Hugo Staub
Map Fasanenstraße 13 „Künstlerhaus St. Lukas“
18.11.1885 Kempezewitz, Kreis Tarnowitz (Oberschlesien) - 29.10.1942 New York
lebte in diesem Haus von 1915 – 1919
Rechtsanwalt und Notar, Psychoanalytiker und Dozent am
Berliner Psychoanalytischen Institute.
Freund der Wissenschaftler und Künstler.
Zusammen mit Franz Alexander gehört er zu den Pionieren der
psychoanalytischen Kriminologie.
„Das Werk verdient es, eine
große Aufmerksamkeit zu erwecken.“
(14.12.1928 Freud an Eitingon)
„Der Verbrecher und seine Richter“ (1929)
Als „Anwalt der Unterprivilegierten“ widmete er sich der
Rehabilitierung von Straftätern mit ungewöhnlicher psychologischer Intuition.
Verfolgt von den Nationalsozialisten, als aktives Mitglied der Liga für
Menschenrechte, prominenter Rechtsanwalt und Jude, floh er
1933 zunächst nach Paris und kam über mehrere Stationen nach New York.
Die Tafel ist an dem rechten Sockel des Eingangstors unten angebracht.
Staub war als DPG-Mitglied noch jung - aber als Jurist erfahren und prominent. Die Psychoanalyse lernte er durch eine eigene Behandlung bei Franz Alexander kennen. In einer überstürzten Flucht, Ende März 1933, die ihn zwang, seinen Besitz zurückzulassen, gelangte er nach Paris, wurde nach London getrieben, jagte quer durch das besetzte Frankreich, bewältigte mit großer Anstrengung den gefährlichen Weg über die Pyrenäen und konnte von Lissabon aus Europa verlassen. Sein Versuch, sich in Kalifornien niederzulassen, scheiterte. Er starb mit nur 57 Jahren in New York. Das Gemälde von Max Oppenheimer aus seinem Besitz konnte 2025 von dem Jüdischen Museum Berlin käuflich erworben werden und ist Teil seiner Dauerausstellung.
Im linken Teil der 42x42 cm großen Glastafel ist Sigmund Freud (Freiberg Mähren 6.5.1856 - London 23.9.1939) mit Hut und Mantel abgebildet, die Hände auf dem Rücken verschränkt und einen Stock haltend. Das Logo ist durch eine Fotografie Freuds vor dem Hotel Esplanade in London aus dem Jahr 1938 inspiriert. Der Schrifttypus auf der Tafel ist Bernhard Modern, in Anlehnung an die Schrift der psychoanalytischen Zeitschrift „Imago“ aus den zwanziger Jahren.
Die Gedenktafeln der Reihe „Mit Freud in Berlin“ erinnern (bis auf eine Ausnahme: Marie Freud) an Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker, die in Berlin lebten und die die Theorie und Praxis der Psychoanalyse lehrten und weiterentwickelten. Die meisten von ihnen waren jüdisch und wurden von den Nationalsozialisten dazu gezwungen Berlin zu verlassen.
Die Gedenktafeln wurden initiiert von Dr. Regine Lockot und finanziert durch Stadtrundfahrten und Spazierrundgänge des Formats „Auf den Spuren der Psychoanalyse“.
Alle Gedenktafeln sind (inzwischen) mit QR-Codes versehen. Ausführliche biographische Informationen zu Hugo Staub unter staub.mitfreudinberlin.de
