver-
schleppt wurden. Viele Deportierte befanden sich vorher in der »Sammelstelle«, die
die Gestapo in der dazu zweckentfremdeten Synagoge in der Levetzowstraße einge-
richtet hatte. Sie wurden auf LKWs oder zu Fuß durch das Stadtviertel zum Eingang
des Güterbahnhofes in der
Quitzowstraße verbracht,
von SS- und Gestapo-Ange-
hörigen über den gepflas-
terten Weg zu den Gleisen
69, 81 und 82 getrieben und
in Güterwaggons der De-
portationszüge gepfercht.
Dies geschah nicht im Ge-
heimen, sondern unter den
Augen der Anwohner. Seit
1987/88 erinnern Mahnmale
am Bahnhof Grunewald, auf der Putlitzbrücke und in der Levetzowstraße an diese Ver-
brechen. Auf dem Reichsbahngelände des Güterbahnhofs Moabit war dies bis 1989 poli-
tisch nicht möglich. Im Zuge der aktuellen städtebaulichen Umgestaltung dieses Areals
beabsichtigt das Land Berlin die Einrichtung eines Gedenkorts, der an die Deporta-
tionen von diesem Bahnhof und an das Schicksal der Deportierten erinnern soll.

Enthüllt wurde die von Helga Lieser gestaltete und zweisprachig (deutsch/englisch) beschriftete Stele am 19. Januar 2007, von Bezirksbürgermeister Christian Hanke und dem Geschäftsführer der Stiftung Topographie des Terros, Andreas Nachama. Beide drückten nach Zeitungsberichten ihre Hoffnung aus, dass die Stele nur ein kurzlebiges Provisorium und Auftakt für einen neuen Gedenkort unter Einbeziehung der wenigen erhaltenen Reste der einstigen Bahnanlagen sein möge.

Die über zwei Meter hohe Gedenkstele an der Zufahrt zum ehemaligen Güterbahnhof Moabit steht direkt am Rand des Bürgersteigs. Die Inschrift ist auf dem den Hintergrund bildenden Bild eines Güterwagens zu lesen. In den Text eingeblockt ist außerdem ein Lageplan des Bahnhofs mit den rot markierten Gleisen, von denen die Transporte abgingen. 

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