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Hugo und Maria Heymann / Villa Wurmbach

Mannheim 31.12.1881 - Berlin 5.6.1938 / Priesterath 3.12.1892 - (Münster-)Roxel 7.4.1972

Pücklerstraße 14

Hier lebte von 1926 bis 1933 der jüdische Unternehmer Hugo
Heymann mit seiner Frau Maria. Er erwarb das von Julius
Wurmbach 1913 errichtete Haus in der Pücklerstraße 14 am
19. November 1926.
Nach einer Reihe von Wahlerfolgen der Nationalsozialisten nahm
der Druck auf Angehörige jüdischen Glaubens schon zu Beginn
der 1930er Jahre zu.
Zahl und Brutalität der
Übergriffe schufen ein
Klima zunehmender
Bedrohung für Juden
in Deutschland. Im
Herbst 1932 warnte der
sozialdemokratische
Reichstagsabgeordnete
Friedrich Wilhelm Soll-
mann die Eheleute
Heymann, dass auch
sie selbst bedroht
seien. In dieser Situ-
ation wachsenden
politischen Drucks
und aus Furcht vor
nationalsozialistischer
Verfolgung entschieden
sich die Heymanns, ihr
Anwesen zu veräußern.
Am 7. Februar 1933 -
wenige Tage nach der
Machtübernahme durch
die Nationalsozialisten
- wurde die Villa ver-
kauft. Erwerber war der
Druckereibesitzer und
Verleger der Potsdamer
Tageszeitung Waldemar
Gerber, der 1935 Förder-
mitglied der SS wurde.
Hugo und Maria Heymann wollten aus Deutschland fliehen.
Sie bemühten sich jedoch vergeblich, zuvor ihre Existenz in der
Emigration zu sichern. Hugo Heymann wurde in der Folgezeit
mehrfach verhaftet und von der Gestapo misshandelt. Er starb am
5. Juni 1938 in Berlin an den Folgen einer schweren Erkrankung.
Die AEG kaufte das Anwesen 1953 vom Eigentümer Gerber.
1962 erwarb die Bundesrepublik Deutschland das Haus in der
Pücklerstraße. Es wurde vom Bundesbevollmächtigten für Berlin
und später als Gästehaus der Bundesregierung genutzt. Seit
2004 ist die Villa Dienstsitz des Bundespräsidenten.
Die Geschichte von Hugo und Maria Heymann wurde im Auftrag
des Bundespräsidialamts durch Historiker aufgearbeitet.

The Jewish entrepreneur Hugo Heymann lived here with his wife
Maria from 1926 to 1933. On 19 November 1926, he bought the
house built at Pücklerstrasse 14 by Julius Wurmbach in 1913.
After a number of election victories by the National Socialists,
the pressure on those of the Jewish faith began to grow even
in the early 1930s. The number and brutality of attacks created
an increasingly threatening atmosphere for Jews in Germany. In
autumn 1932, the Social Democratic Reichstag MP Friedrich Wilhelm
Sollmann warned the Heymanns that they were also under threat.
Against the backdrop of growing political pressure and for fear of
National Socialist persecution, the Heymanns decided to put their
property up for sale. The villa was sold on 7 February 1933, just
a few days after the National Socialists seized power. It was bought
by Waldemar Gerber, a printer and publisher of the Potsdamer
Tageszeitung, who became a patron member of the SS in 1935.
Hugo and Maria Heymann planned to flee Germany. Their efforts
to secure their livelihood before emigrating proved, however, to
be in vain. In the following period, Hugo Heymann was arrested
several times and mistreated by the Gestapo. He died on 5 June
1938 in Berlin having developed serious health problems.
AEG bought the house from the Gerber family in 1953. In 1962,
the Federal Republic of Germany purchased the house in Pückler-
strasse. It was used by the Commissioner of Land Berlin with the
Federal Government and later as a Federal Government Guest House.
Since 2004, the villa has been home to the Federal President.
The Office of the Federal President commissioned historians to
explore the story of Maria and Hugo Heymann.

Hugo Heymann, als Fabrikant von Kunstperlen vermögend geworden, zog nach dem Verkauf der Villa mit seiner Frau in eine große Wohnung in Schmargendorf, Berkaer Straße 31 (am Hohenzollerndamm). Der Verfolgungsdruck und wohl auch erlittene Misshandlungen hatten seinen frühen Tod zur Folge. Seine nichtjüdische Ehefrau heiratete 1940 erneut und überlebte die NS-Diktatur.

Der Architekt des Hauses war Richard Walter.

Der deutsche Text hat dort kurze Zeilen, wo links davon ein Foto der Villa sowie der englische Text (in kleinerer Zeichengröße) eingeblockt sind. Enthüllt wurde die gut zwei Meter hohe und von einem massiven Rahmen eingefasste Kunstglasstele durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 4.6.2018. Sie steht auf dem Bürgersteig links neben der Grundstückseinfahrt. Gestaltung und Realisierung lagen bei Helga Lieser.

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