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Heinz Jercha

Berlin 1.7.1934 - Berlin 27.3.1962

Heidelberger Straße

Am 27. März 1962 starb hier Heinz Jercha, der durch
einen Fluchttunnel 25 Menschen in die Freiheit führte.
Er selbst musste dabei sein Leben lassen.
Wir gedenken an diesem Ort all der Opfer, die Gewalt-
herrschaft und Terror des DDR-Regimes forderten und
erinnern an die schmerzhafte Trennung der Nachbarschaft
zwischen Neukölln und Treptow von 1961 bis 1989.
13. August 2001/ Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung Neukölln von Berlin

Die auf zwei Stahlrohren pultförmig befestigte Edelstahltafel geht auf einen Antrag der Bezirksverordneten Ruth Lembke in der BVV Neukölln zurück. Sie wurde am 40. Jahrestag des Mauerbaus in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Bodo Manegold, der Bezirksstadträte Wolfgang Schimmang und Michael Freiberg, der Initiatorin sowie weiterer Bezirks- und Landespolitiker enthüllt. Der Standort war gegenüber dem Ecklokal „Heidelberger Krug“ (später „Schweigel“) an der Ecke von Heidelberger Straße und Elsenstraße, von dem aus einer von etlichen Tunneln in diesem früheren Grenzbereich von West nach Ost führte. Zahlreiche Details hierzu findet man in dem 2005 erschienen Buch von Ulf Mann, Tunnelfluchten. Am 21.4.2012 war die Tafel samt Befestigungsrohren spurlos entfernt.

Der 27jährige Jercha erlitt einen Lungensteckschuss als er durch einen Tunnel vom Haus Heidelberger Straße 35 zum Haus Heidelberger Straße 75 auf die damalige Ost-Berliner Seite vorgedrungen war. Jercha schaffte es nach West-Berlin zurück, brach aber im Hausflur zusammen und starb.

Teile eines der Tunnel wurden bei Straßenarbeiten im Oktober 2004 wieder entdeckt. „Er wurde von West nach Ost gegraben und ist beklemmend eng: rund 80 Zentimeter breit und 70 Zentimeter hoch. ‚Auf halber Strecke umzukehren war unmöglich‘, sagt Claus-Dieter Sprink, Leiter des Heimatmuseums [von Treptow-Köpenick, Verf.]. ‚Wer diesen Weg wagte, mußte viel Mut und einen unbändigen Willen zur Freiheit haben.‘" (Berliner Morgenpost, 26.10.2004) An Jercha erinnerte außerdem auf der Neuköllner Seite, da wo später die Tafel aufgestellt wurde, bis mindestens Anfang der 90er Jahre ein großes Holzkreuz.
Außerdem gibt es am Haus Heidelberger Straße 35 inzwischen eine Gedenktafel. 

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