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Historische Orte - Ballhaus

Bülowstraße 37

15 Das Ballhaus

Eine Säule am Vorderhaus erinnert an die Geschichte eines Ballhauses,
das früher im Hof der Bülowstraße 37 stand. Dieser Veranstaltungsort
mit mehreren Sälen hieß im Kaiserreich »Königshof«. Unter dem Namen
»Nationalhof« wurde er in der Weimarer Republik zu einem Treffpunkt
der Homosexuellenbewegung. Der mondäne Continental-Club und der
Bund für Menschenrecht nutzten das Ballhaus für ihre Veranstaltungen.
Ein Saal wurde in den 1920er Jahren zum Kino »Nationalhof-Lichtspiele«
umgebaut.
1926 gab es erstmals Bälle »Nur für Damen«. Im Herbst 1927 traf sich im
»Nationalhof« eine Lesbengruppe, der Damen-BIF-Klub, benannt nach
der Zeitschrift »Blätter idealer Frauenfreundschaft« von Selli Engler.
Ab 1928 organisierte Charlotte Hahm, Leiterin des 400 Mitglieder starken
Damenklubs Violetta, überaus erfolgreich Lesben- und Transvestitenbälle.
Walter Draesel übernahm das Ballhaus 1943 und nannte es »Walterchen«.
Nach Kriegsende organisierte Charlotte Hahm wieder Homosexuellen-
Bälle. Noch 1971 fand hier ein »Tuntenball« statt. Walter Draesel starb
1965. Das Kino bestand bis 1969 unter dem Namen »Olympia«. Das
Hinterhof-Gebäude wurde 1975 im Zuge der Sanierungen in Schöneberg
abgerissen.

15 (Bildunterschriften:)

Etablissement Königshof, Konzerthalle,
Sommersaal, Theatersaal, Hochzeitssaal

Annonce Tanzclub »Violetta« mit Porträt
der Klubleiterin Charlotte Hahm

Eingang zum Ballhaus »Walterchen«
in der Bülowstraße 37/40, Januar 1955

Das Projekt »Historische Orte sichtbar machen« gibt mit 16 Infostationen beispielhaft Einblick in die vielfältige Geschichte des Quartiers um die Potsdamer Straße. Die ersten Stationen wurden 2011 installiert, 2018 kamen weitere hinzu.

Nähere Informationen auf den beiden Infotafeln "Stationenplan" nahe U-Bahn Kleistpark Potsdamer Straße /Ecke Willmanndamm sowie Potsdamer Straße / Ecke Pohlstraße und unter: www.historische-orte.info

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