Hermann Joseph Stübben
Map Stübbenstraße 1 (Ecke Grunewaldstraße)
STÆDTEBAUKUNST
OBER-BAURAT Dr ING·
H·JOS·STÜBBEN·
geb.10.Febr.1845.
Der Architekt und Stadtplaner entwarf das Bayerische Viertel. Der Eigentümer des Hauses Stübbenstraße 1, Lars Håkansson, beauftragte den Bildhauer Carl Nacke (Hannover 2.8.1876 - Berlin 6.1.1953) mit der Fertigung der Gedenktafel und ließ sie 2. Juli 1910 am Haus enthüllen. Der “Berliner Lokal-Anzeiger” berichtete darüber in der Abendausgabe des Tages und mehrere andere Zeitungen übernahmen die Nachricht. In der “Kölnische Zeitung” stand am 3.7.1910, S. 2, unter “Vermischtes”: “Geheimrat Launer vom Ministerium des Innern und die Schöneberger Stadtbauräte Gerlach und Egeling hatten Geheimrat Stübben [...] aus seiner Wohnung [Grunewald, Gneiststraße 10] abgeholt, um ihm die jetzt ausgebaute Stübbenstraße zu zeigen. Im Büro des Hauseigentümers, des Baumeisters Lars Hakusson[!] wurde Stübben vom Baurat Gerlach mit einer Rede empfangen und als Altmeister der deutschen Städtebaukunst gefeiert. Geheimrat Launer begrüßte Stübben als seinen alten Freund und Studiengenossen, worauf Stübben, der noch ganz überrascht war, mit einer Dankesrede antwortete. Man führte ihn nun vor das Haus und im selben Augenblick fiel die Hülle von dem wohlgelungenen, von dem Bildhauer Nacke modellierten Bronzerelief [...] Das Relief ist von dem Hauseigentümer aus besonderer Verehrung für den Förderer der deutschen Städtebaukunst gestiftet worden.”
Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört, die Tafel blieb aber offenbar unversehrt, wurde abgenommen und sicher verwahrt. Das Reliefporträt Stübbens wird von zwei Säulen flankiert, die einen dreieckigen Giebel tragen, in dem ein Dreieckslineal und ein Zirkel abgebildet sind. Enthüllt wurde die gerettete Bronzetafel am Neubau am 30.11.1985.
