zurück zur Suche

Hermann Schulz

Berlin 10.9.1890 - Berlin 10.11.1942

Auguste-Viktoria-Allee 37 (Max-Beckmann-OS)

In diesem Haus wirkte der Lehrer
Hermann Schulz
gest. 10.11.1942

Aus dem Internetauftritt der Schule: "In den 20er Jahren richtete die Stadtverwaltung etwa 60 moderne Schulen im aufklärerischen Geist der Republik und der Reformpädagogik ein. Zu diesen sogenannten 'weltlichen' Schulen gehörte auch die 8. Volksschule in der Auguste-Viktoria-Allee. Das Kollegium war stark geprägt von den Ideen des 'Bundes entschiedener Schulreformer', einer der entschiedensten Verfechter war Hermann Schulz. Zu diesen Ideen gehörten u.a. die Bildung einer differenzierten Einheitsschule mit Pflicht- und Wahlbereichen und die Betonung produktiver Arbeit. Daran erinnert auch der Schulgarten mit dem Gedenkstein für Hermann Schulz." Schulz, der der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) angehörte, wurde 1933 aus dem Schuldienst entlassen und blieb lange arbeitslos. Er war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus u.a. durch das Herstellen und Verteilen von Flugblättern aktiv und im ständigen Kontakt mit Gleichgesinnten. Am Abend des 10.10.1942 wurde er von der Gestapo in seiner Wohnung verhaftet und bei den nachfolgenden Verhören misshandelt. Am 9.11. bekam seine Frau Ellen ihn noch einmal im Gestapo-Hausgefängnis zu sehen, wurde selbst kurzzeitig festgenommen und misshandelt. Am 12.11.1942 erhielt sie eine kurze schriftliche Mitteilung, dass ihr Mann sich zwei Tage zuvor durch den Sturz in einen Lichtschatz im Polizeipräsidium das Leben genommen habe. Die beschädigte ca. 10 cm hohe dreieckige Sandsteintafel war Anfang 2009 in ungepflegtem Zustand. Sie liegt direkt hinter dem Zugangstor zum Schulhof an einem kleinen Nebengebäude. Schulz ist begraben auf dem Friedhof Reinickendorf II, Humboldtstraße 74-90, Abt. 10, Reihe 10.

zurück