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Hedwig Leibetseder

Wien 31.3.1900 - London 7.11.1989

Rudolstädter Straße 8-10

Hier gegenüber, in dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten
Mietshaus Rudolstädter Straße 11, wohnte bis 1936
HEDWIG LEIBETSEDER
31.3.1900 - 7.11.1989
Die österreichische Verlagslektorin wirkte in Berlin
ab 1933 in der Widerstandsgruppe »Neu Beginnen«
gegen die nationalsozialistische Diktatur
1936 verhaftet und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt
Als Jüdin verfolgt, flüchtete sie 1939 nach England
Gefördert durch die GASAG AG

Dr. Hedwig Leibetseder kam nach einem Studium der Philosophie in Wien in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre nach Berlin und arbeitete als hochgelobte Redakteurin für Das Magazin. „Ca. 1930/31" trat sie der ORG, wie die Gruppierung Neu Beginnen damals noch hieß, bei. Im Frühjahr 1936 brachte sie die mikroverfilmten Prozeßunterlagen gegen eine erste Gruppe von „Neu Beginnen”-Mitgliedern nach Prag. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin sollte sie am 22.4. in der Wohnung ihres Vermieters (der Schauspieler Hanns Fahrenburg) in der vierten Etage der Düsseldorfer Straße 14 von der Gestapo verhaftet werden. Ihr gelang zunächst noch ein Sprung aus dem Badezimmer in die Tiefe. Sie verletzte sich dabei schwer, überlebte aber. Am 9. Januar 1937 ergingen die Urteile im Prozeß gegen sie und 14 weitere Angeklagte vor dem Kammergericht. Sie erhielt eine Zuchthausstrafe von zweieinviertel Jahren und wurde in Jauer/Schlesien (heute Javor/Polen) inhaftiert. Nach der Verbüßung kam sie jedoch nicht frei, sondern (Schutzhaftbefehl vom 8.8.1938) in das Frauen-KZ Lichtenburg. Am 13.3.1939 kam sie aus der Haft entlassen zurück in ihre Heimatstadt Wien. Es gelang ihr noch die Emigration nach Großbritannien. Dort nahm sie in Anlehnung an ihren Geburtsnamen Hedwig Abranowicz den Namen Vicky Abrams an.
Enthüllt wurde die Berliner Gedenktafel am 7.11.2016, dem 27. Todestag der Geehrten. Sie ist auf der Schmalseite des Hauses zur Rudolstädter Straße hin in fast drei Metern Höhe befestigt. Grußworte kamen (abweichend von der Ankündigung in der Einladung) von Kulturstaatssekretär Tim Renner und der Sponsoringsreferentin der GASAG, Birgit Jammes, Laudator war der Historiker Dr. Hans-Rainer Sandvoß.

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