zurück zur Suche

Historische Orte - Station der Moderne

Potsdamer Straße 180

11 Station der Moderne

Das Geschäftshaus Potsdamer Straße Ecke Pallasstraße hat Kunst-
geschichte geschrieben. Hier fand 1913 die internationale Gemälde-
ausstellung »Erster Deutscher Herbstsalon« statt. Sie präsentierte
die wichtigsten Strömungen der künstlerischen Avantgarde in Europa,
vom italienischen Futurismus bis zum abstrakten Kubismus.
Der Schriftsteller, Verleger und Galerist Herwarth Walden hatte die
Schau initiiert, zusammen mit den beteiligten Künstlern August Macke
und Franz Marc, die auch die Hängung vornahmen. Walden war Heraus-
geber der Monatszeitschrift »Der Sturm« und betrieb die »Sturm-
Galerie« nahe dem Potsdamer Platz. Unterstützt von einem Mäzen,
hatte er für den »Herbstsalon« eigens Räume in dem neu errichteten
Geschäftshaus an der Potsdamer Straße angemietet. Auf einer Fläche
von 1.200 qm waren 360 Werke von 90 Künstlerinnen und Künstlern
zu sehen, darunter Umberto Boccioni, Marc Chagall, Robert und Sonia
Delaunay, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Marianne von Werefkin.
Die Ausstellung erntete damals vernichtende Kritiken und war finanziell
ein Desaster. Heute gilt sie als ein Meilenstein der Moderne.

11 (Bildunterschriften:)

Der Galerist und Verleger Herwarth Walden hat 1913
die umstrittene Kunstausstellung »Erster Deutscher
Herbstsalon« veranstaltet.

Plakat zum »Ersten Deutschen Herbstsalon« 1913.
Die Potsdamer Straße 75 hat heute die Hausnummer 180.

Das Projekt »Historische Orte sichtbar machen« gibt mit 16 Infostationen beispielhaft Einblick in die vielfältige Geschichte des Quartiers um die Potsdamer Straße. Die ersten Stationen wurden 2011 installiert, 2018 kamen weitere hinzu.

Nähere Informationen auf den beiden Infotafeln "Stationenplan" nahe U-Bahn Kleistpark Potsdamer Straße /Ecke Willmanndamm sowie Potsdamer Straße / Ecke Pohlstraße und unter: www.historische-orte.info

zurück