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Joseph Roth

Brody/Galizien (heute Ukraine) 2.9.1894 - Paris 27.5.1939

Kurfürstendamm 15

Hier befand sich von 1917 bis 1986
Mampes Gute Stube
Lieblingslokal des Schriftstellers
JOSEPH ROTH
2.9.1894 - 27.5.1939
der hier im Jahre 1932 seinen Roman
Radetzkymarsch schrieb

Roth kam 1920 erstmals nach Berlin. Seit 1929 lebte er in der Pots­damer Straße 115a (heute Nr. 73), seiner einzigen festen Bleibe - für kurze Zeit. Sonst lebte er vor allem in Hotels, denn: "Ich glau­be, daß ich nicht schreiben könnte, wenn ich einen ständigen Wohnsitz hätte." In "Mampes Gute Stube" prophezeite der Verfasser vieler Romane, Essays und Reportagen im Som­mer 1932: "Es ist Zeit wegzugehen. Sie werden unsere Bücher verbren­nen und uns damit meinen." Und im Februar 1933 schrieb er klarsichtig an Stefan Zweig: "In­zwischen wird es Ihnen klar sein, daß wir gro­ßen Katastrophen zu­treiben. Abgesehen von den privaten - unsere literarische und materielle Exi­stenz ist ja vernichtet - führt das Ganze zum neuen Krieg. Ich gebe keinen Heller mehr für unser Leben. Es ist gelungen, die Barbarei regieren zu las­sen. Machen Sie sich keine Illusionen. Die Hölle regiert." Noch am Tag der "Mach­t­er­greifung" floh er nach Pa­ris, wo er zum Schluß "ver­armt und ver­ein­samt in einer klei­nen Kam­mer des bil­ligen Hôtel de la Poste vegetier­te und sich zu Tode trank." (Karl Voß, Reiseführer für Literaturfreunde: Berlin, S. 230f.) Er starb im Ar­menho­spi­tal Necker. 1994, an­läßlich seines 100. Ge­burtstags erschien eine lesens­werte Samm­lung von z.T. unveröf­fentlichter "Prosa zur Zeit" aus den Jahren 1919 bis 1938 unter dem Titel "Unter dem Bülowbo­gen", im selben Jahr ergreifende Erinnerungen seines Freun­des Soma Morgen­stern an "Jo­seph Roths Flucht und Ende". Bei­gesetzt wurde Roth auf dem Pari­ser Friedhof Thia­is. Die Ent­hül­lung der Ber­liner Gedenk­tafel fand am 24.10.1988 statt.

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