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Ansicht Gedenktafel Historische Dorfschmiede Karow
Ansicht Gedenktafel Historische Dorfschmiede Karow - Bild 1

Historische Dorfschmiede Karow

Map Alt-Karow 4

(Oben links)
HISTORISCHE
DORFSCHMIEDE
ALT-KAROW

(Linke Spalte)
DORF KAROW
Im Jahr 1375 wurde Karow erstmals im kaiserlichen
Landbuch urkundlich erwähnt. Karow ist ein typisches
märkisches Straßendorf und war ursprünglich ein
reines Bauern- und Kossätendorf mit Drei- und Vier-
seithofanlagen und einigen Büdnerstellen an den
Ortsausgängen. Das älteste Gebäude ist die Dorfkirche,
die auf 1220/30 datiert. Um 1705 lebten hier 10 Hüfner,
7 Kossäten, ein Wohnschmied und ein Hirte. 1880
begann der Aufbau der Kolonie Karow westlich des
Dorfkerns, die 1882 mit einer Bahnstation der Stetti-
ner Eisenbahn die verkehrstechnische Anbindung an
Berlin erhielt.
1920 wurde das Dorf Karow nach Groß-Berlin in den
XIX. Bezirk Berlin-Pankow eingemeindet. Nach 1990
entstanden im Norden und Süden des Dorfes große
Neubausiedlungen.
Das Dorf mit seinen baulichen Anlagen, den Vorgär-
ten, Einfriedungen, Höfen, Nutzgärten und Freiflächen
in der Weichbildgrenze steht als Denkmalbereich
(Ensemble) unter Schutz. Darüber hinaus sind einzelne
Anlagen als Denkmalbereich (Gesamtanlage), Bau-
denkmal und Gartendenkmal (Kirchhof) geschützt.

(Rechte Spalte)
DORFSCHMIEDE ALT-KAROW 4
Die Dorfschmieden in den Dörfern des Berliner Umlan-
des waren meist schlichte eingeschossige Feldstein-
bauten auf rechteckigem Grundriss, oft traufständig mit
fester Dachdeckung auf einem Satteldach. Im Innern
gab es mehrheitlich nur einen Raum mit Schornstein
in der Mitte einer Giebelwand. Vor dem Schmiede-
gebäude wurde meist ein aufgeständertes Vordach als
offener Unterstand für Pferde errichtet.
Unter den Bauten mit Gemeindefunktion gab es auch
in Karow eine Schmiede, die sich ursprünglich im
Dorfzentrum, neben der Kirche befand, aber 1899
abbrannte. Das um 1842 im südlichen Dorfbereich
errichtete Gebäude diente anfänglich einer land-
wirtschaftlichen Nutzung (Stall oder Lager) und ab
1899/1900 als Schmiede. Um 1920 wurde der Bau
nördlich mit einem Wohntrakt erweitert. Der Schmiede-
betrieb bestand wohl noch bis in die 1930er Jahre.
Ab 1941 war ein Klempnermeister Eigentümer des
Gebäudes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es
Volkseigentum und ein Elektromeister als Nutzer
benannt. Von 1977 bis 2012 war hier eine Schlosserei
ansässig. Wegen des sehr schlechten baulichen
Zustandes musste die alte Schmiede 2014 fast voll-
ständig abgerissen werden.

Die Pulttafel aus Edelstahl ist zwischen zwei runden Edelstahlträgern befestigt und mit diesen im Boden zwischen den Grundmauern der alten Dorfschmiede verankert.
Über den beiden Textblöcken befindet sich eine Zeichnung des alten Gebäudes mit der Unterschrift:
Ehemalige Dorfschmiede, Bauzustand 1899/1900 (Rekonstruktion), 
Ansicht von Nordwest (Zeichnung in Anlehnung an Bastian Müller,
aus Gebäudebuch - Denkmalpflegerische Dokumentation 2013)

Links neben den Texten befindet sich der
Grundriss der ehemaligen Schmiede, Alt-Karow 4, 12125 Berlin
(Verfasser: Bastian Müller,,Gebäudebuch - Denkmalpflegerische 
Dokumentation 2013)

Unten auf der Tafel befinden sich nebeneinander zwei Kartenausschnitte und zwei Fotos. Die Bildunterschriften lauten (v.l.n.r.):
Ausschnitt Messtischblatt von 1871
Straßendorf Alt-Karow (Denkmalkarte)
Ehemalige Dorfschmiede Niederschönhausen, Dietzgenstraße 34, 1757 angelegt,
traufständiger Putzbau, Anfang des 19. Jh.s unterfangen und später weiter verändert
Aufnahme von 1912 (Hans-Jürgen Rach “Die Dörfer von Berlin”, Verlag für Bauwesen,
Berlin 1988, Abb. 412, S. 240)

Ehemalige Dorfschmiede Blankenfelde, um 1820, Hauptstraße 45,
behauener Feldstein und Backstein. (Hans-Jürgen Rach “Die Dörfer von Berlin”, Verlag für Bauwesen,
Berlin 1988, Abb. 41, S.36)
 
Ganz unten rechts ist das Wappen vom Bezirk Pankow von Berlin.

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