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Historische Orte - Versteckte Badeanstalt

Dennewitzstraße 24a

4 Versteckte Badeanstalt

Meerjungfrauen und Fische schmücken die Fassade dieses ungewöhn-
lichen Gebäudes. Sie verweisen auf seine ursprüngliche Besonderheit:
das schmale Wohnhaus von 1899 bildete den Zugang zur städtischen
Badeanstalt, die auf dem Hintergelände lag und von der einst durch-
gehend bebauten Dennewitzstraße aus nicht zu sehen war.
Der Bau des 1903 eröffneten Stadtbads stellte den Architekten Ludwig
Hoffmann vor besondere Herausforderungen. Auf dem spitzwinkligen
Grundstück sollte auch die zeitgleich geplante Hochbahnlinie verlaufen.
Hoffmann löste die Aufgabe geschickt, indem er das Bahnviadukt
in die Fassade des Bades integrierte. Die Züge fuhren in Höhe des
Obergeschosses auf einer Trasse, die in eine kräftige Quaderarchitektur
eingebettet war. Reste davon sind noch heute zu sehen.
Die Schwimmhalle mit der Tonnendecke und dem meergrün leuch-
tenden Bassin wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff
schwer beschädigt und später abgerissen. Das frühere Durchgangs-
gebäude, ebenfalls von Ludwig Hoffmann entworfen, steht unter
Denkmalschutz.

4 (Bildunterschriften:)

Die städtische Volksbadeanstalt Dennewitzstraße,
die 1903 eröffnet wurde.

Schwimmhalle der Volksbadeanstalt 1931

Planausschnitt mit Klassifizierung der Kriegsschäden, um 1947.
Grün bedeutet »vielleicht wiederherstellbar«.

Die Ruine des zum Abriss bestimmten Bades 1951

Das Projekt »Historische Orte sichtbar machen« gibt mit 16 Infostationen beispielhaft Einblick in die vielfältige Geschichte des Quartiers um die Potsdamer Straße. Die ersten Stationen wurden 2011 installiert, 2018 kamen weitere hinzu.

Nähere Informationen auf den beiden Infotafeln "Stationenplan" nahe U-Bahn Kleistpark Potsdamer Straße /Ecke Willmanndamm sowie Potsdamer Straße / Ecke Pohlstraße und unter: www.historische-orte.info

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