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Johann Georg Elser

Hermaringen (Württemberg) 4.1.1903 - KZ Dachau 9.4.1945

Wilhelmstraße Ecke An der Kolonnade

JOHANN GEORG ELSER
Johann Georg Elser, Schreiner und
deutscher Widerstandskämpfer,
geb. Am 4.1.1903, in Hermaringen/
Württemberg; ermordet am 9.4.1945
im Konzentrationslager Dachau.
Die Verschlechterung der Lebenssituation
für die Arbeiterschaft, die massive Ein-
schränkung der menschlichen Grundrechte und der unmittel-
bar drohende Krieg des Deutschen Reichs gegen Europa
und die Welt bringen Georg Elser 1938 zu dem Entschluss,
die nationalsozialistische Führung,
Hitler, Göring und Goebbels, zu töten.
Am 8.11.1939 verübt Georg Elser im
Münchener Bürgerbräukeller ein Spreng-
stoffattentat auf Adolf Hitler. Der aber
verlässt die Veranstaltung früher als
erwartet, kurz vor der Detonation der
Bombe, und überlebt.
Bei dem Versuch sich in die Schweiz
abzusetzen, wird Elser gefasst. Nach
wochenlangen Verhören in München
und Berlin kommt er als Sonderhäftling in Einzelhaft.
Wenige Tage vor Kriegsende wird er 1945 im KZ Dachau
ermordet.
Während des Krieges und noch lange Zeit danach diffamiert
man Elser als Werkzeug des Britischen
Geheimdienstes oder der National-
sozialisten. Seit dem Auffinden der
Verhörprotokolle im Jahr 1964 können
die Aufrichtigkeit seiner Motive und die
Einzeltäterschaft von Georg Elser nicht
mehr angezweifelt werden.

Zur Gestaltung des »Denkzeichens Georg
Elser« lobte das Land Berlin einen
europaweiten offenen Kunstwettbewerb
aus. 2011 wurde das Denkzeichen nach
dem Entwurf des Künstlers Ulrich Klages errichtet.

Johann Georg Elser, carpenter and German
resistance fighter, born January 4,
1903 in Hermaringen, Württemberg,
was murdered in Dachau Concen-
tration Camp on April 4 [!], 1945. The
deterioration in the living conditions of
the German working class, the massive
curtailment of basic human rights and
the impending war waged by Germany
against other European countries and
other parts of the world prompted
Georg Elser to try to kill the National
Socialist leaders Hitler, Göring and Goebbels.
On November 8, 1939, Georg Elser attempted to assas-
sinate Adolf Hitler at the Bürgerbräukeller in Munich. Hitler
left the meeting erlier than anticipated - shortly before
the bomb exploded - and survived.
Elser was seized while attempting to
flee to Switzerland. After weeks of
intrrogation in Munich and Berlin by
the Gestapo, he was placed in solitary
confinement as a special prisoner. A
few days before the war ended, he
was murdered in Dachau.
During the war, and for quite some time
afterwards, Georg Elser was branded
an undercover Nazi and a tool of the
British Secret Service. In 1964, the interrogation protocols
were discovered, erasing all doubts about the sincererity of
his motives and of his having acted alone.

In 2010, the Land Berlin staged a European-wide public
competition for a ”Georg Elser memorial”. In 2011 the
memorial - designed by the artist Ulrich Klages - was erected.

www.gdw-berlin.de
www.georg-elser.de
www.georg-elser-arbeitskreis.de

Auf der rechten Seite der Stele befinden sich untereinander fünf Fotos resp. Reproduktionen mit folgenden Unterschriften (von oben nach unten):

Georg Elser
o.D. / not dated
(um / ca. 1938)

Bürgerbräukeller
München / Munic
9.11.1939

Geheimes Staatspolizeiamt
mit Verhörzentrale /
Gestapo office, with
interrogation centre, Berlin
um / ca. 1933

Auszug aus dem
Verhörprotokoll
Excerpt from the
interrogation protocol
23.11.1939

Der »Bunker« im
Konzentrationslager
Dachau / The
"Bunker" at Dachau
Concentration Camp,
1945

Nicht nur die näher an der Kreuzung aufgestellte - in der Dunkelheit in den Umrissen beleuchtete - 17m hohe Skulptur, sondern auch der Text auf der Gedenkstele stammen von Ulrich Klages. Design und Graphik lagen in den Händen von Helga Lieser. Der Name am Kopf der Stele, die jeweils ersten Absätze des deutschen und des englischen Textes und die Bildunterschriften sind rot gehalten. In den Bürgersteig eingelassen ist eine dunkle Granittafel mit weißer Inschrift:

Ich habe den Krieg verhindern wollen.
Georg Elser, Ende November 1939

Wenige Schritte weiter in der Wilhelmstraße gibt es eine zweite solche Tafel:

Ich wollte ja auch durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern.
Georg Elser im Gestapo-Verhör am 20. November 1939

Eingeweiht wurden Denkzeichen und Stele am Dienstag, dem 8.11.2011, 12 Uhr, vor zahlreichem Publikum. Es sprachen Kulturstaatsekretär André Schmitz, der Schriftsteller Rolf Hochhuth und der Künstler Ulrich Klages.

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