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Hermann Stöhr

Stettin 4.1.1898 - Berlin-Plötzensee 21.6.1940

Seestraße 126

DOKTOR
HERMANN STÖHR
1898 - 1940
Von den Nationalsozialisten wegen
”Wehrkraftzersetzung” ermordet.
Als ehemaliger Sekretär des 1940
verbotenen christlich-pazifistischen
Versöhnungsbundes verweigert
er den Fahneneid auf Hitler.
In Dingen einer von Gott
geschenkten Erkenntnis zu lügen,
nur um das kleine Leben zu
erhalten, das ging nicht.

Hermann Stöhr war Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg und wurde danach zum Friedensaktivisten und Pazifisten. 1922 wurde er an der Universität Rostock promoviert und arbeitete anschließend für den Internationalen Völkerbund und der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost, für die er sich um arbeitslose Jugendliche kümmerte. Zudem war er schriftstellerisch und journalistisch tätig und gründete 1936 den Ökumenischen Verlag Stettin.

Er war bekennender Gegner des Nationalsozialismus und äußerte sich bereits 1933 gegen den Boykott jüdischer Geschäfte und die Beflaggung von Kirchen mit Hakenkreuzen. Dieser Überzeugung folgend schloss er sich später der Bekennenden Kirche an. Anfang 1939 verweigerte er aus Gewissensgründen den Kriegsdienst und wurde daraufhin verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Am 16. März 1940 wurde er wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode verurteilt. Das Urteil wuurde am 21. Juni 1940 in Berlin-Plötzensee vollstreckt.

Der schlanke Stein mit aufgesetzter schwarzer, polierter Granittafel und weißer Inschrift steht auf dem St. Johannis-Friedhof II am Ende des Weges zwischen den Feldern U und V unmittelbar vor dem Begrenzung zum Dohnagestell. Er ist Ersatz für das wohl in der zweiten Hälfte der 70er Jahre eingeebnete Grab.

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