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Hilde Radusch

Altdamm b. Stettin (Szczecin-Dąbie/Polen) 6.11.1903 - Berlin 2.8.1994

Eisenacher Straße

HILDE
RADUSCH
geboren 6.11.1903 · Querdenkerin · Ausbildung am Pestalozzi-Fröbel-Haus · Lesbe · Telefonfräulein · Betriebsrätin · KPD-Stadtverordnete · verfolgt im NS · Frauengefängnis Barnimstraße · Lebensgefährtin Else Klopsch, genannt „Eddy” · Mittagstisch · 1944/45 untergetaucht überlebt · Mitarbeiterin Bezirksamt Schöneberg · „Opfer des Faschismus” · politisch heimatlos · Überlebenskünstlerin · freigeistig und spirituell · Lesbengruppe L 74 · Frauenprojekt FFBIZ · Netzwerkerin · Kakteenliebhaberin · generationsübergreifendes Freundinnennetz · letzte Wohnung Eisenacher Str. 14 · gestorben 2.8.1994

„Ich habe mich nie
als Frau gefühlt ...
... aber frage mich nicht,
als was sonst.”

Wir gehen den Weg
in den Nebel
der Welt
und haben den Mut
zum Entschluss.
Und haben die Stirn
zu unterscheiden.
Niemand kann helfen
kann raten, weisen.
Selbst vorsichtig und sicher
langsam und verantwortlich
ohne Hilfe
Allein
Du-selbst, Ich-selbst
Berlin 1978
Der Gedenkort für Hilde Radusch
wurde initiiert von
Miss Marples Schwestern
Netzwerk zur Frauengeschichte vor Ort
www.miss-marples.net

Die Gedenkanlage aus drei an dunkelgrauen Stahlstreben befestigten hellen Emailletafeln steht an der Straßenecke Eisenacher Straße und Winterfeldtstraße neben zwei „Betonhockern”. Die linke Inschrift ist spiralförmig gehalten. Die mittlere Inschrift steht vor einem Foto der Geehrten. Die Inschrift auf der rechten Tafel zeigt links eine Kopfzeichnung, in der Mitte das Gedicht und rechts unten den Hinweis auf die Initiatorinnen sowie die Künstlerinnen Anita Meier und Roswitha Baumeister, die die Tafeln gestaltet haben.

Die Einweihung der Anlage erfolgte am 22.6.2012 auf öffentlichem Straßenland, weil der Hauseigentümer des letzten Wohnhauses von Hilde Radusch keine Tafel an seinem Haus wünschte. Die anwesende Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler fand, die Erinnerung an Hilde Radusch in der aktuellen Form zeige viel mehr Präsenz, „als eine Gedenktafel an einem Haus das je gekonnt hätte”. (Berliner Woche, Schöneberg-Ausgabe, 27.6.2012, S. 2)

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