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Hedwig Helene Flatow / Georg Flatow

Berlin 6.9.1882 - KZ Auschwitz 12.10.1944 / Berlin 2.11.1889 - KZ Auschwitz 12.10.1944

Hedwig-und-Georg-Flatow-Platz

Hedwig-und Georg-Flatow-
Platz
Hedwig Flatow Georg Flatow
06.09.1882-12.10.1944 02.11.1889-12.10.1944
Beide waren Juden und aktive Sozialdemokraten.
Hedwig Flatow, geb. Wiener, war als Sprachlehrerin
und als Dezernentin in der städtischen
Hinterbliebenenfürsorge tätig.
Georg Flatow trat 1918 als Jurist in den Dienst der
neuen Reichsregierung ein, er war einer der
Vordenker des Betriebsrätegesetzes von 1920.
Ihr Haus stand in der Niklasstraße 5, das ”Haus
Flatow” war eine Institution für Gleichgesinnte und
Hilfesuchende.
Sie mussten 1939 Berlin verlassen und emigrierten
nach Amsterdam.
Dort wurden sie 1943 erneut verhaftet und über
Theresienstadt nach Auschwitz deportiert.

Die Namensgebung des bislang unbenannten Platzes an Niklasstraße, Rhumeweg und Lindenthaler Allee sowie die Setzung von drei Stolpersteinen vor dem Haus Niklasstraße 5 fand am Sonntag, dem 12.10.2014 statt. Die Stolpersteine finanzierte die Kirchengemeinde Schlachtensee. Zur Einweihung sprachen Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto, Dirk Jordan von der Arbeitsgruppe „Spurensuche" der Kirchengemeinde und der Gewerkschafter Joachim Elsholz, der darauf hinwies, dass das heutige Betriebsverfassungsgesetz seine Wurzeln im Betriebsrätegesetz von 1920 habe.

Nach 1933 weigerte sich das Ehepaar „das sinkende Schiff" Deutschland zu verlassen. 1938 wurde Georg Flatow im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom bis Mitte Dezember im KZ Sachsenhausen inhaftiert, anschließend flüchteten sie im Februar 1939 in die Niederlande. Der Tochter Ilse gelang es, nach Palästina zu entkommen. Im Frühsommer 1943 kam das Ehepaar in das Sammellager Westerbork, wurde von dort am 14.9. zunächst in das KZ Bergen-Belsen und am 25.1.1944 nach Theresienstadt verschleppt. Am 12.10.1944 wurden sie von dort nach Auschwitz deportiert. Dieses Datum gilt als ihr Todestag.

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